Apothekenmuseum Hofgeismar

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Das Apothekenmuseum im Steinernen Haus

Das Steinerne Haus in Hofgeismar (Apothekenstraße 5) ist der älteste erhaltene Profanbau der Region. Nach Umbau und Sanierung wird das Haus heute als privates Apothekenmuseum genutzt. Momentan ist das Museum allerdings vorübergehend geschlossen und kann nicht besichtigt werden.

Das Apothekenmuseum beherbergt eine Vielzahl von Gerätschaften, Maschinen, Tiegeln und Mörsern.

Einen Überblick über einheimische Kräuter und Heilpflanzen vermittelt der am Haus gelegene Kräutergarten.

Geschichte

Das um das Jahr 1239 errichtete mittelalterliche Gebäude diente vornehmlich als Speicher, später auch als Wohnhaus.

Besonders sehenswert ist das gotische Kreuzgratgewölbe im Kellergeschoss des Hauses. Hier haben heute alte und neuere Gerätschaften, die der Arzneimittelherstellung dienten, ihren Platz gefunden.

Kernstück der Ausstellung ist die Einrichtung der Hofgeismarer "Sanderschen Hirsch-Apotheke" von 1801, die bis 1974 im Betrieb war und im Museum originalgetreu wieder aufgebaut wurde. Bereits im Jahre 1652 wurde am Marktplatz in Hofgeismar eine Apotheke eingerichtet, die sich ab dem Jahre 1706 im Besitz der Familie Sander befand. Und die Hofgeismarer Apothekenstraße (auf alten Karten: Obere Entengasse) führte zu dieser Apotheke.

Apothekenmuseum hat Zukunft - Stadt übernimmt Einrichtung

Artikel aus HNA-online vom 13.6.2012

Hofgeismar. Über Monate hinweg war das früher weit über die Grenzen der Stadt hinaus bekannte Hofgeismarer Apothekenmuseum geschlossen. Jetzt soll es wieder eine Zukunft haben. Die Stadt hat die umfangreiche Museumseinrichtung in ihr Eigentum übernommen.

„Die Fortführung des Apothekenmuseums ist gesichert“, sagt Bürgermeister Heinrich Sattler, „das ist eine positive Nachricht.“

Das Steinerne Haus in der Apothekenstraße, in dem das Museum untergebracht ist, ist das wohl älteste Gebäude aus Stein im gesamten Kreisteil Hofgeismar. Erstmals urkundlich erwähnt wurde es im Jahr 1239.

Als 1989 der Apotheker Harald Friedrich-Sander in dem historischen Gebäude das Apothekenmuseum eröffnete, da war nicht nur das Steinerne Haus, sondern die Stadt um eine Attraktion reicher. Denn Friedrich-Sander hatte zum Teil jahrhundertealte Gerätschaften, Ampullen, Mörser, Waagen sowie Arzneimittelrezepte und Bücher zusammengetragen.

Doch als Harald Friedrich-Sander im Jahr 2007 verstarb, da hatte das Museum nicht nur seinen Gründer, sondern auch seinen geistigen Motor verloren. So kam es, dass das Museum im vergangenen Jahr ganz geschlossen werden musste. Denn auch die Familie Friedrich-Sander konnte es aus eigener Kraft nicht weiter betreiben.

Doch weil allen Beteiligten klar war, welchen Schatz es mit dem Apothekenmuseum zu bewahren gilt, übereignete die Familie das Museum mit allen Exponaten der Stadt, der das Gebäude schon seit eh und je gehört. Auch im politischen Raum sei man sich einig, dass das Museum weitergeführt werde müsse, sagt Bürgermeister Sattler. Denn auch aus touristischer Sicht verfüge man mit dem Apothekenmuseum neben dem Stadtmuseum mit seiner Judaica-Abteilung um ein weiteres Alleinstellungsmerkmal.

Weil aber die Stadt aus Kosten- und aus personellen Gründen nicht als Museumsbetreiber auftreten kann, soll demnächst ein gemeinnütziger Förderverein gegründet werden. „Auf diesem Weg wollen wir gerne Hilfestellung seitens der Verwaltung geben“, so der Bürgermeister.

Erfahrener Fachmann
Dabei kann sich die Stadt auf einen erfahrenen Fachmann verlassen. Helmut Burmeister, ehrenamtlicher Leiter des Stadtmuseums, ist bereit, zunächst als Berater und kommissarischer Leiter zu fungieren. „Das Pfund, das die Stadt jetzt mit dem Apotheken Museum hat, muss nun auch zu Nutzen der Stadt eingesetzt werden“, sagt Burmeister. Er erinnert daran, wie ein tatkräftiges Team und ein Trägerverein seinerzeit auch das Stadtmuseum etabliert und in der gesamten Region bekannt gemacht hat.

Burmeister begrüßt es sehr, dass die Stadt nicht nur das Steinerne Haus, sondern nun auch das Museum ins Eigentum übernommen hat. „Das ist die richtige Konstruktion“, so Burmeister, jede andere berge Unsicherheiten.

Von Gerd Henke

Literatur

  • Klaus-Peter Lange, Die Straßennamen der Stadt Hofgeismar, Hofgeismar 2009

siehe auch

Weblinks