Arbeiterwohlfahrt

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AWO-Sozialstation in Sontra

Die AWO (Arbeiterwohlfahrt) ist ein Verband der Freien Wohlfahrtspflege in Deutschland. Sie betreibt auch in Nordhessen zahlreiche soziale Einrichtungen und Dienste, entwickelt Dienstleistungen auf allen Gebieten der Sozialarbeit und leistet nachbarschaftliche soziale Hilfe.

Dazu gehören in Nordhessen sowohl Kindergärten als auch Altenhilfe-Einrichtungen, wie z. B. ambulante Pflegedienste oder 23 Seniorenheime (Stand: 2013). Dort beschäftigt die gemeinnützige Gesellschaft der AWO in Nordhessen über 1.200 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.

Sitz des Bezirksverbands der AWO Nordhessen ist Kassel (Wilhelmshöher Allee 32 A, 34117 Kassel, Telefon: 0561/5077-0).

Geschichte

Die in der Arbeiterbewegung verankerten Grundwerte sind bis heute die Leitlinien der AWO: Freiheit, Gerechtigkeit, Toleranz und Solidarität.

Bald nach dem Ersten Weltkrieg wurde im Jahre 1920 in Kassel die Arbeiterwohlfahrt gegründet. Schon kurze Zeit nach der Gründung der Arbeiterwohlfahrt durch Marie Juchacz im Jahre 1919 fühlten sich auch in Kassel vor allem Frauen zum Handeln aufgefordert.

Schnell wurde vor Ort klar, dass die Arbeiterwohlfahrt in den Gründungsjahren eine Organisation sozialdemokratischer Frauen war. Namen der ersten Stunde sind in Kassel unter anderem Minna Bernst und Amalie Wündisch, beide gleichzeitig die ersten weiblichen Stadtverordneten der Kasseler SPD, sowie Martha Bottke, Wilhelmine Hoffarth, Elise Müller, Käthe Richter und Anna Zinke, insgesamt 35 Frauen und fünf Männer.

Die ehrenamtliche Arbeit der Kasseler Arbeiterwohlfahrt beginnt Anfang 1920 mit einer Wärmehalle und einer Volksküche in der Kettengasse an der Fuldabrücke. Später kommt eine Nähstube hinzu, die Hemden für arbeitslose Männer herstellt, ein Lehrlingsheim, eine Sozialberatungsstelle und eine Heimstatt für Alte.

Im Karlshospital werden Prostituierte, Obdachlose und Trinker betreut. Gerade dies war eine Arbeit, mit der sich die kirchlichen Wohlfahrtsorganisationen schwer taten.

Während sich die Arbeit der Arbeiterwohlfahrt zunächst vor allem in den Großstädten vollzog, ergab sich in den Kreisverbänden nach dem Zweiten Weltkrieg oftmals eine andere Situation, weil Flüchtlinge, Vertriebene, Ausgebombte, Heimkehrer oder elternlose Kinder vielfach in ländlichen Bereichen untergebracht werden mussten. Ein Beispiel in Nordhessen ist der Kreis Hofgeismar, dessen Bevölkerung nach den Wirren des Krieges um fast 50 % angestiegen war, was sowohl die Behörden als auch die Organisationen der freien Wohlfahrtspflege vor riesige Aufgaben stellte. Bereits 1945 standen im Kreis Hofgeismar die ersten Helfer der AWO bereit, wobei etwa Ernst Muche aus Immenhausen für die vielen freiwilligen Helferinnen und Helfer zu nennen ist, die die Arbeiterwohlfahrt damals im Kreisgebiet neu aufgebaut haben.

Im Jahre 2013 hatte die AWO Nordhessen laut ihrem Bezirksvorsitzenden Fred Gieseler rund 8000 Mitglieder, wobei auch das Jugendwerk der AWO gut aufgestellt sei. Mit rund 2000 hauptamtlichen und ehrenamtlichen Kräften sowie allein 23 Pflegeheimen sei die AWO zudem einer der größten sozialen Dienstleister in Nordhessen. [1]

Literatur

  • Erich Israel, Die Tätigkeit der Arbeiterwohlfahrt im Kreis, in: Heimatjahrbuch für den Kreis Hofgeismar 1970, S. 33

Nordhessische Kreisverbände

AWO - Kreisverbände in Nordhessen:

siehe auch

Weblinks und Quellen

Quellen

  1. HNA-online vom 6.5.2013: AWO will jünger werden

Weblinks