1990

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Ereignisse

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  • 26. Februar: Etwa 1500 Besucher, darunter knapp 900 aus der ehemaligen DDR, kommen zum "Nordhessisch-thüringischen Wirtschaftstag" in die Kasseler Messehallen.

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Sonstige

Start in eine neue Verkehrspolitik

Mit dem Generalverkehrsplan stellt das Stadtparlament die Weichen für eine neue Verkehrspolitik. In Wilhelmshöhe entsteht der künftige ICE-Bahnhof, und auch in der Innenstadt bestimmen Baukräne das Bild im Jahr der deutsch-deutschen Wiedervereinigung.

Mit dem von der Stadtverordnetenversammlung beschlossenen Generalverkehrsplan soll das Ende der autogerechten Stadt eingeläutet werden. Sichtbarer Ausdruck des Bemühens, den Fußgängern und Radlern sowie dem öffentlichen Nahverkehr Vorrang vor den Autos zu verschaffen, sind später die umstrittenen Kasseler "Lollis" und die starke Ausweitung der Tempo-30-Zonen.

"Vorfahrt für den Umweltverbund" ist die Leitidee für den Plan, mit dem Kassel als Lebensraum für 200 000 Menschen sowie in der Funktion als Oberzentrum für rund eine Million Menschen aufgewertet werden soll. Den Pkw-Verkehr um 20 Prozent zu reduzieren, jedes fünfte Auto aus der Stadt zu verbannen, lautet das ehrgeizige Ziel. Mit der neuen Prioritäten-Setzung fließen Millionen in den Nahverkehr, Fuß- sowie Radwege werden ausgebaut, der Parkverkehr neu geordnet.

Dahinter steckt auch die Angst, Kassel könnte im Autoverkehr und dessen Abgasen ersticken. Anfang 1990 sind erstmals in der Geschichte Kassels über 100 000 Fahrzeuge im Stadtgebiet zugelassen. In der Region rund um Kassel nimmt die Motorisierung ebenfalls ständig zu, und die meisten Autos rollen auf dem Weg zur Arbeit oder zum Einkaufen auch durch das Oberzentrum.

Während sich die speziellen Spuren für die Omnibusse durchsetzen und bis heute auf Hauptverkehrsstraßen dafür sorgen, daß die Busse flott vorankommen, scheitern andere Projekte schnell. So wird der versuchsweise Rückbau der Harleshäuser Straße zur Panne und sorgt für erhebliche Widerstände gegen die neue Kasseler Verkehrspolitik.

Parkplätze sollen zu Stadt-Plätzen werden und vor allem die Innenstadt wieder attraktiver und menschenfreundlicher machen. Das "Ja" zum Bau der umstrittenen Tiefgarage unter dem Friedrichsplatz wird verknüpft mit dem zwangsweisen Abbau von oberirdischen Parkplätzen. Politische Entscheidungen, die etwa im Hinblick auf das Parken auf dem Karlsplatz bis heute im Kreuzfeuer der Kritik stehen.

Im Juni werden die Weichen gestellt für den Bau der Tiefgarage Friedrichsplatz - das Autoblech soll vom Theatervorplatz verschwinden. Zur selben Zeit beginnt hinter den Kulissen des Theaters die Suche nach einem neuen Intendanten, einem Nachfolger für Manfred Beilharz, der Kassel zum Spielzeitende verlassen und nach Bonn gegen will. Michael Leinert ist wenig später als neuer Kasseler Theater-Macher ausgeguckt.

In der Innenstadt bestimmen Baukräne das ganze Jahr über das Bild. Für die "Kurfürsten-Galerie" an der Mauerstraße wird das Richtfest gefeiert, gegenüber dem Hauptbahnhof das neue "Haus der Wirtschaft" der Industrie- und Handelskammer Kassel fertiggestellt.

Im März wird am Hang zwischen Staatstheater und Orangerie mit kleinen Holzpflöcken ein großes Projekt abgesteckt. Die Vorarbeiten für den Bau der neuen documenta-Halle beginnen. An der Kurt-Wolters-Straße entsteht das neue Technik-Gebäude für den Gesamthochschul-Standort am Holländischen Platz. Auf dem Weinberg starten die Bauarbeiten für das Museum für Sepulkralkultur.

Im Westen der Stadt wird mit Hochdruck am neuen ICE-Bahnhof Wilhelmshöhe gebaut. Das Riesendach, das einen ganzen Stadtteil neu prägt, nimmt Gestalt an und sorgt für hitzige Diskussionen. An der Druseltalstraße beginnt die Energie-Aktiengesellschaft Mitteldeutschland (EAM) mit dem Bau ihrer neuen Zentrale.

Auch für das "große Spiel" in Wilhelmshöhe werden die Weichen gestellt: Im März geben Magistrat und Stadtverordnetnversammlung grünes Licht für die Einrichtung einer Spielbank im Schloßhotel - mit dem Hinweis, die Spielbank werde für Kassel in jeder Hinsicht ein Gewinn sein.

Über die Umgestaltung des Königsplatzes wird heftig gestritten. Anlaß ist die Planung von Gustav Lange, ein "skulpturartiges Gebäude" auf den Platz zu setzen. Gegen erheblichen Widerstand wird der preisgekrönte Entwurf schließlich durchgesetzt. Eine von mehreren politisch brisanten Entscheidungen der Kasseler Sozialdemokraten, die über die Köpfe der Bürger hinweg getroffen werden. Doch erst mit Verzögerung bekommen die Genossen die Folgen zu spüren: Bei den Kommunalwahlen 1993 stürzen die regierende SPD und ihr Oberbürgermeister Wolfram Bremeier ins Bodenlose ab.

Am Jahresanfang nominiert die Kasseler CDU ihren stellvertretenden Vorsitzenden Georg Lewandowski zum Kandidaten für die anstehende Wahl des Nachfolgers von Hans Eichel. Der Kasseler Oberbürgermeister ist Landesvorsitzender und Spitzenkandidat seiner Partei für die Landtagswahlen und hat angekündigt, in jedem Fall nach Wiesbaden zu gehen.

In der SPD beginnt daraufhin eine monatelange Kungelei um die Nominierung eines OB-Kandidaten. Die Genossen gehen mit dem Amt des Oberbürgermeisters um, als handele es um einen innerparteilichen Funktionärsposten. Der Unmut unter vielen Bürgern über Genossenfilz und Intrigen wächst.

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31.12.1990 : Geburt von dem Melsunger Handballer [[Johannes Sellin ]]