Anja Niedringhaus

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Anja Niedringhaus

Anja Niedringhaus war eine erfolgreiche Kriegsfotografin. Sie wohnte in Oberkaufungen und hatte in der Vergangenheit auch Fotos in Kassel ausgestellt.

Leben

Die Journalistin wurde 1965 in Höxter (Nordrhein-Westfalen) geboren und unternahm die ersten beruflichen Schritte bei der dortigen Tageszeitung „Neue Westfälische“. Eigentlich wollte sie Lehrerin werden, studierte Germanistik, Philosophie und Publizistik in Göttingen. Nebenbei schrieb und fotografierte sie für das „Göttinger Tageblatt“. Nach dem Studium arbeitete sie für die „european pressphoto agency“ (epa). Seit 1992 berichtete Niedringhaus aus den Krisengebieten der Welt. Sie lebte drei Jahre in Sarajevo und fotografierte unter anderem den Krieg in Bosnien und Afghanistan. Für AP fotografierte sie seit 2002. Sie war eine der wenigen Journalisten, die im Herbst 2004 im Irak-Krieg die Schlacht von Falludscha erlebten.

Tod in Afghanistan

Die Kriegsfotografin wurde im April 2014 in Ostafghanistan erschossen. Niedringhaus hatte jahrelange Erfahrung in der Region und anderen Konfliktgebieten.

Der Hintergrund des Vorfalls im Distrikt Tanai war nach Polizeiangaben zunächst unklar. Sie war in Begleitung einer kanadischen Kollegin. Die beiden Reporterinnen waren zur Berichterstattung über die afghanische Präsidentenwahl nach Chost in den Osten Afghanistans gereist. Ein anwesender freier Mitarbeiter von AP Television habe berichtet, beide Reporterinnen hätten auf dem Rücksitz in einem Wagen in einem Wahlkonvoi gesessen, als ein Polizist mit den Worten "Allahu Akbar" (Gott ist Groß) das Feuer auf sie eröffnet habe. Er sei danach festgenommen worden. Die Kollegin wurde schwer verletzt in ein Krankenhaus gebracht, doch Niedringhaus sei sofort tot gewesen.

Als eine der wenigen Frauen im Bereich der Krisenfotografie begleitete Niedringhaus Soldaten während ihrer Einsätze an die Front und dokumentierte das Leben und Sterben der Menschen im Ausnahmezustand militärischer Auseinandersetzungen.

Ihre Fotos zeigen den Schrecken ebenso wie den Alltag des Krieges, die Zerstörungen ebenso wie ein Bemühen um Würde und Normalität. Ob aus Kroatien, Serbien, Kosovo, Bosnien, Irak, Afghanistan, Libyen oder Israel, seit 20 Jahren erschienen ihre Fotos weltweit in Tageszeitungen, Zeitschriften und auf den Titelseiten und prägten so unser Bild von Krisen und Kriegen.

Auszeichnungen

Anja Niedringhaus war die erste deutsche Fotografin, die mit dem amerikanischen Pulitzer- Preis ausgezeichnet wurde. Der Pulitzer-Preis ist der „Oscar“ für Journalisten. Niedringhaus erhielt die Ehrung 2005 zusammen mit ihren Kollegen von der Nachrichtenagentur AP für ihre Fotos aus dem Irak-Krieg.


Weblinks und Quellen