1988

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Ereignisse

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Sonstige

Wohnungsnot und Hausbesetzungen

Der Wohnraum war knapp und trotzdem standen Spekulationsobjekte leer. Das besetzte Haus Breitscheidstraße 7 wurde von der Polizei geräumt.

Bis zu 50 Bewerber für eine freiwerdende Wohnung registrierte die Gemeinnützige Wohnungsbaugesellschaft (GWG) der Stadt Kassel. Die Lage auf dem Wohnungsmarkt war ausgesprochen eng, die Preise auf einem Höchststand. Bis zu 30 Mark pro Quadratmeter mußte man für eine möblierte Wohnung zahlen, in den Anzeigenspalten der HNA wurden vierstellige Summen für die Vermittlung einer Wohnung geboten. Und doch standen ganze Häuser in attraktiver Lage leer. Ein Beispiel dafür war das fünfgeschossige Gebäude an der Breitscheidstraße 7. Jahrelang hatte es hier schon Probleme gegeben. Jetzt war bereits seit mehreren Monaten überhaupt keine der zehn großen Wohnungen vermietet. Das Haus war offenbar zum Spekulationsobjekt geworden. Von der angekündigten schnellen Renovierung war nichts zu sehen, gegen den Besitzer liefen eine ganze Reihe langwieriger Verfahren.

Ende Juli zogen dann für kurze Zeit Bewohner ohne Mietvertrag ein. Sie besetzten das Haus und kritisierten die Tatenlosigkeit der Stadt. "Wir haben es satt, daß so ein tolles Haus seit zehn Jahren größtenteils leersteht und wir uns gleichzeitig monatelang nach billigem Lebensraum die Hacken ablaufen müssen", schrieben die Besetzer in einem Flugblatt. Die Verwaltung lasse sich von dem als Spekulant bekannten Hausbesitzer hinhalten, sei zurückhaltend und gleichgültig.

Vier Tage blieben die Hausbesetzer mehr oder weniger unbehelligt, dann rückte die Polizei am frühen Morgen mit einem Großaufgebot an. So hatte es in der Hamburger Hafenstraße auch angefangen, ähnliche Auseinandersetzungen sollte die Polizei in Kassel vermeiden. Die elf Männer und sechs Frauen in dem besetzten Haus hatten die Zeit nicht untätig verbracht. Die Eingänge und das Treppenhaus waren mit alten Möbeln, Heizkörpern und Stacheldraht verbarrikadiert, mehrere Türen zugenagelt. So dauerte es eine Weile, bis sich die Polizei in den vierten Stock vorgearbeitet hatte, wo die Besetzer warteten. Sie faßten sich an den Händen und gingen gemeinsam nach unten. Die Hausbesetzung war friedlich beendet worden. Lediglich auf politischer Ebene gab es im Nachhinein noch einige Scharmützel.

Das Thema Wohnungsnot war ohnehin noch nicht ausgestanden, das machten verschiedene Aktionen im Lauf des Jahres deutlich. Transparente, die auf zum Tiel jahrelangen Leerstand hinwiesen, hingen unter anderem am Schlößchen Schönfeld sowie an Miethäusern in der Gräfestraße 4, der Friedrich-Ebert-Straße 86 und der Josefstraße 4a.

In krassem Gegensatz zu den Forderungen nach mehr bezahlbarem Wohnraum stand zumindest auf den ersten Blick ein spektakulärer Teilabriß. Acht der 18 Stockwerke wurden von dem Hochhaus an der Mönchebergstraße 50a - auch das Blaue Palais genannt - abgetragen. Das sorgte bundesweit für Schlagzeilen, taugte aber kaum als Skandal. Die engen Wohnungen in den oberen Etagen waren völlig heruntergekommen, durch den Teilabriß sollte wenigstens der Rest des Hauses aufgewertet werden.

ISET: Saubere Energie aus Sonne und Wind

Der Name war gewöhnungsbedürftig, aber das hat dem Erfolg des Instituts für Solare Energieversorgungstechnik (ISET) keinen Abbruch getan. 1988 wurde das Institut, das seine Wurzeln in der Unversität/Gesamthochschule hatte, gegründet. Von Anfang an wollten die Wissenschaftler und Ingenieure der theoretisch unbegrenzten Energie aus Sonne und Wind auch praktisch zum Durchbruch verhelfen.

An nahezu allen bundesweiten Programmen in der Photovoltaik (Stromerzeugung aus dem Sonnenlicht) und der Windenergienutzung war und ist das Institut beteiligt. Gleichzeitig bietet man Beratung für Herstellerfirmen, Handwerker und Bauherren an. Nur zwei Jahre nach der Gründung zog das auf 50 Mitarbeiter gewachsene Institut in den Glinicke-Neubau am Königstor.

Hier laufen unter anderem Meßdaten von rund 1600 Windenergieanlagen aus ganz Deutschland zusammen. Wichtig für die Nutzung sind zuverlässige Windprognosen, um den Beitrag dieser Anlagen an der Stromversorgung voraussagen zu können. Nur so können konventionelle Kraftwerke rechtzeitig heruntergefahren und die umweltfreundliche Windenergie besser genutzt werden. Mit dem Projekt "Windenergie im 21. Jahrhundert" ist das Institut bei der Weltausstellung "Expo 2000" vertreten.

Haus der Wirtschaft: Neubau als Aufwertung für Bahnhofsumfeld

Nur wenige Meter vom Kasseler Hauptbahnhof begannen im Oktober 1988 die Arbeiten für einen Neubau, der einmal ein Schmuckstück werden sollte. 50 Millionen Mark waren für das an der Vorderfront bogenförmige "Haus der Wirtschaft" an der Kurfürstenstraße veranschlagt. Als Bauherrengemeinschaft traten die Industrie- und Handelskammer sowie die Zusatzversorgungskasse der Hessischen Brandkasse auf. Beiden waren die bisherigen Quartiere zu eng geworden.

Das 5600 Quadratmeter große ehemalige Karstatt-Grundstück war damals nicht mehr als eine häßliche Baulücke. Für die IHK und verschiedene Mieter endstand hier ein attraktiver Sitz, für das Umfeld des Hauptbahnhofs war dies eine erste und dringend notwendige Aufwertung. Die Investition sollte sich lohnen. Aus dem maroden Hauptbahnhof in der Nachbarschaft ist Deutschlands erster Kulturbahnhof geworden, ein paar Meter weiter ragen die Obergeschosse des neuen Polizeipräsidiums aus dem ehemals verwaisten "Goldenen Loch".

Eine Entwicklung, die bei der Grundsteinlegung für das "Haus der Wirtschaft" ebenso wenig absehbar war wie die aktuellen Pläne für die Regio-Tram, die mit direkten Verbindungen aus dem Umland den Standort noch attraktiver machen könnte.


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  • 1. Juni: Durch eine Explosion in der bis zu 170 m tiefen Grube Stolzenbach kommen 51 eingefahrene Bergleute ums Leben.

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