Amazon

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Amazon in Bad Hersfeld: Der Internethändler bleibt für die kommenden zehn Jahre in der Kreisstadt.

Der international bekannte Internethändler Amazon hat ein Logistikzentrum am Schloss Eichhof in Bad Hersfeld, Am Schloß Eichhof 1, 36251 Bad Hersfeld.

Geschichte

  • Der Standort mit einer Größe von über 42.000 Quadratmeter wurde im Jahr 2001 eröffnet.
  • 2009 kam das neue Logistikzentrum auf dem ehemaligen BGS-Gelände mit weitern 100.000 Quadratmetern dazu.[1]

Kritik am Unternehmen

  • Im Februar 2013 stand Amazon bundesweit in der Kritik, als die ARD-Dokumentation „Ausgeliefert! Leiharbeiter bei Amazon“ die Situation der Leiharbeiter beim Amazon-Logistik-Werk in Bad Hersfeld kritisierte.

Chronik

  • 13. Februar 2013: Die Dokumentation „Ausgeliefert! Leiharbeiter bei Amazon“ wird in der ARD gezeigt. Der Film handelte vom Weihnachtsgeschäft 2012. Dort hatten die Autoren des Films spanische Leiharbeiter begleitet, die im Logistikzentrum Bad Hersfeld gearbeitet hatten und im Feriendorf am Kirchheimer Seepark untergebracht waren. Bemängelt wurde die Bezahlung durch die Leiharbeitsfirma, Unterbringung im Seepark und Behandlung der Leiharbeiter durch die Security-Firma H.E.S.S. aus Kassel.[2]
  • 14. Februar 2013: Nach der Veröffentlichung des Films widersprachen verschiedene Firmen, die im Beitrag vorkamen, der Darstellung. Ein zentraler Kritikpunkt der ARD-Dokumentation: Die Arbeiter würden in überfüllten Bussen vom Kirchheimer Seepark zum Logistikzentrum gekarrt. Wegen ungünstiger Abfahrtszeiten müssten die Leiharbeiter dort lange Wartezeiten in Kauf nehmen. Mehrfach waren im Beitrag Busse des Niederaulaer Omnibusbetriebes Käberich zu sehen. Inhaber Thomas Reichwein wies die Vorwürfe zurück. Zwar seien die Busse während des Weihnachtsgeschäftes deutlich voller gewesen, die genehmigte Zahl der Stehplätze sei aber nie überschritten worden.[3]
  • 15. Februar 2013: Nach den Vorwürfen meldeten sich der Geschäftsführer des Kirchheimer Seeparks sowie das Kassler Sicherheitsunternehmen H.E.S.S. zu Wort. Sie bestritten die Vorwürfe des Films.[4]
  • 16. Februar 2013: Die Politik meldete sich: Bundesarbeitsministerin Ursula von der Leyen (CDU) forderte Aufklärung über die Arbeitsbedingungen von Saisonarbeitern beim Internet-Versandhändler Amazon.[5]
  • 17. Februar 2013: Die Grünen der Hersfelder Kreistagsfraktion forderten Aufklärung.[6]
  • 18. Februar 2013: Amazon feuerte den Kasseler Wachdienst H.E.S.S. Auch die Staatsanwaltschaft ermittelte gegen zwei Mitarbeiter wegen des Verdachts auf Nötigung und Freiheitsberaubung. [7]
  • 19. Februar 2013: Im Interview mit der HNA wehrte sich Geschäftsführer von H.E.S.S. gegen die Vorwürfe. Amazon kündigte einem weiteren Dienstleister, Co Co Job-Touristik, der für die Unterbringung der Leiharbeiter zuständig war.[8][9]
  • 19. Februar 2013: Eine Ex-Leiharbeiterin fühlte sich im Nachinein im Amazon-Film falsch dargestellt. [11]
  • 20. Februar 2013: Festangestellte Arbeiter bei Amazon sprachen mit der HNA über ihr Eindrücke bei dem Unternehmen. Die Bundesagentur für Arbeit (BA) warf dem Personaldienstleister Trenkwalder Verstöße gegen das Arbeitnehmerüberlassungsgesetz vor. [12]
  • 21. Februar 2013: Die Leipziger Dienstleistungsfirma CoCo Job Touristik kündigte nach dem viel diskutierten Fernsehbericht rechtliche Schritte gegen die ARD-Autoren an.[13]
  • 21. Februar 2013: Die Autoren des Filmberichts blieben auch nach der Kritik an ihnen bei ihrer Darstellung der Geschehnisse in dem 30-minütigen Bericht.[14]
  • 21. Februar 2013: Amazon Deutschland-Chef Ralf Kleber sprach sich nach der Amazon-Affaire für mehr Betriebsräte aus.[15]
  • 28. Februar 2013: Die Gewerkschaft Verdi hat knapp 37.000 Unterschriften an Amazon übergeben. Ziel der Aktion war es, die Arbeitsbedingungen speziell für die Leiharbeiter des Unternehmens zu verbessern.[16]

