Antikensammlung

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Ein Asyl für die Antiken

Während des Umbaus in Schloss Wilhelmshöhe, ihrem eigentlichen Standort, fanden die Kasseler Antiken in der documenta-Halle Asyl. In einem lichten, luftigen Raum, der vor allem die Großplastiken gut zur Geltung brachte.

Am Eingang stand Landgraf Karl. Nicht in voller Lebensgröße, sondern als Büste aus dem Besitz der Freiherren Waitz zu Eschen. Landgraf Karl (1677-1730) war es, der die seit 1603 urkundlich bezeugte Kasseler Antikensammlung in ihrer ersten Blütezeit entscheidend prägte. Während des durch den Umbau von Schloss Wilhelmshöhe bedingten "Exils", das bis zum Frühjahr 2000 dauern sollte, war ein wesentlicher Teil der Bestände in der documenta-Halle zu Gast.

Ganz frei war die Auswahl nicht, wie Museumschef Prof. Peter Gercke erläuterte: Vor allem die Großskulpturen, die wegen ihrer Maße und des Gewichts nicht magaziniert werden konnten, wanderten in die Stadtmitte.

Die Schmuckstücke der Sammlung waren natürlich dabei: der "Kasseler Apoll", die vielgerühmte römische Kopie nach einem griechischen Original, entstanden um 450 vor Christus; der Gipsabguß des Hercules Farnese, den Landgraf Karl 1700 in Italien fertigen ließ, und nach dem die gigantische Kupferfigur gegossen wurde, die hoch über dem Bergpark zum Wahrzeichen Kassels wurde; und schließlich die "Victoria" von Fossombrone, deren Abbild und Kopien im 19. Jahrhundert einen Siegeszug durch Europa antraten und die auch die Berliner Siegessäule krönt. Hier steht das "Original" der Siegesgöttin - eine Bronze, gut, aber doch ein römisches Einzelstück, entstanden im Jahre 200.

In der "hohen Halle" gliederten sich die Präsentation in vier Abschnitte: die Epoche des Landgrafen Karl, der schon früh systematisch sammelte, dann das weitere 18., das 19. und das 20. Jahrhundert bis zu den Erwerbungen der Gegenwart. Manches brachten die 1000 Kasseler Söldner nach Hause, die 1687/88 in Griechenland gegen die Türken kämpften. In "Beutekunst"-Fragen war man damals nicht zimperlich.

Der Ariadnefaden, an dem entlang man die mit gut lesbaren Informationstafeln bestückte Ausstellung durchwandern kann, war, so Gercke, diese "Geschichte des Sammelns". Die Figurengruppen, die Vitrinen, die Regale mit antiker "Kleinkunst" ordneten sich zum faszinierenden Gesamtbild und ließen dabei dem einzelnen Kunstwerk auf der 700 Quadratmeter großen Fläche seinen Raum. Das begeisterte auch jugendliche Besucher: Schüler einer Kasseler Schule schufen Keramiken mit den hier gesehenen antiken Mustern.

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