Alt-Berich

Aus Regiowiki
Wechseln zu: Navigation, Suche
Berich im Edertal.
(Archivfoto: nh)

Als die Edertalsperre in den Jahren 1908 bis 1914 gebaut wurde, dachte man noch nicht an die touristische Nutzung des Edersees. Die Talsperre wurde eher gebaut um der Weserschifffahrt auf der Weser und dem Mittellandkanal in den Sommermonaten ausreichend Wasser zuzuführen. Die Talsperre dient außerdem der Stromerzeugung.

Durch die Flutung verloren damals viele Menschen ihre Heimat. Die Dörfer Asel, Alt-Bringhausen und Alt-Berich wurden abgetragen und versanken in den Fluten.

Das alte Edertal

Wenn der Edersee Niedrigwasser führt, kann man die alte, etwa 60 m lange Eder-Brücke des versunkenen Ortes Asel sehen, die zwischen 1887 und 1890 erbaut wurde. Auch Teile der alten Dörfer werden dann wieder sichtbar.

Die Auflösung der ehemaligen Gemeinden zog sich damals über sechs Jahre hin, aber die 155 Gebäude wurden an nur einem Tag dem Erdboden gleich gemacht. Die etwa 900 Dorfbewohner im alten Edertal nahmen vieles mit, selbst Teile ihrer Fachwerkhäuser, die beim Bau der neuen Häuser wieder eingearbeitet wurden und auch die Kirchen von Bringhausen und Berich wurden abgetragen und in den neuen Ortschaften wieder errichtet.

Asel und Bringhausen enstanden oberhalb des Edersees neu, Neu-Berich - heute ein Stadtteil von Bad Arolsen - in der Nähe von Volkmarsen.

Edersee bei Niedrigwasser

Mauerreste von Alt-Berich

Besonderes Interesse weckt der Edersee immer dann, wenn der Wasserstand besonders niedrig ist. In diesem Fall werden zahlreiche alte Bauwerke und Ruinen sichtbar, die sonst unter dem Wasser verborgen sind.

Wenn der Edersee Niedrigwasser führt, kann man die alte Eder-Brücke des versunkenen Ortes Asel sehen. Auch Teile der alten Dörfer werden dann wieder sichtbar.

Zu diesen Bauwerken gehören z.B. die Aseler Brücke und die Trümmer von Berich.

Eisenerzverhüttung

Im 18. und 19. Jahrhundert wurde das bei Adorf gewonnene Eisenerz über den Eisensteinweg bis zur Bericher Hütte bei Nieder-Werbe im Edertal gebracht und dort – bis zur Einstellung des Betriebs im Jahre 1875 - weiterverarbeitet. Bis zu 10 Wagenfuhren pro Tag wurden über den Waldecker Berg bei Korbach zu den Bericher Hammer- und Hüttenwerken transportiert.

Mit der Schließung der Bericher Hütte um 1875 war die frühe Eisenindustrie in der Region beendet.

Mit dem Bau der Edertalsperre mussten dann auch die Bericher Hütte und der Nieder-Werber Hammer endgültig für dieses Projekt weichen, da sie alle im Bereich des künftigen Stausees lagen.

Literatur

  • Uli Klein, 100 Jahre Mythos Edersee - Tränen, Bomben, Paradies - Das Buch zur Serie der HNA, Wartberg-Verlag 2010

Der Edersee war Anfang des 20. Jahrhunderts der größte Talsperrenstausee Europas. Historische, teilweise bislang nicht veröffentlichte Fotos dokumentieren die Entstehung des Edersees und der Talsperre vor etwa 100 Jahren.

siehe auch

Weblinks