Adorf

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Platz an der Kirche in Adorf

Adorf ist ein Ortsteil der Gemeinde Diemelsee im Landkreis Waldeck-Frankenberg mit etwa 1.670 Einwohnern.

Geografie

Der Ort liegt etwa 11 km nordwestlich von Korbach entfernt.

Geschichte

Aus der Ortsgeschichte

Tafel mit Informationen zur Ortsgeschichte
Brunnen in Adorf

Adorf wurde bereits im Jahre 1120 erstmals urkundlich erwähnt und war im Mittelalter ein mit Mauern und drei Toren befestigter Marktort, in dessen Mitte sich eine 1335 erbaute Burg befand, von der nur noch wenige Reste erhalten geblieben sind.

Markttage waren einst an Palmsonntag, an Himmelfahrt, am Kirchweihtag (des hl. Johannes - 24. Juni) und am Gallustag (16. Oktober).

Der grosse Viehmarkt wurde im vorigen Jahrhundert auf den Dansenberg verlegt.

Im Jahre 1971 entstand im Zuge der hessischen Gebietsreform die Gemeinde Diemelsee durch den freiwilligen Zusammenschluss bis dahin selbständiger Orte. Sitz der Gemeindeverwaltung ist Adorf, zugleich der größte Ortsteil.

Im Bereich von Adorf, Vasbeck und Wirmighausen befindet sich heute eine der größten Windpark-Anlagen in Hessen.

Rhene-Diemeltal-Bahn

Die Rhene-Diemeltal-Eisenbahn wurde von 1873 bis 1875 als erste Eisenbahnlinie im Fürstentum Waldeck gebaut um die Eisengruben bei Adorf zu erschließen und führte von Martenberg bei Adorf nach Bredelar an der Oberen Ruhrtalbahn.

An die Bahnstrecke waren die Gruben Martenberg, Eckefeld und Christiane im Rhenetal und Reinhard im Diemeltal angeschlossen, bevor die Bahn im Jahre 1923 stillgelegt wurde. Ab 1937 wurde auf der alten Trasse eine Grubenbahn der Mannesmann AG angelegt, die bis 1963 in Betrieb war.

Kirchen

Ev. Kirche

Die romanische Basilika St. Johannis in Adorf gehört zu den ältesten im nördlichen Waldeck. Bis zum Jahr 1215 war hier der Sitz eines Archidiakonats, zu dessen Amtsbereich neben Adorf die Pfarreien in Heringhausen, Flechtdorf, Schweinsbühl, Eimelrod und Usseln gehörten, bevor die Pfarrei dem Archidiakonat Horhusen (heute Niedermarsberg) eingegliedert wurde. Horhusen (Niedermarsberg) war Hauptort eines bis weit in die Grafschaft Waldeck reichenden kirchlichen Archidiakonats.

Die Kirche in Adorf wurde dem heiligen Johannes dem Täufer geweiht. Sie war früher eine Wehrkirche (wahrscheinlich als Gründung des Klosters Corvey) und entstand vermutlich zwischen 1180 und 1190 als Gewölbebasilika. Der fast fensterlose Kirchturm weist Ähnlichkeiten mit Türmen aus dem 11. und 12. Jahrhundert im benachbarten Westfalen auf.

Im Hauptschiff der heute evangelischen Pfarrkirche steht ein Standbild von Martin Luther, das der in Adorf geborene Bildhauer Ernst Paul geschaffen hat.

Kath. Kirche

Die katholische Kirche in Adorf wurde im April 1951 nach knapp einjähriger Bauzeit geweiht und dem Patronat der Schmerzensreichen Gottesmutter (Mater dolorosa) anvertraut.

Kuratus Koch bezog damals als erster das kleine Wohnhaus an der Kirche und kümmerte sich um die Gemeinde. Die Kirche ist eine so genannte Filialkirche der katholischen Kirchengemeinde St. Marien in Korbach, der sie kirchenrechtlich seit 1984 zugeordnet ist. Bis Mitte der 40er Jahre gehörten nur wenige Katholiken im Adorfer Raum zur Gemeinde. 1946 fanden viele Flüchtlinge und Heimatvertriebene, vor allem aus dem Sudetenland, in Adorf und den umliegenden Orten eine neue Heimat.

Viele Neubürger aus Polen, Osteuropa und der ehemaligen Sowjetunion fassten vor gut 15 Jahren Fuß in der Adorfer Gemeinde. Im Kirchenstuhl hängt eine Glocke aus dem Jahre 1797, die wahrscheinlich aus Bontkirchen stammt. In der Inschrift heißt es: „Mein Ruf bedeutet Gottes Ehr, wie auch zur Schul und Kinderlehr’”.

Literatur

Persönlichkeiten

Radwandern

Drei-Seen-Radrundfahrt

Fahrtroute: Korbach Lelbach, Rhena, Bömighausen, Neerdar, Usseln, Willingen, Schwalefeld, Bontkirchen, Diemelsee, Heringhausen, Rhenege, Adorf, Vasbeck, Canstein, Udorf, Kohlgrund, Rhoden, Dehausen, Ammenhausen, Herbsen, Külte, Wetterburg, Twistesee, Braunsen, Elleringhausen, Niederwaroldern, Höringhausen, Strothe, Korbach.

Quelle: RV 1896 Korbach e.V.

Sehenswürdigkeiten

Bergarbeiter-Denkmal in Adorf

Geofoyer

Das Geofoyer in Diemelsee-Adorf erlaubt einen unfassenden Blick in fast 400 Millionen Jahre Erdgeschichte.

Weitere Sehenswürdigkeiten

siehe auch

Tradition

Vereine

Weblinks




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