Alfred Götte

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Alfred Götte (1916 - 2005) war zu Lebzeiten Zahnarzt in Grebenstein. Als Kunstschaffender leitete er in den Jahren 1968 bis 1984 über 15 Jahre hinweg den Kunstkreis Hofgeismar.

Ausstellung 2010 im Stadtmuseum Hofgeismar

Aus einem Artikel in HNA-online vom 7.7.2010:

Hofgeismar. Zwei bedeutende Ausstellungen mit namhaften Künstlern der Region sind im Stadtmuseum Hofgeismar eröffnet worden. Zum einen werden bis zum 12. September Werke von Theodor Rocholl gezeigt, zum anderen Zeichnungen von Alfred Götte. Im Hauptgebäude begegnet der Besucher der Museumssammlung von Reinhardswaldmotiven des in seiner Zeit hochberühmten Malers Theodor Rocholl (1854 - 1933). Diese durch ein Dutzend Neuerwerbungen verstärkte Annäherung an die Reinhardswaldregion ist, so eine Besucherin, „wert, in einem Schloss gezeigt zu werden“.

Im Mittelpunkt der Eröffnungsansprache durch Museumsleiter Helmut Burmeister stand allerdings ein anderer „Freund“: Der ehemalige Grebensteiner Zahnarzt Alfred Götte (1916 - 2005), der zu Lebzeiten dem Museum eng verbunden war. Götte studierte schon während seiner Oberstufenzeit sechs Semester Kunst an der Akademie in Kassel und blieb dieser Leidenschaft - auch nach dem Zahnmedizinstudium - zeitlebens kreativ und nach neuen Ausdrucksformen suchend treu. Entscheidend war für ihn nie der „Wert“ eines Bildes, sondern allein die gelungene Zwiesprache des Künstlers mit dem Betrachter.

Mit mehr als 170 Künstlern des In- und Auslandes war Götte sehr eng verbunden. Als Vorsitzender des von ihm ab 1968 bis 1984 geführten und neu organisierten „Kunstkreis Hofgeismar e.V.“ förderte er den Austausch von Ausstellungen innerhalb Deutschlands, lud Künstler aus Osteuropa und sogar Afrika zu Darbietungen ihrer Kunst ein.

Götte war durch großen persönlichen Einsatz ein Wegbereiter der Verständigung mit Israel und seinen Kunstschaffenden. Rund 300 Ausstellungen wurden von ihm organisiert; die „Galerie am Markt“ war zu seiner Zeit ein ganz außergewöhnlicher Anziehungspunkt in Hofgeismar. Dort gelang es Götte, alle individuellen Widerstände zu überwinden und die Künstler der Region zu gemeinsamem Tun zu veranlassen. Götte habe sich - so Burmeister - „um Hofgeismar verdient gemacht“.

Schönheit der Schöpfung
Die Ausstellung zeigt eine Auswahl aus dem graphischen Werk des „von Kunst und Kunstschaffen besessenen Götte“, von Farbkompositionen zu Tuschzeichnungen und zu den in den malerischen Mitteln auf einen Schwerpunkt reduzierten Werken. Diese aus seinem großen Nachlass ausgewählten Beispiele wurden früher nicht gezeigt, weil Götte damals unsicher war, ob die Menschen „die Schönheit der Schöpfung“ ( Götte ) in den Abstraktionen erkennen würden. Vierzig Jahre später haben die Menschen dieses Wiedererkennen erlernt; die Besucher begegnen im Stadtmuseum Hofgeismar einem großen Künstler. (ur)