1999

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Ereignisse

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Juni

  • 10. Juni: Als erste Hochschule in Deutschland präsentiert die Universität Kassel vom 10. bis 27. Juni die Wanderausstellung "Staatssicherheit - Garant der SED-Diktatur" der Gauck-Behörde.

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  • 11. September: Die erste Kasseler Museumsnacht findet statt. Mit einem gemeinsamen Auftritt der staatlichen, städtischen und privaten Museen gelang es, ein breites Publikums für die "kulturellen Reichtümer" der Stadt zu begeistern.

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Sonstige

Der Blick zurück verklärt vieles

Die Zeitreise durch die Stadtgeschichte im 20. Jahrhundert geht dem Ende entgegen. Eckdaten waren zwei Kriege, die Nazi-Diktatur und die fast völlige Zerstörung.

Das letzte Jahr des Jahrhunderts, das Jahr 1999, ist noch zu sehr Gegenwart, als dass der erinnernde Blick es schon zuverlässig erfassen könnte. Die Geschehnisse, wichtig, unwichtig, klein und groß, sind dicht vermengt. Gewichten lassen sie sich nicht. Im Gegenteil, die Nähe verstellt den Blick. Weil wir also nicht wissen, welches das für die Stadt herausragende oder signifikante Ereignis war, verzichten wir darauf, eines in den Mittelpunkt zu stellen.

Überhaupt verändert sich auf der Schwelle zu einem neuen Jahrhundert der subjektive Zeithorizont. Wir haben mit unserer Serie das Jahrhundert Jahr für Jahr abgeschritten. Es war ein langer Weg. Jetzt sind wir gewissermaßen am Ziel. Und am Ende einer Reise wendet man sich unwillkürlich um und schaut noch einmal ein letztes Mal zurück. Die Vergangenheit ähnelt im Rückblick einer weiten Landschaft, mit Bergen und Tälern, dunklen und hellen Partien. Zeitreisen gleichen darin wirklichen Reisen. War es, bezogen auf Kassel, eine glückliche Reise? Sie war es weiß Gott nicht. Die Bilanz der letzten 100 Jahre ist für die Stadt verlustreich. Es gibt wenige Städte, die durch den zweiten Weltkrieg und die Entwicklung danach in ihrer Substanz so nachhaltig geschwächt wurden. Zerstört waren viele Orte. Kassel aber lag nicht nur in Trümmern, sondern hatte sein Gesicht und sein Gewicht verloren.

Die Gründe sind bekannt und werden oft genannt. Erst der Krieg, dann die deutsche Teilung. Kassel rückte an den Rand. Das erklärt den Gewichtsverlust. Aber auch den Gesichtsverlust. Daran hat die Stadtpolitik mitgewirkt. Der Wiederaufbau, die Baugeschichte der Nachkriegsjahre überhaupt, ist ein Kapitel für sich. Die Devise hieß: Flucht aus der Vergangenheit. Wurde die Stadt deshalb neu? Sie wurde ein Behelf.

Die Intentionen, soweit sie kühn waren, blieben auf halbem Wege stecken. Es mangelte allenthalben an Kraft, selbst an der Kraft im Falschen. Eine Serie, die sich ans Faktische hält, vermag das unterbliebene natürlich nicht zu spiegeln. Wir haben die Geschichte erzählt, wie sie sich in Ereignissen niederschlug. Dahinter gibt es eine andere Geschichte.

Es ist die Geschichte der internen Stimmungen und Einstellungen, Gesinnungen und Gefühle. Eine Stadt besteht ja nicht nur aus einer Kette von Ereignissen. Die sind nachlesbar und beschreibbar, wenn sie nicht sogar in Bilddokumenten gegenwärtig bleiben. Das ist der archivierte Teil der Stadtgeschichte. Der Charakter einer Stadt teilt sich darin nicht eindeutig mit. Teilt er sich im Rückblick überhaupt mit?

Wenn ja, dann nur, wenn man in den überlieferten Vorgangen eine Struktur erkennt, so etwas wie ein durchgängiges Muster. Für Kassel sind solche prägenden Strukturen in jüngerer Zeit kaum auszumachen. Das gehört zu dem erwähnten Gesichtsverlust, der vielleicht auch einen Identitätsverlust anzeigt. Fremde, die in die Stadt kommen, finden sie zumeist wenig anziehend. Ein bestimmtes eigentümliches Bild drängt sich ihnen nicht auf.

