Kreis Hofgeismar

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Lage des ehemaligen Kreisgebiets

Der ehemalige Kreis Hofgeismar wurde durch Organisationsedikt des Kurfürsten von Hessen-Kassel am 21. August 1821 gegründet. Seit der hessischen Gebietsreform im Jahre 1972 ist das ehemalige Kreisgebiet Teil des Landkreises Kassel.

Kreisstadt war bis zuletzt die Stadt Hofgeismar.

Städte und Gemeinden im ehemaligen Kreisgebiet

Zum ehemaligen Kreis Hofgeismar gehörten vor der Gebietsreform im Jahre 1972 zuletzt die Städte Hofgeismar, Bad Karlshafen, Helmarshausen, Grebenstein (mit dem Ortsteil Friedrichsthal), Immenhausen, Liebenau und Trendelburg (mit dem Ortsteil Wülmersen).

Das Rathaus der ehemaligen Kreisstadt Hofgeismar

Weiterhin gehörten zum Kreisgebiet 43 ehemals selbständige Landgemeinden:
Arenborn, Beberbeck (mit dem Ortsteil Sababurg), Burguffeln, Calden, Carlsdorf, Deisel, Eberschütz, Ehrsten, Ersen, Friedrichsdorf, Friedrichsfeld, Fürstenwald, Gewissenruh, Gieselwerder, Gottsbüren, Gottstreu, Grimelsheim, Haueda, Heisebeck, Hombressen, Hohenkirchen, Holzhausen, Hümme, Kelze, Langenthal, Lamerden, Lippoldsberg, Mariendorf, Meimbressen, Niedermeiser, Obermeiser, Oedelsheim, Ostheim, Schachten, Schöneberg, Sielen, Stammen, Udenhausen, Vaake, Veckerhagen, Vernawahlshausen, Westuffeln und Zwergen.

Ein Großteil des ehemaligen Kreisgebiets bestand aus der Waldfläche des Reinhardswalds, einem waldreichen Mittelgebirge zwischen Kassel im Süden und Bad Karlshafen im Norden.

Das Waldgebiet erstreckt sich von der unteren Fulda bis nach Bad Karlshafen auf rund 40 km westlich der Weser. Mit mehr als 200 Quadratkilometern Fläche ist der Reinhardswald das größte zusammenhängende Waldgebiet in Hessen und Staatswald des Landes Hessen.

Autokennzeichen

Das ehemalige Autokennzeichen für die Städte und Gemeinden im Kreisgebiet war HOG.

41 Jahre nach der Gebietsreform sind ab dem 2. Januar 2013 die Schilder mit HOG (früherer Kreis Hofgeismar) und WOH (früherer Kreis Wolfhagen) bei den Zulassungsstellen wieder erhältlich. Bürger, die mit Hauptwohnsitz im Kreis Kassel gemeldet sind, können seither zwischen den Unterscheidungszeichen KS, HOG und WOH wählen.

Bevölkerungsentwicklung

Burgtürme der Sababurg im Reinhardswald

Im Jahre 1900 wohnten 36.109 Einwohner im ehemaligen Kreis Hofgeismar, nach dem Zweiten Weltkrieg stieg die Zahl vorübergehend auf über 66.000 Einwohner an, bevor dann 1960 58.300 Einwohner gezählt wurden, darunter 12.700 Vertriebene.

In den letzten Jahren ist die Bevölkerungsentwicklung im ehemaligem Kreisgebiet rückläufig. Im Jahre 1997 lebten 64.531 Menschen in den heute zehn Kommunen des Altkreises Hofgeismar. Zum Ende des Jahres 2006 waren es nach Angaben des Statistischen Landesamtes nur noch 61.258 Menschen und damit 587 Personen weniger als Ende 2005.

Erneut ist die Bevölkerung dann von Ende 2007 (von damals noch 60.261 Menschen) bis Ende 2008 um 717 Personen geschrumpft, so dass nach einem Presseartikel in der HNA vom 07.08.2009 zum Ende des Jahres 2008 noch 59.904 Menschen im Altkreis Hofgeismar lebten, davon in der ehemaligen Kreisstadt Hofgeismar 15.993 Menschen - 135 weniger als vor Jahresfrist.

Ende 2009 war die Bevölkerungszahl erneut zurück gegangen und im Altkreis lebten noch 59.323 Menschen. Von allen Kommunen des Altkreises hatte die ehemalige Kreisstadt Hofgeismar den größten Verlust hinzunehmen; hier ging die Einwohnerzahl von 2008 auf 2009 um 147 auf nunmehr 15.846 Einwohner zurück. Prozentual hatte Ende 2009 allerdings Bad Karlshafen die meisten Einwohner verloren und die Einwohnerzahl sank um 96 auf 3830 Personen.

