Amelith

Aus Regiowiki
Wechseln zu: Navigation, Suche

Amelith ist ein Ortsteil der Gemeinde Bodenfelde im Landkreis Northeim am Rande des Naturparks Solling-Vogler in Südniedersachsen.

Geografie

Der Ort liegt nördlich von Bodenfelde im Tal des Reiherbachs im Solling.

Geschichte

Die Ortsteile von Bodenfelde blicken auf eine lange Siedlungsgeschichte zurück.

Die ehemalige Gemeinde Nienover – entstanden aus den ursprünglichen Ortschaften Nienover, Amelith und Polier – wurde im Jahre 1144 erstmals urkundlich erwähnt. Zuvor bestand hier schon das Schloss, ehemals Sitz der Grafen von Dassel. Seit dem Mittelalter wurden die Solevorkommen bei Bodenfelde zur Salzgewinnung genutzt, die im 17. Jahrhundert ihr Ende fand.

Im Jahre 1575 findet sich in Sollinger Forstrechnungen die Bezeichnung Amelytt.

Der Solling war bereits im Mittelalter ein wichtiger Standort von Glashütten. Zwischen 1776 und 1778 zur Zeit von Georg III. entstand die Glashütte Amelith bei Nienover. Bereits seit dem 15. Jahrhundert waren im waldreichen Amtsbereich von Nienover Wanderhütten nachgewiesen und die Glasmacher mit ihren Familien sollten an ihren Arbeitsplatz gebunden werden. Die Glashütte entwickelte sich zur bedeutendsten des Gebiets und produzierte Gläser und Spiegel, die bis nach Russland, Schweden, in die Niederlande oder nach Großbritannien exportiert wurden.

Der Ort gehörte ab dem Jahre 1885 zum damals neu gegründeten Kreis Uslar, der im Zuge der Gebietsreform der preußischen Provinz Hannover durch Zusammenlegung der Ämter Uslar, Nienover, Lauenförde und Adelebsen hervorging, bevor er 1932 in den Kreis Northeim eingegliedert wurde.

Bescheidenen wirtschaftlichen Aufschwung erfuhr die Gegend im 19. Jahrhundert durch die Holzverkohlungsindustrie, die Holzflößerei sowie den Bau der Eisenbahnlinien Bodenfelde - Göttingen und Bodenfelde - Northeim.

Mit der Eingemeindung von Nienover kam Amelith am 1. März 1974 zu Bodenfelde. Im Zuge der Gebiets- und Verwaltungsreform in Niedersachsen entstand am 1.3.1974 aus den Ortschaften Bodenfelde, Nienover und Wahmbeck die Gemeinde „Flecken Bodenfelde“, benannt nach einer historischen Bezeichnung für eine Gemeinde mit stadtähnlichen Rechten, die schon früh über Marktrechte verfügte.

Literatur

  • Die Hütten und das Schloss - Bilder, Berichte und Dokumente aus den Sollingorten Amelith, Nienover und Polier, hrsg. von Wolfgang Schäfer u. a., 1. Auflage 2000
  • Walter Junge, Chronik des Fleckens Bodenfelde - von den Anfängen bis zur Gegenwart, mit Beiträgen zur Geschichte der Ortsteile Wahmbeck, Nienover, Amelith und Polier, Göttingen 1983

Sehenswürdigkeiten

siehe auch

Wandern

Der nahe Solling ermöglicht zahlreiche Ausflüge in die Natur und die großen Waldgebiete laden zum Wandern ein.

Interessant ist auch eine Wanderung durch das Hutewaldprojekt am Reiherbach. Mit dem im Sommer 2000 begonnenen Projekt wurde im südlichen Solling eine neue Form der Beweidung gestartet. Ein Wanderweg führt durch das Hutewaldgehege, mit dem Lebensräume zahlreicher gefährdeter einheimischer Tiere aber auch Pflanzenarten bewahrt werden sollen.

Weblinks


Städte und Gemeinden im Landkreis Northeim
Northeim.gif

Bad Gandersheim | Bodenfelde | Dassel | Einbeck | Hardegsen | Kalefeld | Katlenburg-Lindau | Kreiensen | Moringen | Nörten-Hardenberg | Northeim | Uslar