Alte Kirche Allendorf-Eder

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Erstmals wurde Allendorf im Jahre 1107 in einer Schenkungsurkunde des Klosters Hersfeld urkundlich erwähnt.

Die Alte Kirche Allendorf ist eine gotische Kirche mit wuchtigem Chorturm aus dem Jahre 1496.

Inhaltsverzeichnis

Die Alte Kirche in Allendorf/ Eder

Alte Kirche Allendorf-Eder, Innenansicht.
Foto: Klaus Jungheim (Copyright: HNA)

"Diese Kirch ist neu Erbaut im Jahr 1496" liest man auf dem Portalstein der Alten Kirche von Allendorf (Eder). Unabhängig von der Frage eines Vorgängerbaues erfüllte die Steinkirche bereits vor der Reformation ihre Aufgabe als Ort des Gottesdienstes in Allendorf.

Annähernd 500 Jahre diente die Kirche den Bewohnern in wechselvollen Zeiten als Stätte der Andacht und Besinnung. Zwar Filialkirche zur Mutterkirche in Battenfeld, war sie doch schon immer Mittelpunkt des Ortes. Seit den 50er-Jahren des 20. Jahrhunderts aber trat die regelmäßige kirchliche Nutzung mehr und mehr in den Hintergrund. Sie endete 1965 mit der Einweihung der Neuen Kirche Auf dem Loh. Bereits 1970 war die Glocke aus dem Turm genommen worden, um in der neuen Friedhofskapelle Verwendung zu finden.

Von der politischen Gemeinde war Anfang der 70er-Jahre der Abriss der Kirche wegen ihres schlechten Zustands beschlossen. Quasi in letzter Minute, der Abrissbagger stand vor dem Kirchenschiff, gelang es verantwortungsbewussten Bürgern, unter Mitwirkung des zuständigen Bezirkskonservators, den Abriss zu verhindern. In der Folgezeit kam es zur Gründung des Kulturförderkreises, der seine wichtigste Aufgabe darin sah, die Alte Kirche zu erhalten und zu renovieren. Dank der tatkräftigen und finanziellen Unterstützung der heimischen Wirtschaft, besonders zu erwähnen ist das Engagement von Dr. h.c. Hans Viessmann, konnte die Kirche in den Jahren 1976 bis 1981 außen und innen renoviert werden.

Am 21. November 1981 wurde die Alte Kirche feierlich wieder der Öffentlichkeit vorgestellt. Die Kirche ist ein einschiffiger massiver Bau aus der Zeit der späten Gotik mit wuchtigem Chorturm, dessen flacher Helm (allseitig abgewalmt mit kurzem First) auf den Langseiten mit zwei Erkern besetzt ist. Die Kirche hat eine Gesamtlänge von 15 Metern und eine Breite von acht Metern. Der Turm ist 15 Meter hoch. Fenster und die Tür zeigen verschiedene Bau- und Stilepochen. Während die Fenster im Chor und in den Längsseiten des Schiffes gotische Elemente aufweisen, ist das große Fenster auf der Westseite und die Tür in der jetzigen Form späteren Ursprungs. Die Laibungen der Fenster und der Tür wurden in Buntsandstein ergänzt oder neu hergestellt. Ebenso war der Fußboden tiefer gelegt und mit Buntsandsteinplatten versehen worden.

Im Inneren wölbt sich über das Schiff ein von zwei Jochen gebildetes Kreuzrippengewölbe mit hölzernem Schluss-Stein. Es handelt sich hierbei wahrscheinlich um eine barocke Konstruktion etwa um 1700. Das Gratgewölbe über dem Chor wurde bei einer Renovierung 1948/49 erneuert. Die Emporen stammen aus zwei verschiedenen Epochen. Während an der älteren, hinteren Schnitzarbeiten sichtbar sind und die Brüstung offen gehalten ist, ist die Brüstung der vorderen Empore geschlossen und in einigen Feldern mit Malereien unterschiedlichen Alters versehen. Die jetzige Farbgebung des Kircheninneren erfolgte im Rückgriff auf die Befunde anlässlich einer Untersuchung durch den Kirchenmaler Meffert.

Aufgrund der Bemühungen des Kulturförderkreises wurde 1985 für die Friedhofskapelle eine neue Glocke beschafft, so dass die im Jahr 1774 gegossene Schneidewindglocke wieder an ihren angestammten Platz in der Alten Kirche zurückgebracht werden konnte. Seitdem läutet sie den Feierabend ein. Die Glocke hat ein Gewicht von rund 110 kg, einen Durchmesser von 560 mm und ist auf den Ton f gestimmt. Die Kirche wird für die unterschiedlichsten Veranstaltungen genutzt. Gottesdienste beider Konfessionen, aber auch Ausstellungen und musikalische Veranstaltungen finden statt.

Von Klaus Jungheim (HNA-Serie Unsere Kirchen)

Krimistunde in der Alten Kirche

„Fenster zur Ewigkeit“, heißt der erste Roman der Gemündener Pfarrerin Christina Jung. Es ist ein spannender Krimi voller Überraschungen, der am 26. Februar 2010 in der Alten Kirche Allendorf-Eder vorgestellt wurde. Ein Motiv aus Rosenthal ziert den Krimiband.

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