Alt-katholische Gemeinde

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In Kassel gibt es eine kleine für ganz Nord-Hessen und West-Thüringen zuständige Gemeinde der Altkatholischen Kirche mit etwa 120 Mitgliedern (Stand 2015).
Kirchenraum altkatholische-kirche-kassel.jpg

Heilige Messe / Gottesdienste

Die Gottesdienste und weitere Veranstaltungen finden im Johannes-Gemeindezentrum, Kassel, Friedrich-Ebert-Str. 111 statt. In der Regel werden die Gottesdienste als Eucharistiefeier am 1. Sonntag im Monat gefeiert. Außerdem werden Gottesdienste in Erfurt angeboten.

Seelsorge

Zuständige Seelsorger waren im Jahr 2015 Pfarrverweser Andreas Jansen sowie Pfarrer Hans-Jürgen van der Minde; unterstützt wurden sie durch Diakon Joachim Kuhn.


Kurzdefinition: Alt-katholisch

"Katholische und verheiratete Priesterin feiert ökumenisches Abendmahl in evangelischer Kirche". Dies ist Alltag in altkatholischen Gemeinden. Anders als es der Name "altkatholisch" suggeriert hat diese staatlich anerkannte, bunte Glaubensgemeinschaft moderne Strukturen etabliert. Sie ist synodal (demokratisch) aufgebaut, Bischof und Pfarrer werden von den Gläubigen gewählt. Hierbei steht das Priesteramt auch Frauen offen, ein Pflichzölibat gibt es nicht. Im Gegensatz zum Unfehlbarkeitsdogma der römisch-katholischen Kirche steht diese Glaubensgemeinschaft bewusst zur eigenen Fehlbarkeit. Dieses Dogma war übrigens Grund, dass sich die altkatholische Kirche Ende des 19. Jahrhunderts von der römischen Zentrale trennen mußte.

Dementsprechend sind alle anderen christlichen Konfessionen selbstverständlich willkommen zur Eucharistie. Besonders Geschiedene oder wie auch immer Gescheiterte auf der Suche nach Gott sollen sich in der altkatholischen Gemeinschaft aufgehoben fühlen. Die Gottesdienste werden von ordentlich geweihten Priestern im katholischen Ritus zelebriert, zu anderen Glaubensgemeinschaften (z.B. der evangelischen Kirche) besteht Offenheit und ökumenisches Miteinander.

Die altkatholische Gemeinde in Kassel ist im Gegensatz zu großen Pfarreien in Süddeutschland recht klein. Sie umfasst ganz Nordhessen und hat 120 Mitglieder.

Geschichte

Im Jahr 1870 definierte das 1. Vatikanische Konzil die Unfehlbarkeit des Papstes bei Ex-Cathedra-Entscheidungen in Fragen des Glaubens und der Sitten sowie den universalen Jurisdiktionsprimat, d.h. eine weltweite unmittelbare rechtliche Oberhoheit des Papstes über die gesamte katholische Kirche als Dogmen, d.h. als feste Glaubenssätze in der katholischen Kirche.

Gegen diese - von nicht wenigen Theologen und Gläubigen als "neue Lehren" empfundenen - Dogmen gab es in vielen Ländern eine starke Gegenbewegung, die sich auf die Grundsätze der "alten" Kirche berief und sich "alt-katholisch" nannte. Daraus entstand in Deutschland das Katholische Bistum der Alt-Katholiken.

Diese Kirche führte sehr bald Reformen durch, wie etwa die Volkssprache (also Deutsch) im Gottesdienst, Aufhebung der Zölibats-Pflicht für Priester, Mitsprache der Gläubigen auf allen Ebenen, ökumenische Öffnung zu Orthodoxen, Anglikanern und Evangelischen. Inzwischen sind auch alle Ämter der Kirche grundsätzlich für Frauen offen (auch das Bischofsamt), es wird bereits die Weihe von Frauen zu Diakoninnen und Priesterinnen praktiziert.

Weblinks und Quellen