Arbeiter- und Soldatenräte

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Auch in zahlreichen hessischen Städten bildeten sich nach dem Ende des Ersten Weltkriegs im November 1918 Arbeiter- und Soldatenräte.

In Kassel kostituierte sich am 10. November 1918 in einer Generalversammlung der Arbeiter- und Soldatenrat, der von allen Regierungsstellen als Behörde anerkannt wurde. An seiner Spitze stand der Vorsitzende des Gewerkschaftskartells, Albert Grzesinski, und Richard Hauschildt, Redakteur beim Casseler Volksblatt. Die beiden Sozialdemokraten hatten sich bereits im Januar einen Namen als Vertreter der Arbeiterschaft gemacht, als es darum ging, den Streik der Rüstungsarbeiter friedlich zu beenden. Der Rat bezog Quartier im Kasseler Rathaus. Schon bald wehte auf dem Dach die rote Fahne, ebenso vor dem Kasseler Hauptbahnhof als Gruß für die heimkehrenden Frontsoldaten.

In Aufrufen und Bekanntmachungen in den Zeitungen wurden die Kasseler gemahnt, sich an Recht und Ordnung zu halten. Trotzdem wurde geplündert und geraubt. Der politische Umschwung, die Kriegsniederlage mit der Folge, dass sich das Militär fast von heute auf morgen auflöste, und eine katastrophale Versorgungssituation erwiesen sich als explosives, anarchisches Gemisch. Schon bald verloren die Räte an Einfluß und gegen Ende des Jahres war eine kurze revolutionäre Phase in der deutschen Geschichte auch in Kassel zu Ende.

siehe auch

Wussten Sie schon ...

  • ...dass nach Anordnung des Reichsernährungsamtes am 24. Dezember 1918 in Rhoden ein Arbeiter- und Bauernrat gewählt wurde? Die wahlberechtigte Bauern wählten dazu fünf Mitglieder und 27 Arbeiter in zwei Wahlgängen in dieses Gremium. (Quelle: Stadtarchiv Rhoden)

Heinrich Friele, Rhoden