1986

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Sonstige

Super-GAU strahlt weit nach Westen

Am 26. April kommt es im Atomkraftwerk von Tschernobyl zum schwersten Reaktorunglück der Geschichte. Auch auf Deutschland fallen radioaktiver Staub und Regen herab.

Absolut hilflos stehen die Behörden den Folgen des Super-GAUs im Atomkraftwerk Tschernobyl gegenüber. Von den Sowjets viel zu spät und völlig unzureichend über das informiert, was dort in der Ukraine vorgefallen ist, wird die Bevölkerung lange im unklaren gelassen, wie sie sich verhalten soll. Beschwichtigung statt Aufklärung scheint die erste Politikerpflicht zu sein. "Bonn: Gesundheitliche Gefährdung ausgeschlossen" titelt die HNA am 1. Mai. Trotzdem machen sich 81 Prozent der Bürger Sorgen, ergibt eine Blitzumfrage. Und das mit Recht, wie die folgenden Tage, Wochen und Monate zeigen. Schon einen Tag später schließt Hessen den Grenzübergang Herleshausen für strahlenbelastete Lkw aus dem Ostblock.

Im Kindergarten gibt's Tiefkühl-Spinat mit Ei, denn Freiland-Gemüse sollte besser nicht mehr verzehrt werden. Gewarnt wird auch davor, Säuglinge mit Muttermilch zu füttern, Messungen haben ergeben, daß die Grenzwerte überschritten wurden.

Um die Grenzwerte streiten sich Politik und Wissenschaft. In Frankreich gelten weitaus großzügiger bemessene Werte als in Deutschland, Hessen gibt eigene Empfehlungen heraus, und Kassel setzt nach dem Motto, daß es keine ungefährliche Radioaktivität gibt, noch engere Grenzen. Für die Bevölkerung allerdings bleiben die Becquerel-Angaben nebulöse Werte Ö schließlich kann man Radioaktivität weder sehen, noch riechen, fühlen oder schmecken.

Hören wollen die Bürger allerdings auf die Empfehlungen, und so erleben die extra eingerichteten Bürgertelefone und die HNA-Telefonaktionen einen Ansturm besorgter Anrufer.

Tumulte im Rathaus

Einen tumultartigen Verlauf nimmt die Kasseler Stadtverordnetensitzung am 26. Mai. Iring von Buttlar von den Grünen handelt sich Ordnungsrufe ein für seine Bemerkung von den "Flaschen, wie sie hier im Magistrat sitzen" und dem "politischen Banditentum in Bonn und anderswo". Demonstrantinnen werfen von der Zuschauertribüne Sand auf die Stadtverordneten und spritzen mit Wasser.

Vor dem Baunataler Feuerwehrgerätehaus stehen die Hobbygärtner am 23. Juli Schlange, um die Strahlenbelastung von Obst und Gemüse aus eigenem Anbau testen zu lassen. Das Ergebnis klingt beruhigend: "Total unbedenklich."

Doch dies bedeutet noch keine Entwarnung. Im August stellen sich Pilze als hoch belastet heraus, Ende Oktober werden Gartenbesitzer gebeten, heruntergefallenes Laub nicht zu verbrennen, weil sonst die radioaktiven Stoffe wieder in die Luft gelangten. Die gute Nachricht: Muttermilch und Bier sind unbedenklich zu genießen.

Kein AKW nach Borken

Mit Erleichterung wird in Nordhessen aufgenommen, daß die Landesregierung den Bau eines Kernkraftwerks in Borken untersagt. Der Atommeiler Würgassen arbeitet trotz wachsender Proteste aber weiter.

Eingemeindungs-Party: Elf Ortsteile feierten Stadtjubiläum

1986 war das Jahr der Eingemeindungs-Jubiläen. Elf Stadtteile erinnerten sich an ihren Zusammenschluß mit der Stadt vor 50, 60 oder 80 Jahren. Zum Abschluß gab's ein großes Fest vor dem Rathaus.