Vertragsverlängerung

Am 8. Juli 2011 wird bekannt gegeben, dass Amazon sein Logistikzentrum in Bad Hersfeld für weitere zehn Jahre betreiben will.

Außerdem erhielten die Amazon-Mitarbeiter eine Gehaltserhöhung, die der bundesweiten Gehaltsentwicklung Rechnung trägt.

Zunächst war geplant, die Logistikaktivitäten komplett in das neue Gebäude an der Amazonstraße zu verlagern. Wegen der guten Geschäftslage sollte nun auch der zweite Standort erhalten bleiben. Das wurde den Mitarbeitern bei einer Personalversammlung mitgeteilt.

Video: Verdi zeigt bei Amazon Flagge

Weblinks und Ouellen

  1. Aus HNA.de vom 8. Juli 2011: Amazon bleibt in Bad Hersfeld - Vertrag verlängert
  2. Aus HNA.de vom 14. Februar 2013: Amazon-Leiharbeiter: Ausgeliefert und bedroht?
  3. Aus HNA.de vom 14. Februar 2013: Amazon-Leiharbeiter: Ausgeliefert und bedroht?
  4. Aus HNA.de vom 15. Februar 2013: Nach Leiharbeiter-Reportage: Seepark und Sicherheitsfirma äußern sich
  5. Aus HNA.de vom 16. Februar 2013: Amazon: Von der Leyen fordert Aufklärung
  6. Aus HNA.de vom 17. Februar 2013: Amazon: Grüne fordern Aufklärung
  7. Aus HNA.de vom 18. Februar 2013: Amazon feuert Kasseler Wachdienst - Ermittlungen
  8. Aus HNA.de vom 19. Februar 2013: H.E.S.S.-Security wehrt sich gegen Kritik - Amazon kündigt weiterer Firma
  9. Aus HNA.de vom 19. Februar 2013: Amazon trennt sich von Dienstleister Co Co Job-Touristik
  10. Aus HNA.de vom 19. Februar 2013: Arbeitsagentur sieht sich getäuscht über Leiharbeit bei Amazon
  11. Aus HNA.de vom 19. Februar 2013: Ex-Leiharbeiterin fühlt sich im Amazon-Film falsch dargestellt
  12. Aus HNA.de vom 20. Februar 2013: Amazon-Reportage: "Da wurde doch fast alles falsch dargestellt"
  13. Aus HNA.de vom 21. Februar 2013: Amazon-Reportage: CoCo sieht sich als Bauernopfer
  14. Aus HNA.de vom 21. Februar 2013: ARD-Reportage über Amazon: Autoren bleiben bei ihrer Darstellung
  15. Aus HNA.de vom 21. Februar 2013: Amazon will mehr Betriebsräte
  16. Aus HNA.de vom 28. Februar 2013: Unterschriftenaktion: Verdi erhöht Druck auf Amazon