Geschichte

Die kurhessische Verwaltungsreform im Jahre 1821 brachte eine Trennung von Verwaltung und Gerichtsbarkeit. Kurhessen wurde in Kreise aufgeteilt und es wurden innerhalb der Kreise Justizämter geschaffen.

Als der ehemalige Kreis Hofgeismar durch Organisationsedikt des Kurfürsten von Hessen am 21. August 1821 gegründet wurde, wurde er mit den Ortschaften der Justizämter Hofgeismar, Carlshafen, Grebenstein und Sababurg (insgesamt 39.789 Einwohnern in 5.434 Häusern) gebildet und war Teil der Provinz Niederhessen.

Das Rathaus in Grebenstein
Die Stadtkirche in Bad Karlshafen - am alten Hafenbecken - entstand zu Beginn der 1960-er Jahre.

Nach der Annexion Kurhessens durch Preußen im Jahre 1866 wurde der Kreis Hofgeismar von der preußischen Regierung neu gegliedert und 1867 Teil des neuen Regierungsbezirks Kassel der preußischen Provinz Hessen-Nassau.

Kreisstadt war seit dem Jahre 1821 die Stadt Hofgeismar.

Ein erheblicher Bevölkerungszuwachs war im ehemaligen Kreisgebiet nach dem Zweiten Weltkrieg zu verzeichnen. In die Amtszeit des Landrats Karl Höhner fiel die Aufnahme von etwa 25.000 Flüchtlingen in das Kreisgebiet. Nach dem Einmarsch amerikanischer Soldaten am Ende des Zweiten Weltkriegs wurde Karl Höhner (SPD) zunächst als kommissarischer Landrat im Kreis Hofgeismar eingesetzt und 1946 vom Kreistag als erster Landrat nach dem Krieg in seinem Amt bestätigt. Sein Nachfolger war ab 1948 der langjährige Landrat Dr. Artur Steinbrenner.

Flüchtlinge, Vertriebene, Ausgebombte, Heimkehrer oder elternlose Kinder mussten nach dem Zweiten Weltkrieg vielfach in ländlichen Bereichen untergebracht werden. Im Kreis Hofgeismar stieg die Bevölkerung um fast 50 % an, was sowohl die Behörden als auch die Organisationen der freien Wohlfahrtspflege vor riesige Aufgaben stellte. Bereits 1945 standen im Kreis Hofgeismar beispielsweise die ersten Helfer der Arbeiterwohlfahrt (AWO) bereit.

Auch die seelsorgerische Arbeit der katholischen Kirche wurde in dem bis dahin überwiegend protestantisch geprägten Gebiet vor neue Herausforderungen gestellt. Nach dem Krieg stieg die Zahl der Katholiken im Kreisgebiet auf mehr als 22.000 Personen. Heimatvertriebene – zum Beispiel aus dem sog. Sudetenland – mit zumeist katholischer Konfession fanden hier auf Dauer eine neue Heimat. In den 1950-er Jahren entstanden neue katholische Gotteshäuser in Immenhausen (1952), Grebenstein (1955), Karlshafen (1956), Lippoldsberg, Haueda und Hohenkirchen (alle 1957), Veckerhagen (1959) und in Hofgeismar das zweite katholische Gotteshaus „St. Marien“. Später kamen weitere Kirchen, beispielsweise in Trendelburg, Ehrsten und Calden (alle 1961) und Vernawahlshausen (1966) hinzu.

Im Rahmen der hessischen Gebietsreform entstand am 1. August 1972 aus den ehemaligen Kreisen Hofgeismar, Wolfhagen und Kassel der Landkreis Kassel.

HNA-Spezial

Impressionen

Kirchen

Landräte im Kreis Hofgeismar

Landräte im Kreis Hofgeismar nach dem Zweiten Weltkrieg waren:

Seit der hessischen Gebietsreform im Jahre 1972 ist das ehemalige Kreisgebiet Teil des Landkreises Kassel.

Literatur

Im Altkreis Hofgeismar - Landschaft bei Kelze
  1. Kreis Hofgeismar, Handbuch des Heimatbundes für Kurhessen, Waldeck und Oberhessen III, Marburg/ Lahn 1966
  2. Joseph Weber, Entwicklung der katholischen Gemeinden im Kreis Hofgeismar, in: Heimatjahrbuch für den Kreis Hofgeismar 1968, S. 44 ff.
  3. Erich Israel, Die Tätigkeit der Arbeiterwohlfahrt im Kreis, in: Heimatjahrbuch für den Kreis Hofgeismar 1970, S. 33
  4. Heinrich Treibert, 150 Jahre Kreis Hofgeismar, in: Heimatjahrbuch für den Kreis Hofgeismar 1971, S. 29 ff.
  5. Region Kassel Land e.V. (Hrsg.), Unterwegs im Reinhardswald - 52 Wege und Ziele, Wolfhagen 2011

siehe auch

Wandern und Radwandern

Webcams

Webcams im Altkreis Hofgeismar:

Weblinks