Alfred Hesse

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Berühmte Mündener

Alfred Hesse

Alfred Hesse (1889-1955) in einem Selbstportät aus dem Jahr 1944, Repro:nh

Er hielt das Schöne, das er sah, nicht nur im Bild fest, er sorgte auch dafür, dass sein Umfeld schöner wurde. Der 1889 in Hann. Münden geborene Maler und Grafiker Alfred Hesse setzte sich als Ortsheimatpfleger auch für ein attraktives Äußeres seiner Stadt ein. Er leistete in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts, als viele Fachwerkhäuser hinter Putz oder einer Bretterverkleidung gar nicht zur Geltung kamen, unermüdlich Überzeugungsarbeit bei den Eigentümern, dass sie das Fachwerk doch wieder freilegen mögen.

Unter anderem durch Hesses Engagement wurden nach dem Krieg 260 Häuser instandgesetzt und 60 Fassaden von Verputz oder Behang befreit. Seiner Heimat war der Künstler stets verbunden, wie auch seine erste Mappe mit Steindrucken belegt, die der 20-Jährige 1909 anfertigte: Die Motive stammten allesamt aus dem alten Münden. In die Stadt, in der er als eines von fünf Kindern der Familie geboren worden war, zog es Alfred Hesse immer wieder zurück. Obwohl er hier als Kind schwere Tage erlebt hatte: Als er zehn Jahre alt war, starb seine Mutter, fast genau ein Jahr darauf musste der Junge Abschied von seinem Vater nehmen und kam zu seiner Großmutter nach Luzern. Nach dem Schulabschluss kehrte er in seine Geburtsstadt zurück. In Kassel besuchte er die Königliche Kunstgewerbeschule und erhielt eine Ausbildung zum Grafiker, parallel war er Geselle beim Maler.

Unterbrochen durch den Militärdienst und den Einsatz im Ersten Weltkrieg, bei dem Hesse schwer verwundet wurde, trieb der junge Künstler seine Karriere unbeirrt voran. Neben ungezählten Lithographien reichten seine Fertigkeiten von Aquarell- über Temperatechniken bis hin zu Ölbildern. Was Kunstkenner an seiner Arbeitsweise hervorheben, ist die zarte, feine Linienführung. Einen einheitlichen Gesamtton für seine Farbbilder erreichte er durch behutsame Abstufungen zwischen den Farben.