1994

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Ereignisse

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  • 18. März: Die 2. Panzergrenadierdivision wird mit einem Großen Zapfenstreich in der Karlsaue in Kassel verabschiedet.

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  • 24. Juli: Es ist ein drückend heißer Feriensonntag, als es buchstäblich knallt in Kassel: in der "Elwe", dem Untersuchungsgefängnis an der Leipziger Straße findet eine Gefangenenrevolte statt.

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Sonstige

Das Geiseldrama in der "Elwe"

Ende Juli 1994 ist Kassel europaweit in den Schlagzeilen: Meuterei in der "Elwe", dem Untersuchungsgefängnis an der Leipziger Straße.

Es ist ein drückend heißer Feriensonntag, der 24. Juli 1994, als es buchstäblich knallt in Kassel: Gefangenenrevolte in der "Elwe", dem Untersuchungsgefängnis an der Leipziger Straße. Um 10.29 Uhr bringen Häftlinge den 39jährigen Justizvollzugsbeamten Heinz Steinfeld in ihre Gewalt. Die etwa 40 Geiselnehmer - weitgehend Marokkaner und Algerier - fordern freien Abzug ins Ausland.

Im Laufe des Tages eskaliert die Situation: Nachmittags schleppen fünf Häftlinge die Geisel aufs Dach der Anstalt, im Arbeitstrakt wird Feuer gelegt. Gegen 17 Uhr fordern die Revoltierenden, zumindest mit einem Bus 20 Kilometer weit von Kassel weggebracht zu werden. Kurz nach sechs muß die Feuerwehr eingreifen, weil aus dem Arbeitstrakt der "Elwe" meterhohe Flammen schlagen.

Als um 19.01 Uhr die Geisel an einem Fenster beobachtet wird, greift das bereitstehende Sondereinsatzkommando der Polizei ein. Doch als die Beamten den betreffenden Raum erreichen, ist der Justizbeamte verschwunden.

Kurz nach acht werden 93 Gefangene, die sich von der Meuterei distanziert haben, in andere Haftanstalten gebracht. Eine halbe Stunde später ist das Feuer im Untersuchungsgefängnis unter Kontrolle.

Nach Mitternacht sind es noch 26 Abschiebehäftlinge, die freien Abzug fordern. Gegen 1 Uhr trifft die berühmte Sondereinheit GSG 9 in der Kasseler Unterneustadt ein. Nach einer dramatischen Nacht mit langem Hin und Her von Forderungen und Gegenforderungen besteigen am Morgen um 8.41 Uhr fünf Häftlinge den bereitgestellten Bus und nehmen dabei außer dem nun schon seit rund 22 Stunden festgehaltenen Justizvollzugsbeamten drei weitere Geiseln: eine Kasseler Rechtsanwältin, den Dolmetscher und einen marokkanischen Imam. Wenige Minuten später, um 8.49 Uhr am Montag, 25. Juli, stürmen schwer bewaffnete Spezialisten der GSG 9 den Bus, befreien die Geiseln und nehmen die Meuterer fest. Ernsthaft verletzt wird bei dieser Aktion niemand.

Später wird bekannt werden, daß die drei zusätzlichen Geiseln keine waren: Sie sagen, daß sie von der Polizei selbst gebeten worden seien, in den Bus einzusteigen.

Kassel ist in diesen Stunden live auf allen TV- und Radiokanälen präsent. Allein ein Dutzend Fernsehteams sendet Berichte in Europas Wohnstuben.

Die Leipziger Straße ist zwischen Altmarkt und Kreisel gesperrt, vom Rande des Messeplatzes verfolgen Hunderte von Neugierigen das Geschehen an der "Elwe". Auch Demonstranten haben sich nachmittags eingefunden, sie fordern "Grenzenlose Freiheit".

Trümmerfeld

Das Untersuchungsgefängnis präsentiert sich nach dem Geiseldrama als Trümmerfeld Ö eingeschlagene Türen, demolierte Fenster, zerstörte Schreibtische, Steine, Scherben. Die Kripo sichert Spuren.

