Altstadt

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Freiheiter Durchbruch - historische Aufnahme

Der älteste Teil Kassels, um den Altmarkt herum gelegen, ist weitestgehend den Bomben des Zweiten Weltkrieges zum Opfer gefallen.

So romantisch die Altstadt mit ihren engen Gassen und verwinkelten Ecken auch wirkte: in den ersten Jahren des 20. Jahrhunderts, wahrscheinlich aber schon viel früher, wurden die Enge, die geringe Größe der Wohnungen und die fehlende Hygiene ein städtebauliches und soziales Problem. Der historische Stadtkern verkam mehr und mehr, weil keine finanziellen Mittel für seine Sanierung bereitstanden. Die Hausbesitzer bauten im Westen der Stadt lieber neu und modern, bevor sie Geld in ihre Altstadt-Wohnungen steckten. Das ehemals attraktive Stadtzentrum wurde zum Armenviertel.

Daran änderte sich auch nach dem Ende des Kaiserreiches nichts. Den Nationalsozialisten blieb es vorbehalten, im Zuge des Freiheiter Durchbruchs 1935 an die Altstadt-Sanierung heranzugehen. Frühere Versuche beispielsweise der Sozialdemokraten die Verhältnisse um den Altmarkt herum zu verbessern wurden in der Öffentlichkeit mit dem Hinweis auf die Höhe der damit verbundenen Kosten abgelehnt.

Den Nazis kam ein solches Projekt als Beschäftigungsmaßnahme gerade recht.

Die Erhaltung der historischen Bausubstanz und die Sanierung der Altbauwohnungen waren teuer. Sie wurden zu einem erheblichen Teil unmittelbar von der Kasseler Bevölkerung finanziert, durch ein sogenanntes Notopfer für Arbeitsbeschaffung.

1936 feierten die Nationalsozialisten sich selbst und ihr Werk, sieben Jahre später hatten sie zu verantworten, dass das historische Kassel in Schutt und Asche lag.

Quelle

  • Uwe Feldner: Stadt-LEXIKON - (Fast) alles über KASSEL, erschienen im Herkules Verlag

siehe auch