Das hat gewiß damit zu tun, daß aus dem Stadtbild das von langer Hand Gewachsene weitgehend verschwunden ist. Es gab nach dem Krieg keinen Versuch der Restaurierung, etwa der Altstadt. Was nicht den Bomben zum Opfer gefallen war, fiel einem forschen Erneuerungseifer zum Opfer. Doch zu einer modernen Stadtgestalt reichte weder die Phantasie noch die ökonomische Kraft.


Spuren der älteren Stadt

Rudimente also des einen wie des anderen, Restbestände der Vergangenheit und Vorgriffe auf eine Zukunft, die nicht eintrat. Dennoch finden sich unter der Deckschicht der heutigen Stadt die imposanten Spuren einer älteren Stadt. In ihren wesentlichen Zeugnissen gehört diese ältere Stadt nicht mehr in das 20. Jahrhundert. Kassel hat für den aufmerksamen Beobachter durchaus eine eigentümliche Prägung. Sie besteht in einem sonderbaren Zeitsprung. Es ist ein Sprung zurück ins 18. Jahrhundert. Vieles, beinahe alles, was in architektonischer und städtebaulicher Hinsicht Rang hat, stammt aus dieser Zeit. Und das bedeutet: Kassel, wie es sich heute darbietet, ist in zwei Epochen zu Hause, einer vorbürgerlichen feudalen und einer nachbürgerlichen, inzwischen auch nachindustriellen Epoche, deren Kennzeichen ein allgemeiner Stilverlust ist.

Wie konnte es zu einer solchen Zeitspreizung kommen? Nun, das alte Kassel war fürstliche Residenz. Und auch später, als Kurhessen an Preußen fiel, blieb die Stadt eine Art Nebenresidenz, dominiert von einer obrigkeitsorientierten Beamtenschaft und vom Militär. Was sich in dieser Sphäre nicht oder nur schwach entwickelte, war ein starkes, selbstbewusstes liberales Bürgertum.

Mit der Industrialisierung zu Beginn des Jahrhunderts gewann die Stadt allerdings auch an wirtschaftlicher Bedeutung. Sie wurde zugleich sozial geteilt. Die Arbeiter wohnten in der Nordstadt und in Bettenhausen, die Wohlhabenderen im Vorderen Westen. Auch diese Teilung ist heute noch erkennbar. So erkennbar und wirksam wie vieles, was scheinbar der Vergangenheit angehört.

100 Jahre sind im Leben einer Stadt eine lange Zeit. Sie wären es auch, wenn die Geschichte einen ruhigeren Verlauf genommen hätte. So aber gab es zwei Kriege und eine grausame Diktatur. Es gab den Wechsel vom Kaiserreich zur ungeliebten Weimarer Republik. Es gab danach zwölf Jahre braune Niedertracht, und die fast völlige Zerstörung.

Nein, ein glückliches Jahrhundert war es für Kassel nicht. Der Blick zurück verklärt freilich vieles, und er tut es umso mehr, je weiter die Ereignisse zurückliegen. Im zeitlichen Abstand liegt ein Zauber, vielleicht ein größerer, als er angeblich in allen Anfängen liegt.


Neubeginn für das Auebad

Die Schließung des Auebades war der vorläufige Tiefpunkt der städtischen Haushaltsmisere. Von Jahr zu Jahr wird der Schuldenberg größer, das Bad musste als Symbol für den Sparwillen herhalten. Mittlerweile ist es zum Sinnbild für die Notwendigkeit privaten Engagements geworden. Der Förderverein Auebad hat dafür gesorgt, dass der Dornröschenschlaf der denkmalgeschützten Anlage aus dem Jahr 1955 nicht allzu lange dauerte. Mit Hilfe von Sponsoren und in Zusammenarbeit mit den Städtischen Werken gelang es, das Bad am 1. Mai wieder zu öffnen. Die Besucherzahlen stimmen optimistisch, der Betrieb soll fortgesetzt werden.


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