Drei Tage nach Beginn der Meuterei stellt sich heraus: Ausgelöst hat sie ein mehrfach vorbestrafter deutscher Krimineller. Er hatte in einer Art Verzweiflungstat einen Justizbeamten mit einer Bombenattrappe bedroht. Die angespannte Situation nutzten algerische Abschiebehäftlinge zu einer Rangelei, in deren Verlauf sie Heinz Steinfeld als Geisel nahmen.

"Nicht zur Tagesordnung übergehen", fordern die Kasseler Grünen laut HNA am Tag der Befreiung. Diese Parole soll in den folgenden Jahren Gültigkeit behalten: Die "Elwe" und die Justizvollzugsanstalt in Wehlheiden bleiben wegen Überbelegung, Personalmangels und einer Prozeßlawine in Folge der Meuterei, die auch Beamte trifft, in den Schlagzeilen. Die Rädelsführer der Revolte erhalten Gefängnisstrafen.

Königsplatz: Die schier unendliche Geschichte der Treppe

Im Jahr zuvor hatte Georg Lewandowski unter anderem mit dem Versprechen, daß die Treppe fällt, die Oberbürgermeisterwahl gewonnen. Ende 1994 steht das meistgehaßte Bauwerk Kassels aber immer noch, und zwar fester denn je.

Der neue OB hatte zwar die versprochenen Sponsoren des kostenträchtigen Abrisses gefunden. Wenige Tage vor der für den 2. Mai geplanten Aktion attestierte jedoch das Landgericht Treppen-"Vater", Professor Gustav Lange, daß er ein Urheberrecht an dem von ihm neugestalteten Königsplatz habe, an der "Gebäudeskulptur" samt Baumreihen und Pflaster. Die Stadt dürfe den Platz nur verändern und die Treppe beseitigen, wenn der Hamburger Architekt zustimme.

Lange sagte immer wieder nein, weitere juristische Auseinandersetzungen brachten der Stadt nichts. Die Ereignisse vom Frühjahr `94 waren lediglich eines von vielen Kapiteln der schier unendlichen Geschichte der Treppe, die noch lange für Schlagzeilen sorgen sollte. Auch fünf Jahre danach stand das Kunstwerk, als das die Treppe formal gilt, felsenfest auf dem Königsplatz und war, milde ausgedrückt, keineswegs schöner geworden.

Die Straßenbahn rollt in die Nachbarstadt

Ein historischer Tag, wie alle Beteiligten betonten: Am Samstag, 28. Mai 1994, rollte erstmals eine Kasseler Straßenbahn "richtig" in die Nachbarstadt Baunatal (zuvor hatte es lediglich die Route zur Wendeschleife am VW-Werk gegeben). Eindrucksvoll durchstieß die Tram südlich vom Mattenberg ein Transparent, um dann bis zur vorläufigen Endstation Porschestraße (heute: VW-Werk) zu rollen.

Es sollte daraus eine so nicht zu ahnende Erfolgsgeschichte der Straßenbahn werden, die ein Jahr später durchstartete bis zum Bahnhof Großenritte. Die Baunatal-Linie übertraf alle Erwartungen, wegen der stetig wachsenden Kundschaft mußten bald mehr Wagen in kürzeren Zeittakten eingesetzt werden. Und die Linie 5 sollte auch andere Trampläne anschieben: die Linie über Helleböhn / Brückenhof nach Mattenberg und die Regiotram ins Lossetal, der weitere Verbindungen aus der Stadt heraus folgen sollen.

Die Baunatal-Lösung schrieb in Hessen aber auch Geschichte, weil erstmals eine Straßenbahn auf Eisenbahngleisen rollte, nämlich ab dem VW-Werk auf der historischen Trasse der Naumburger Kleinbahn. Zugleich blieb dem Museumszug Hessencourrier sein altbewährter Schienenweg erhalten.

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