Alt-Bringhausen

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Als die Edertalsperre in den Jahren 1908 bis 1914 gebaut wurde, dachte man noch nicht an die touristische Nutzung des Edersees. Die Talsperre wurde eher gebaut um der Weserschifffahrt auf der Weser und dem Mittellandkanal in den Sommermonaten ausreichend Wasser zuzuführen. Die Talsperre dient außerdem der Stromerzeugung.

Durch die Flutung verloren damals viele Menschen ihre Heimat. Die Dörfer Asel, Alt-Bringhausen und Alt-Berich wurden abgetragen und versanken in den Fluten.

Die Kirche in Bringhausen

Kirche in Bringhausen

Die heutige Bringhäuser Kirche stand ehemals im alten Dorf, das nach dem Bau der Edertalsperre geflutet wurde. Dort war sie im Jahr 1726 errichtet wurden. Im Jahr 1914 wurde sie abgebaut und verkleinert im neuen Dorf Bringhausen wieder errichtet.

Ein Dorf versinkt im See: 1907 verließen die ersten Familien Altbringhausen

Neuaufbau auf dem Daudenberg

Artikel in HNA-online vom 14.01.11

Das Dorf Bringhausen muss - wie Berich und Asel - dem Stausee weichen. Seinen Namen verdankt der Ort der Burg Bring. Bringhausen lag am Fuß des Burgberges, der auch heute noch zu sehen ist. Von der Burg selbst sind lediglich wenige Reste erhalten, die bei Niedrigwasser des Edersees auftauchen.

Vor der Flutung des Edertals: Die Bewohner Alt-Bringhausens feierten am 10. Juli 1910 ein Abschiedsfest in ihrem Dorf. Pfarrer Brandt erinnerte dabei an Geschichte des Ortes.

Im Sommer 1905 kündigt der Besuch von Beamten aus Hannover und Berlin das Ende von Altbringhausen an. 1907 verlassen die ersten Familien das Dorf. Am 10. Juli 1910 feiern die noch verbliebenen Einwohner ein Abschiedsfest. Gegen 14 Uhr setzt sich ein Zug durch den Ort in Bewegung, bestehend aus Mitgliedern des Krieger- und Gesangvereins, jungen Mädchen und Schulkindern. Pfarrer Brandt hält eine Ansprache, in der er an den Bau der nun schon überfluteten Ederbrücke erinnert und an die Waldstraße, die vom Dorf nach Gellershausen führt.

„Durch diese Verkehrsverbesserung ist das Dorf den Bewohnern noch lieber geworden“, stellt Brandt zurückblickend fest. Der örtliche Gesangverein singt etwas später ein Abschiedslied. Pfarrer Brandt lässt den Kaiser und das Waldecker Fürstenhaus hochleben. Nur ungern verlassen die Menschen ihre Heimat.

Im August 1912 ist der Neuaufbau von Bringhausen nahe dem Daudenberg, am Südufer des Edersees, beschlossene Sache. Die Trinkwasserversorgung im neuen Dorf ist im Oktober 1912 sichergestellt, die Ausschachtungsarbeiten für die Häuser beginnen im Februar 1913.

Edersee-Atlantis

Aufgetaucht: Die Aseler Brücke auf dem Grund des Edersees bei Niedrigwasser.

Wenn der Edersee Niedrigwasser führt, kann man die alte, etwa 60 m lange Eder-Brücke des versunkenen Ortes Asel sehen, die zwischen 1887 und 1890 erbaut wurde. Auch Teile der alten Dörfer werden dann wieder sichtbar.

Die Auflösung der ehemaligen Gemeinden zog sich damals über sechs Jahre hin, aber die 155 Gebäude wurden an nur einem Tag dem Erdboden gleich gemacht. Die etwa 900 Dorfbewohner im alten Edertal nahmen vieles mit, selbst Teile ihrer Fachwerkhäuser, die beim Bau der neuen Häuser wieder eingearbeitet wurden und auch die Kirchen von Bringhausen und Berich wurden abgetragen und in den neuen Ortschaften wieder errichtet.

Asel und Bringhausen enstanden oberhalb des Edersees neu, Neu-Berich - heute ein Stadtteil von Bad Arolsen - in der Nähe von Volkmarsen.

Literatur

  • Uli Klein, 100 Jahre Mythos Edersee - Tränen, Bomben, Paradies - Das Buch zur Serie der HNA, Wartberg-Verlag 2010

Der Edersee war Anfang des 20. Jahrhunderts der größte Talsperrenstausee Europas. Historische, teilweise bislang nicht veröffentlichte Fotos dokumentieren die Entstehung des Edersees und der Talsperre vor etwa 100 Jahren.

siehe auch

Weblinks