Abterode

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Ev. Kirche in Abterode
Abterode - Ortsansicht mit der ehem. Synagoge

Abterode ist ein Ortsteil der Gemeinde Meißner im Werra-Meißner-Kreis in Nordhessen und Sitz der Gemeindeverwaltung.

Geschichte

Ruthard, Abt des Klosters Fulda gründete um 1076 im Meißnervorland die Abtei "Abbetesrode" mit der Klosterkirche, die dem heiligen Vincentius und dem heiligen Bonifatius geweiht war. In diesem Bereich entstand im Laufe der Zeit eine ringförmige Ansiedlung, die im Zuge der Reformation protestantisch wurde.

Der erste protestantische Pfarrer in Abterode war der ehemalige Franziskanermönch Burkhard Waldis (um 1490 in Allendorf geboren), der bis zu seinem Tod im Jahre 1556 eine Sammlung von 400 gereimten Fabeln verfasste. Nach seinem Übertritt zum Protestantismus entstand auch ein Reformationsdrama, die „Parabell vam vorlorn Szohn“.

Die auf einer Anhöhe errichtete "Totenkirche" (am östlichen Ortsausgang) wurde zu Beginn des 19. Jahrhunderts zerstört. Während der rechteckige gewölbte Chor der alten Pfarrkirche von Abterode schom im 14. bis 15. Jahrhundert errichtet wurde, stammen das einschiffige Langhaus und der Westturm von 1523. Heute ist noch die Ruine der ehemaligen Kirche erhalten.

Ein jüdischer Friedhof am Ort ist seit dem 17. Jahrhundert belegt. Die ehemalige Synagoge entstand um 1830. Beim Novemberpogrom im Jahre 1938 (nach Berichten bereits am Abend des 8. November 1938) wurde die Synagoge im Inneren völlig verwüstet, das Gebäude selbst aber nur leicht beschädigt. Abteröder Juden wurden mißhandelt, verhaftet und nach Eschwege transportiert.

Das Gebäude der ehemaligen Synagoge wurde anlässlich der 900-Jahrfeier von Abterode im Jahr 1976 im Außenbereich renoviert.

Zahlreiche weitere Informationen zur Ortsgeschichte unter:

Kirche

  • Bei der evangelischen Kirche in Abterode steht die uralte Freya-Linde. Die evangelische Kirchengemeinde gehört zum Kirchenkreis Eschwege.
  • Die katholische Kirchengemeinde St. Antonius Abterode gehört zum Pastoralverbund "St. Gabriel" Werra-Meißner im Dekanat Eschwege-Hersfeld.

Grube Gustav

Grube Gustav - ehem. Sprengstofflager
Kirchenruine Abterode, die sog. "Totenkirche"

Das Besucherbergwerk in der ehemaligen "Grube Gustav", nahe der ehemaligen Bergarbeitergemeinde Abterode im schönen Höllental gelegen, bietet Einblicke in die ehemals harte Bergmannsarbeit.

Seit dem 16. Jahrhundert wurde hier Kupferschiefer gefördert, bevor das Bergwerk im Jahre 1968 stillgelegt wurde.

Seit dem Jahre seit 1986 wurde das Besucherbergwerk "Grube Gustav" im Höllental eingerichtet.

siehe auch

Wandern

Premiumwanderweg P2 Meißnerland - 22 km

Weblinks



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