Andreas Victor Suadicani

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Andreas Victor Suadicani Repro: Stadt Northeim

Vorspann: Mit der Amtszeit von Andreas Victor Suadicani als Bürgermeister in Northeim (1853 bis 1888) begann der infrastrukturelle Aufstieg der Stadt. Seit 1956 trägt die Suadicanistraße seinen Namen.

Der am 3. Januar 1809 in Schleswig geborene Suadicani wurde am 5. Juli 1853 einstimmig ins Amt des Bürgermeisters gewählt, das er am 15. August antrat. Northeim war ihm schon vorher bekannt, hatte er doch einen Teil seines Jurastudiums in Göttingen absolviert.

Anschluss an die Eisenbahn

Während seiner Amtszeit wurde unter anderem der Anschluss Northeims an die Eisenbahn im Jahr 1856 der Gasanstalt elf Jahre später realisiert. Nach den Worten von Stadtarchivar Ekkehardt Just waren das die beiden ersten wichtigen Infrastrukturmaßnahmen in Northeim.

Die Stadt entwickelte sich damals zum Eisenbahnknotenpunkt. Nach dem Anschluss an die Nord-Süd-Linie von Hannover nach Kassel folgte 1867/68 die Harzbahn nach Nordhausen und die Sollingbahn 1878 nach Ottbergen.

Bürgerschule I

Ebenfalls in die Amtszeit Suadicanis fiel der Bau des alten Bahnhofsgebäudes (1878), der Bürgerschule I sowie von rund 200 Bürgerhäusern. Er füllte sein Amt schon fast 80jährig bis zu seinem Tod am 28. Dezember 1888 aus.

Senator

Bevor er in Northeim Bürgermeister wurde war er unter anderem Stadtsekretär und Senator (1840 bis 1849) in Apenrade (Schleswig) und Stellvertreter des Bürgermeisters in Oldesloe. In Apenrade war er entlassen worden, nachdem er und seine Kollegen sich nach der der Absetzung des Bürgermeisters durch die Landesverwaltung geweigert hatten, mit dem neu eingesetzten Bürgermeister zusammenzuarbeiten.

Ehrenbürger

Der Stadtrat votierte 1956 für die Benennung einer Straße nach dem langjährigen und verdienten Bürgermeister, der bereits zum 25jährigen Dienstjubiläum (1878) zum Ehrenbürger ernannt worden war. Damit hatte nach Suadicanis Heimatstadt Schleswig, wo an seinen Vater Carl Ferdinand erinnert wird, der als Arzt unter anderem durch die Gründung einer psychiatrischen Krankenhauses in Erscheinung trat, auch Northeim eine Suadicani-Straße.

Wurzeln

Übrigens: Die Wurzeln der südländisch klingenden Familie liegen wahrscheinlich im tschechischen Budweis, von wo es Familienmitglieder im 17. Jahrhundert und 18. Jahrhundert über Nürnberg nach Preetz in Holstein verschlug.

Von Olaf Weiß aus der HNA-Serie Straßen und ihre Paten