Anna Catharina Böttcher

Aus Regiowiki
Wechseln zu: Navigation, Suche
Anna Catharina Böttcher, Grabstein links des Südportals der St. Blasiuskirche

Erst mit ihrem Testament hat sich Anna Catharina Böttcher zu einer Persönlichkeit gemacht, die auch heute - über drei Jahrhunderte nach ihrer Geburt 1683 - unvergessen ist.

51 Seiten Testament

Nach dem Tod ihres Gatten Joachim Henrich Böttcher (oder auch Bötticher), mit dem sie in Reinhausen bei Göttingen gelebt hatte, kehrte die 39 Jahre alte Anna Catharina, die aus der Mündener Bürgerfamilie Hilgardt stammte, in ihre Heimatstadt zurück. 38 Jahre sollte sie dort noch verbringen. Für ihren Tod sorgte sie bereits zu Lebzeiten vor: Als sie 1761 mit 77 Jahren stirbt, hinterlässt sie ein 51 Seiten langes Testament. Der größte Teil davon bezieht sich - nachdem sie Familie und auch ihre Dienstboten bedacht hat - auf Legate - Vermächtnisse, die Anna Catharina Böttcher für die Armen der Stadt bestimmt hat. Sie stiftet Kapital und Land, deren Erträge die Armenfürsorge über ihren Tod hinaus sichern sollen. Bei jeder Spendenausschüttung solle ihr Name genannt werden, legt die Stifterin fest. Sie sagt, damit andere ermutigt würden, ihrem wohltätigen Beispiel zu folgen. Eine Spur persönliche Eitelkeit dürfte dabei aber auch eine Rolle gespielt haben.

Gartenland für die Armen

Zum Böttcherschen Legat gehören auch fünfeinhalb Morgen Gartenland. Dieses solle „fleißigen Armen“ für je drei Jahre zur Bewirtschaftung zur Verfügung gestellt werden. Auch heute besteht das Legat der Mündenerin noch. Zwar sind die ehemals dazu gehörigen Wiesen in Stadtnähe nach und nach in Bauland verwandelt worden, und das festgelegte Kapital schrumpfte durch die Inflationen der Weltkriege stark zusammen. Aber auch heute noch wirft der Besitz von Anna Catharina Böttcher rund 8000 Euro Zinsen ab. Über die Verwendung entscheiden Bürgermeister und Superintendent. Heute fließt das Geld in die Suchtberatung im Diakonischen Werk des Kirchenkreises. (rud)

Den ausführlichen Text über Anna Catharina Böttcher (Autorin: Susanne Rieke-Scharrer) lesen Sie in: „Mündener Persönlichkeiten aus sechs Jahrhunderten“, hrsg. vom Heimat- und Geschichtsverein Sydekum, 26,50 Euro