Andrei Monastyrski

Aus Regiowiki
Wechseln zu: Navigation, Suche
Das documenta-Lexikon
Buchstaben: A | B | C | D | E | F | G | H | I | J | K | L | M | N | O | P | Q | R | S | T | U | V | W | X | Y | Z | Index


Andrei Monastyrski ist ein Künstler aus Russland (Jahrgang 1949), der an der documenta 12 teilgenommen hat.

Werk

Der russische Schriftsteller und Künstler Andrei Monastyrski ist eine der Leitfiguren der nichtoffiziellen Kunst Russlands seit den 1960er-Jahren. Mit zahlreichen Projekten und Aktionen reagierte er ironisch auf die Entwicklungen in seinem Land.

Monastyrski und die documenta 12

Seine im Fridericianum aufgebaute Installation Fountain nimmt die Form des monumentalen Brunnens der Völkerfreundschaft auf, der in der repräsentativen Ausstellung der Sowjetvölker in Moskau steht. Die 16 goldglänzenden Frauenfiguren des Brunnens, die die früheren Sowjetrepubliken darstellen und die Monastyrski fotografiert hat, schauen aber nicht nach außen (zum Betrachter und zu den Pavillons der Republiken), sondern nach innen. Die Weite der Sowjetunion gibt es nicht mehr. Der stolze Brunnen ist innen unter Schnee (Mehl) erstarrt.

Die andere Arbeit im Aue-Pavillon ist witzig-widersinnig. Erst trifft man auf ein weißes Brett mit der Aufforderung "Knopf drücken" und hört beim Drücken des Klingelknopfes nicht. Am Ende des Rundgangs gelangt man zu dem Gegenstück mit einer Hörmuschel. Doch meist hört man nichts. Die Botschaft ist klar: Das, was man auslöst, nimmt man selbst nicht wahr. Monastyrski überträgt das Bild auf Goethe: Die Romantik (Die Leiden des jungen Werther) bleibt erst einmal folgenlos, doch im Lauf der Geschichte löst sie viel aus und lässt am Ende doch Folgen (Klänge) hervortreten.

siehe auch

Weblinks und Quellen