Albert-Schweitzer-Schule (Hofgeismar)

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ASS 2012

Die Albert Schweitzer – Schule (ASS) Hofgeismar ist das Oberstufengymnasium in der Stadt Hofgeismar. Seit langer Zeit ist die Schule eine der deutschen Unesco-Projektschulen. 1995 wurde die ASS zum ersten Mal in das Europaschulprogramm des Landes Hessen als assoziierte Schule aufgenommen.

Geschichte

Die höhere Schule

Die "höhere Schule" in Hofgeismar war zunächst im heutigen Rathaus am Markt untergebracht. Mitte des 19. Jahrhunderts wurde das ehemals zweigeschossige Bauwerk aufgestockt und umgestaltet und diente dann lange Jahre als Schulhaus.

Ein Foto aus der Zeit vor der Umgestaltung des Eingangsbereichs: die ASS in Hofgeismar

In das Erdgeschoss zog nach der Umgestaltung im Jahre 1856 die Stadtverwaltung, im ersten Obergeschoss wurden zunächst die Realklasse, ab 1872 dann die Klassen der "höheren Bürgerschule" untergebracht, woraus sich später ein Progymnasium und schließlich das Realgymnasium der Stadt entwickelte. Bereits ab dem Jahre 1923 beanspruchte das Realgymnasium mit gymnasialer Oberstufe den gesamten Rathausbau.

Auch nach dem Zweiten Welkrieg blieb die Schule zunächst weiterhin im Rathaus untergebracht, es wurde allerdings auch in anderen Gebäuden der Stadt unterrichtet.

Im Jahre 1953 konnte dann nach der Einweihung des sog. Klassenhauses ein neues Schulhaus an der Magazinstrasse bezogen werden. Aufgrund der Initiative des damaligen Oberstudiendirektors Dr. Fritz Hofmann erhielt die Schule ihren heutigen Namen "Albert Schweitzer - Schule".

In einer Festschrift der Schule aus dem Jahre 1956 äußerte sich auch der damalige Landrat über die "Bildungsanstalt" des Kreises mit seinerzeit etwa 750 Schülerinnen und Schülern und 46 Lehrern. Er hob hervor, dass damals von etwa 7000 schulpflichtigen Kindern im ehemaligen Kreis Hofgeismar etwa 10 Prozent die "höhere Schule" in der ehemaligen Kreisstadt Hofgeismar besuchten.


Aus der HNA vom 21.06.2006:

Latein spart Militärzeit

Eineinhalb Jahrhunderte höhere Bildung in Hofgeismar

Am 23. und 24. September dieses Jahres (Anm.: 2006) feiert die Albert-Schweitzer-Schule Hofgeismar ein Jubiläum: 150 Jahre weiterführende Schule. ...

1856 genehmigte die Kurhessische Regierung die Einrichtung von „Realklassen“, die im Rathaus untergebracht wurden.

In den folgenden Jahren kam es zu zahlreichen Veränderungen der Schulorganisation. Seit 1872 wurde die Hofgeismarer Schule als „Berechtigte Höhere Bürgerschule“ bezeichnet, seit 1878 als „Realschule erster Ordnung“. Diese Bezeichnung war für die Absolventen von großer Bedeutung. Durch das Bestehen der Abschlussprüfung reduzierte sich ihre Dienstzeit beim Militär auf ein Jahr. Da die Schüler ab der Klasse 5 Lateinunterricht erhalten hatten, konnten die „Einjährigen“ aber auch an einem Gymnasium – etwa in Kassel – ihr Abitur machen. ...

Die Gesamtzahl der Schüler lag am Ende des 19. Jahrhunderts bei knapp 100, d.h. pro Jahrgang wurde nur eine Klasse eingerichtet. ...

Unter den Hofgeismarer Schülern, die 1926 ihr Abitur bestanden, waren auch drei Mädchen. ...

Bereits vor dem 1. Weltkrieg waren Pläne zum Bau eines eigenen Schulgebäudes erarbeitet worden. Aus finanziellen Gründen ließen sie sich aber nicht verwirklichen. Die Schule blieb weiterhin im Rathaus untergebracht, nach 1945 wurde allerdings in mehreren Gebäuden in der Stadt unterrichtet. Erst 1953 konnte der Neubau der Schule in der Magazinstraße eingeweiht werden, die zu diesem Zeitpunkt auf Initiative des damaligen Direktors Dr. Fritz Hofmann ihren heutigen Namen Albert-Schweitzer-Schule erhielt.

Hessen-Campus

Mit einer fröhliche Feier zur Einweihung des "Hessen-Campus" in Hofgeismar sorgten nach einem Bericht in HNA-online vom 06.10.11 Schüler der Herwig-Blankertz- und der Albert-Schweitzer-Schule für eine lockere und kurzweilige Atmosphäre in der lichten neuen Glashalle des Hessen Campus. Hier entstand ein eindrucksvolles Foyer und der Eingang zu den Schulgebäuden besticht durch Helligkeit und Großzügigkeit.

Im "Hessen-Campus" an der Hofgeismarer Magazinstraße sind das Oberstufengymnasium Albert-Schweitzer-Schule (ASS), die Kreisberufsschule Herwig-Blankertz-Schule (HBS), die Volkshochschule Region Kassel sowie die Arbeitsförderungs-Gesellschaft Landkreis Kassel (AGIL) untergebracht. 32 Millionen Euro wurden in das Schulzentrum investiert, in dem insgesamt mehr als 1600 Schüler unterrichtet werden.

Literatur

  • Alt-Hofgeismar, Bilder aus einer vergangenen Zeit 1870 - 1925, herausgegeben und erläutert von Helmut Burmeister und Klaus-Peter Lange, Hofgeismar 1979
  • Artikel "Latein spart Militärzeit - Eineinhalb Jahrhunderte höhere Bildung in Hofgeismar" in der HNA vom 21.6.2006
  • Festschrift "Von der Rathausschule zur Albert Schweitzer - Schule, 1856 - 1956"
  • Katharina Thiersch, Stadtsanierung und Denkmalpflege in Hofgeismar, in: Hessische Heimat - Sonderheft Hofgeismar -, Juni 1978, S. 41 ff.
  • Franz Kersting, Umbau und Erneuerung des historischen Rathauses, in: Hessische Heimat - Sonderheft Hofgeismar -, Juni 1978, S. 47 ff.

siehe auch

Weblinks