Alheimer Kaserne

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Die letzten Wehrpflichtigen der Alheimer-Kaserne.
Rotenburg an der Fulda ist seit Januar 1962 Standort der Bundeswehr. Die ersten Soldaten waren im Dezember des Jahres 1961 in die damals neu gebaute Alheimer-Kaserne eingezogen. Das Verteidigungsministerium hatte im Oktober 2011 beschlossen, die Alheimer-Kaserne in Rotenburg zu schließen.

Zeittafel

  • 1956: Bürgermeister Kurt Dorr lotete in der Bundeshauptstadt Bonn die Möglichkeiten aus, ob Rotenburg wieder Garnisonsstadt werden könnte. Schon im 19. Jahrhundert waren Soldaten in der Fuldastadt stationiert. Nachdem die Stadtverordneten am 31. Januar 1958 für den Aufbau einer Garnison stimmten, wurde am Silberberg mit dem Bau begonnen.
  • 1962: Die neu erbaute Kaserne wurde am 23. Januar feierlich ihrer Bestimmung übergeben. Mehr als 3000 Einwohner hießen die Soldaten des Panzergrenadierbataillons 51 in Rotenburg willkommen. Ihren Namen erhielt die Alheimer-Kaserne aber erst vier Jahre später. Er erinnert an das Ehrenmal auf dem Alheimer, an dem alljährlich der Gefallenen beider Weltkriege gedacht wird.
  • 1976: Das Jägerbataillon 56 zieht ebenfalls in die Kaserne ein. Damit sind am Standort etwa 1200 Soldaten stationiert. So viele werden es nie wieder sein. Dazu gehörten auch kleinere Verbände wie die 18. Kompanie des Luftwaffen-Fernmelderegiments 32, das den Luftraum über Osthessen überwachte.
  • 1980: Rotenburg musste zum ersten Mal von einem großen Verband Abschied nehmen: Das Jägerbataillon wurde aufgelöst, zugleich erhielt das Panzergrenadierbataillon die neue Nummer 52.
  • 1998: Erstmals nahmen Panzergrenadiere aus Rotenburg an einem Auslandseinsatz teil. Die 17 Soldaten wurden in Bosnien eingesetzt.
  • 2001: Bundesverteidigungsminister Rudolf Scharping (SPD) kündigt an, die Alheimer-Kaserne im Zuge der Bundeswehrreform zu schließen. Es gab massive Proteste gegen das Vorhaben. Schließlich wurde das Verteidigungsministerium umgestimmt, und die Kaserne blieb erhalten. Schon damals lief die Sanierung des Standorts, dessen Gebäude nach 40 Jahren marode waren.
  • 2006: Das Panzergrenadierbataillon 52 wurde Ende März endgültig aufgelöst. Zugleich zog ein neuer Verband in die Alheimer-Kaserne ein: das Führungsunterstützungsbataillon 286. Die Fernmelder waren in den Folgejahren regelmäßig im Auslandseinsatz, vor allem in Afghanistan und im Kosovo. Verluste gab es erfreulicherweise nicht. Als weiterer Verband zogen mehrere Kompanien des Feldjägerbataillons 251 in Rotenburg ein. Im Zuge der Kasernensanierung verfügt das Feldjägerdienstkommando über die modernsten Einrichtungen ihrer Art in der Bundeswehr.
  • 2011: Verteidigungsminister Thomas de Maizière (CDU) legt im Oktober seine Bundeswehrreform vor: Obwohl die Alheimer-Kaserne gerade teuer saniert wird (das Ministerium spricht von 27,5 Millionen Euro, andere Quellen sprechen sogar von 40 Millionen), wird die Kaserne aufgegeben. Auch Proteste ändern an der Entscheidung nichts.
  • 2014: Jeden Monat werden mehr Soldaten des Führungsunterstützungsbataillons auf andere Einheiten verlegt. Am Tag der offiziellen Auflösung betrug die Tagesantrittsstärke des Bataillons noch knapp 100 Soldaten. Bis 31. Mai 2015 verlassen dann die letzten Führungsunterstützer die Alheimer-Kaserne. Auch die Feldjäger sollen bis dahin abziehen, um die Kaserne für eine bislang unklare zivile Nutzung zu übergeben.

Leben in der Kaserne

Zunächst zog damals das Panzergrenadierbataillon 51, später 52, von Schwarzenborn in die neue Kaserne nach Rotenburg. Die Panzergrenadiereinheit wurde 2006 aufgelöst. Als Ersatz wurde das Führungsunterstützungsbataillon 286 neu aufgestellt. Es handelt sich um eine Fernmelde-Einheit, sozusagen die Telekom der Bundeswehr. Seit mehreren Jahren sind Rotenburger Soldaten auch im Ausland im Einsatz, unter anderem in Afghanistan. Zwischendurch waren in der Alheimer-Kaserne auch ein Jägerbataillon und eine Luftwaffeneinheit stationiert. Zum Standort gehören heute etwa 550 Soldaten, 150 davon sind Feldjäger. Rotenburg ist seit zwei Jahren Sitz des Feldjägerdienstkommandos, der für ganz Hessen zuständigen Militärpolizei.[1]

Schließung

Im Zuge der Bundeswehrreform 2011 wird die Kaserne geschlossen. Wie lange es dauern soll, bis der Standort komplett aufgegeben wird, ist abernoch unklar. Zum 50. Jubiläum des Standorts Rotenburg war für das Frühjahr 2012 ein Fest mit Großem Zapfenstreich geplant.In den vergangenen Jahren wurden etwa 42 Millionen Euro in die Kaserne investiert. Insgesamt sollten noch über 60 Euro Millionen unter anderem in ein neues Wirtschaftsgebäude investiert werden, um den insgesamt rund 300 Hektar Fläche umfassenden Standort zukunftsfähig zu machen. Doch eine Zukunft hat die Kaserne jetzt nicht mehr. Auch die gesamte Region hat bisher finanziell von der Bundeswehr in der Alheimer-Kaserne profitiert. In älteren Erhebungen war von bis zu 30 Millionen Euro jährlich die Rede, die in die Region fließen. Die Schließungspläne haben im Landkreis Hersfeld-Rotenburg Erschütterung und Verständnislosigkeit ausgelöst. Rotenburg erwartet nun negative Auswirkungen auf Steuereinnahmen und Schlüsselzuweisungen.[2] Am 12. Juni 2012 gab Verteidigungsminister Thomas de Maizière (CDU) bekannt, dass die Kaserne im ersten Quartal 2016 geschlossen wird. Bisher war man in der Rotenburger Kaserne von einer Schließung im Mai 2015 ausgegangen. Im Sommer 2015 soll mit dem Abzug der Soldaten begonnen werden.[3]

siehe auch

Video: Letzter Schützenpanzer Marder verlässt die Alheimerkaserne Rotenburg

Weblinks und Quellen

  1. Aus HNA.de vom 18. September 2014: Chronik der Alheimer-Kaserne: Die Geschichte eines Bundeswehrstandorts
  2. Aus HNA vom 8. November 2011: Bundeswehrstandort Rotenburg: Sondersitzung des Kreistags
  3. Aus HNA.de vom 12. Juni 2012: Alheimer-Kaserne bleibt bis 2016