200 Jahre Henschel

Aus Regiowiki
Wechseln zu: Navigation, Suche
200 Jahre Henschel

Bilder aus der Henschel-Geschichte | Personen - Lokomotiven

Geschichte: 1810-1860 | 1861-1910 | 1911-1960 | 1961-2010


Henschel feiert 200. Geburtstag

Aus einem Artikel in HNA-online vom 14.3.2010 von Thomas Siemon

Kassel. Es ist ein außergewöhnlicher Firmengeburtstag, der entsprechend gefeiert wurde. Der 28. Juni 1810 ist als Gründungsdatum der Firma Henschel in die Geschichte eingegangen. Damals legte Georg Christian Carl Henschel den Grundstein für ein Unternehmen, das Kassel bis heute prägt.

200 Jahre später wurde daran mit einem Festakt an der Kasseler Universität gedacht. Und zwar im historischen Gießhaus, das all die Jahre überstanden hat und heute als Veranstaltungsraum dient. Mehr als 120 Gäste erlaubt die Feuerwehr aus Sicherheitsgründen nicht. Deshalb fand der Festakt nur mit Gästen statt, die sich bereits angemeldet haben.

Führungen über das ehemalige Henschelgelände boten am Montag, 28. Juni, die früheren Henschel-Mitarbeiter Heinz Schmidt und Werner Hofmann an.

Am Dienstag, 29. Juni, 9 bis 19.30 Uhr, ging es an der Universität um die Unternehmensgeschichte von Henschel.

Die Sonderausstellung im Technik-Museum in Verbindung mit dem Henschel-Museum, Wolfhager Straße 109, wurde am Dienstag, 20. Juli, eröffnet.

Im Rot-Kreuz-Krankenhaus fand am Samstag, 31. Juli, eine Festveranstaltung zu Ehren von Sophie Henschel statt.

Am Sonntag, 29. August, fand ein Familientag auf dem ehemaligen Werksgelände Mittelfeld statt. (tos)

Die Besucher erwartete am 29. August ein Rückblick auf die Firmengeschichte von Henschel: Ein Treffen historischer Nutzfahrzeuge, Ausstellungen und Filmvorführungen. Zudem präsentieren sich zahlreiche Firmen, die heute auf dem Gelände zum Teil in Fortsetzung der Henschel-Tradition ansässig sind: unter anderem Mercedes-Benz, Lokomotivbauer Bombardier, Rheinmetall, Akros Henschel, Rudolph Logistik, BKK Henschel Plus. </div>

30 000 kamen zum Henschel-Jubiläumsfest in das Wirtschaftszentrum Mittelfeld

aus der HNA vom 30. August 2010

„Das waren die ersten Autos nach dem Krieg.“ Willi Spangenberg (80) aus Wolfhagen steht mit seinem ehemaligen Kollegen, Kurt Croll, und seinem Nachbarn Klaus Wiegand vor einem feuerroten Henschel-Lastwagen und schwelgt in Erinnerungen. „Der hatte das Fahrgestell von einem amerikanischen Militärwagen. Wir haben den aufgearbeitet, erst als Benziner, später mit Dieselmotor.“

1943, im Alter von 13 Jahren, hatte Spangenberg seine Lehre als Maschinenschlosser bei Henschel begonnen und es dort bis zur Rente geschafft. „Wir haben lange zusammengearbeitet, was?“ wendet er sich an Croll: „Wir waren eine große Henschel-Familie.“

Wenige Meter weiter fachsimpelt Werner Kurth (82) aus Kassel mit seinem Schwiegersohn Olaf Schäfer. Als Schlosser bei Henschel galt er als Schwerarbeiter und habe nach dem Krieg Extra-Portionen Lebensmittelmarken bekommen. „Ich könnte Stories erzählen ...“, sagt er. Das gestrige Familienfest anlässlich des Jubiläums 200 Jahre Henschel war ein Tag der Generationen: Selten konnte man so viele Menschen unterschiedlichen Alters in Gespräche vertieft sehen. „Henschel ist Kassel und Kassel ist Henschel“ lautete das Motto auf dem Gelände Mittelfeld, wo heute auf 900 000 Quadratmetern Fläche über ein Dutzend Nachfolge-Firmen von der Daimler AG über Bombardier bis Thyssen-Krupp zusammen 5500 Menschen beschäftigen. 30 000 Besucher - davon die meisten Mitarbeiter oder ehemalige Henschelaner - kamen zur Geburtstagsparty und standen zum Teil schon vor dem offiziellen Einlass um 10 Uhr vor den Werkstoren. „Der Andrang war enorm“, sagt Daimler-Sprecherin Julia Löffler. Höhepunkt war die Nutzfahrzeuge-Oldtimer-Schau. 160 Schätzchen, von denen nicht wenige einst in Kassel gebaut worden waren, konnten auf dem Gelände verteilt bestaunt werden; 40 davon machten eine Spritztour durch die Innenstadt.

Nicht nur die Vergangenheit, auch die Gegenwart interessierte viele Besucher. Auf der Teststrecke von Rheinmetall Landsysteme und Radfahrzeuge durften die Gäste beispielsweise taktische und logistische Fahrzeuge live erleben. Lars Köhler (14) hat sich einen Unimog von innen angeschaut und ist begeistert. „Das erlebt man nicht alle Tage“, sagt sein Vater Alexander Köhler aus Ahnatal. Er arbeitet bei Thyssen-Henschel und hat seinem Sohnemann - wie so viele Väter und Großväter - eine Menge aus dem Arbeitsleben auf dem Mittelfeld. zu erzählen.