Ahle Kasseler Klowesabendgedichte

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Begegnet man am Nikolausabend (6. Dezember) maskierten Kindern mit Säckchen über dem Rücken, dann sind die Klöwesse unterwegs und es ist wieder Klowesowend. Mit kurzen Gedichtchen, "Ich bin ein kleiner König, gebt mir nicht zu wenig..." werden spendierfreudige Leute aufgesucht und mit kleinen Köstlichkeiten (manchmal auch „Mohrenköbbe“ oder sonstiges Schnuckewerk) kehren die Kinder wieder nach Hause zurück.

Ein beliebtes Verslein war: "ich bin die/der kleine Digge un' winsche euch viel Gligge, ich winsche euch 'nen langes Lääwen, missd mäh au 'nen Groschen gääwen."

Früher stellten Metzger extra für den Klowesowend kleine Blut- und Leberwürste her.

AHLE KASSELER KLOWESABENDGEDICHTE

Schorsche Winter

Zusammengetragen von Schorsche Winter, Kassel

In den letzten Jahren sieht man an den Nikolausabenden immer weniger Klöwese ( wie wir hier in Nordhessen sagen) auf den Straßen und auch an den Wohnungstüren. Wir hatten uns jedesmal gut vorbereitet, aber es gab Abende, da kam nicht ein einziger.

Um nun die alten Verse und Reime der früheren Klöwese wach zu erhalten, habe ich gedacht,daß ich mit Euerer Hilfe die Gedichte sammeln und hier festhalten kann, um sie der Nachwelt zu erhalten.. Wenn Ihr noch ein paar Gedichte aus unserer Kinder-und Jugendzeit kennt,so schreibt sie bitte an unsere EMailadresse unter: Schorsche-Maria-Kassel@t-online.de ich werde sie dann hier mit einbauen.

ALSO LOS !!!


  • Ich bin der kleene Dicke, un wünsche euch viel Glügge.

Ich wünsche euch en langes Lewen, müsst mä auch was scheenes geben.


  • Ich bin der lange Jochen, un bete alle Wochen,

hon weiter nix als Sauerkraut un abgeleckte Knochen


  • Ich bin der Vatter Knull, un hon nen scheiwes Mull,

geh jeden Tag uff de Parade, doch min Mull, das wird nit grade.
(Parade: tägliches kaiserliches Militärkonzert an der Schönen Aussicht.)


  • Ich, der Henner, un noch so`n paar Maden,mä wurden uff de Polente geladen.

Drei Tache Loch, awer Äppel klauen mä doch.


  • Ich bin nen armer Sack, un werde niemals satt.

Min Herd is meistens uss, drum rückte mo was russ.


  • Ich komme us Bonn, un will was hon.


  • In Wattenbach, in Wattenbach, do baden sich de Gänse.

da kimmt der scheiwe Däterich, un schlägt se uff de Schwänze.


  • Ich bin der kleene Keenich, gebt mä nit so wenich,

loßt mich nit so lange stehn, denn ich muß noch weiter geh`n.


  • Ich bin der kleene Frosch, gebt mä mo nen Grosch,

gebt mä `n Stücke Speck, dann hüpp ich widder weg.


  • Ich bin nen armer Sünder, hon 99 Kinder,

und eine böse Frau, die schlägt mich blitzeblau.

siehe auch


-- Schorsche Winter 19:15, 21. Jul. 2011 (CEST)Schorsche-Maria-Kassel@t-online.de