1995

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Bastion chancenlos gegen Tiefgarage

Beim Bau der Tiefgarage wurden Teile der ehemaligen Bastion Zwehrenberg aus dem 17. Jahrhundert freigelegt. Ein Bürgerbegehren für den Erhalt war vergebens.

Nach Bomben aus dem Zweiten Weltkrieg suchten die Experten vergebens, und doch barg der Untergrund des Friedrichsplatzes genügend Zündstoff. Im Frühjahr 1995 legten die Bagger Mauerreste frei, die die Gemüter über Wochen und Monate erhitzen sollten. Es handelte sich um Überreste der Bastion Zwehrenberg. Eine Überraschung war das nicht, schließlich war das Bollwerk auf alten Stadtplänen verzeichnet. Und doch wurde es zunehmend spannender, einen Blick auf ein Stück freigelegter Kasseler Geschichte zu werfen.

Wer es genau wissen wollte, konnte erfahren, daß es sich um Mauern aus der Zeit von Landgraf Wilhelm IV. handelte. Ende des 17. Jahrhunderts hatte dann der Baumeister Paul du Ry neben Stützmauern einen Entwässerungskanal angelegt. Das war eine frühe Form von Technologietransfer, der mit den hugenottischen Flüchtlingen nach Kassel kam. Und nun stellte sich heraus: 300 Jahre später war der Entwässerungskanal noch vollständig erhalten. Auch Pfeiler der Brücke über den ehemaligen Wassergraben zwischen Festung und Oberneustadt wurden gefunden. Hinzu kam eine bogenförmige zweite Mauer vor dem Hauptwall, der Ravelin "Halber Mond". Sehr interessant, urteilten die Fachleute, aber nicht unbedingt erhaltenswert. 300 000 Mark waren für die Grabungen und die Dokumentation der Funde vorgesehen. Das sollte reichen, der Baufortschritt für die Tiefgarage nicht gefährdet werden. Aber dann kam doch alles anders.

Unterschriften für Erhalt

Mitte April tauchten die ersten Unterschriftenlisten für den Erhalt der Festungsmauern auf, an die Spitze der Bewegung setzte sich die 41jährige Dagmar Bouzih. Ihre ganz private Initiative fand schnell prominente Unterstützung. Auch der Verein "Freunde des Stadtmuseums" und der "Hessische Geschichtsverein" setzten sich für einen Baustopp ein. Die Zeit sollte genutzt werden, um Planungsalternativen für die Tiefgarage zu prüfen. Von einer "historisch veramten" Innenstadt war die Rede und von der Chance, ein "bedeutendes Bodendenkmal" zu erhalten. Die Zahl der Unterschriften gegen den Abriß der Festungsmauern wuchs von Tag zu Tag. Längst ging es nicht mehr allein um die historischen Funde. Auch die zahlreichen Gegner der Tiefgarage nutzten diese letzte Gelegenheit, den Bau doch noch zu verhindern. Gut 14 000 Unterschriften wurden für einen Bürgerbegehren benötigt. Das braucht seine Zeit, so der Hessische Verwaltungsgerichtshof, der einen sechswöchigen Baustopp verfügte. Mittlerweile hatte die Stadt zu einer Spendenaktion für ein kleine Lösung aufgerufen. Einen Teil der Mauer könne man in das Bauprojekt integrieren, alles andere sei utopisch. Dann ging alles ganz schnell. Kaum hatte das Verwaltungsgericht den Baustopp aufgehoben, schufen die Bagger vollendete Tatsachen und rissen einen Großteil der Mauern ein. Die Bastion, die selbst im 30jährigen Krieg nicht eingenommen worden war, hatte keine Chance mehr.

Selbst der Ravelin, für dessen Erhalt nach dem Vorbild der Dresdener Liebfrauenkirche Uhren mit einem Mauersteinchen verkauft wurden, mußte weichen. Die Tiefgarage wurde mit einigen Monaten Verzögerung eröffnet, die Steine der Bastion landeten auf dem städtischen Bauhof.

Hochwasser: Die Fulda floß über den Kreisel

Alle Fuldabrücken waren gesperrt, der Verkehr brach teilweise zusammen. Am 25. Januar 1995 erreichten die Fluten der Fulda den höchsten Stand seit fast 50 Jahren. Der Pegel in Guntershausen, die zentrale Hochwasserwarnstelle des Regierungspräsidiums, stand bei 5,07 Metern - normalerweise sind es im Winter 1,81 Meter. Auf dem großen Kreisel (Platz der Deutschen Einheit) hatte sich am Nachmittag eine Seenlandschaft gebildet, jede Menge Keller in Fuldanähe waren überflutet. Besonders schlimm war es rund um die Hafenstraße und am Bleichenweg. Viele Anwohner beschwerten sich darüber, daß sie nicht rechtzeitig vor der Flutwelle gewarnt wurden.

Der wichtigste Grund: Aus Kostengründen hatte die Stadt ein Jahr zuvor die bis dahin vom Bund betriebenen Sirenen nicht übernommen. So wurden viele Menschen im Schlaf von dem Hochwasser überrascht und konnten ihre Keller und teilweise auch Wohnzimmer nicht mehr rechtzeitig ausräumen.

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