Das Jahr 1936 bescherte der Stadt Kassel gleich sechs neue Stadtteile: Wolfsanger, Harleshausen, Niederzwehren, Waldau, Nordshausen und Oberzwehren wurden eingemeindet. Zehn Jahre zuvor hatte die Stadt bereits die 146 Hektar große Domäne Fasanenhof gekauft und eingemeindet, weil sie Bauland für neue Wohnungen brauchte. Bettenhausen, Kirchditmold, Wahlershausen und Rothenditmold waren schon im Jahre 1906 hinzugekommen. Wilhelm, von Gottes Gnaden König von Preußen, hatte dies mit Zustimmung der beiden Häuser des Landtags der Monarchie im „Gesetz, betreffend Erweiterung des Stadtkreises Cassel” so angeordnet.

Am 2. Juni 1986 konnte dann die HNA von einer „bunten Treppen-Fete” berichten: „Der Rathausvorplatz wurde am Samstag in eine große Bühne verwandelt: Ein Schauplatz für Aktivitäten der Bürger aus den Stadtteilen, die in diesem Jahr Eingemeindungs-Jubiläen feiern. Auf und vor der Rathaustreppe rollte ein Programm ab, wie es in Kassel wohl noch nie zu sehen gewesen war”, hieß es dort.

Nachdem der Fanfarenzug Kassel-Rothenditmold das Geschehen musikalisch eröffnet hatte, bot sich den Zuschauern ein imposantes Bild: Eine „Treppe voll Gesang” (Moderator Hans-Jochem Weikert). Es mögen an die 300 Sängerinnen und Sänger aus mehreren Vereinen und Chören gewesen sein, die beim Auftritt des Sängerkreises Kassel mitwirkten. Im Rathausinnern waren schon lange zuvor die kräftigen Stimmen bei der Probe für den großen Auftritt zu vernehmen.

"Das richtige Lied"

Der Riesen-Chor habe mit Mozarts „Brüder, reicht die Hand zum Bunde” das richtige Lied für die Auftaktveranstaltung angestimmt, meinte Oberbürgermeister Hans Eichel. Dieser Satz habe freilich nicht am Anfang jeder Eingemeindung gestanden. Der Oberbürgermeister erinnerte an die Jahre der Eingemeindungen 1906, 1926 und 1936, an den unter nationalsozialistischer Herrschaft erzwungenen Anschluß der Dörfer an die Stadt, an beide Weltkriege und die völlige Zerstörung der Stadt.

Nach den Anfangsschwierigkeiten der Jahre des Wiederaufbaus seien aber bald „auch die Stadtteile wieder in Ordnung gebracht” worden, und heute habe sich vielerorts ein „neues Stadtteilbewußtsein in der Stadt entwickelt”, das freilich nichts mehr mit einem „Kirchturmdenken” längst vergangener Zeiten gemein habe.

Und dann waren die Bürger an der Reihe: Da legten Senioren ein flottes Tänzchen hin, präsentierten sich Musikgruppen, Chöre, Sportvereine und Laienspielgruppen. Historische Kostüme gab es reichlich zu sehen, und sozusagen als Gastgeschenk Wehlheidens an die Jubiläums-Stadtbezirke unterhielt Ortsvorsteher Georg Hollstein die Zuschauer vor dem Rathaus als stilechter Gemeindediener und historischer „Bimmelmann”.

Kasseler Schaufenster

Über 500 Aussteller aus dem In- und Ausland beschicken vom 12. bis 21. September die Jubiläums-Herbstausstellung in der Fuldaaue. Seit 25 Jahren locken die Veranstaltungen der Messegesellschaft Zehntausende aus der Region an. Auf dem Messegelände in den Fuldaauen stehen nunmehr 40 000 Quadratmeter Ausstellungsfläche zur Verfügung, davon rund 10 500 Quadratmeter in festen Hallen.

Bei der feierlichen Eröffnung sagte Oberbürgermeister Hans Eichel, dieses "Kasseler Schaufenster nach draußen", aus kleinsten Anfängen entstanden, leiste einen großen Beitrag zur wirtschaftlichen Stärkung der Region und ihres Oberzentrums Kassel. Damit habe die Messe- und Ausstellungsgesellschaft bewiesen, daß auch oder gerade in Nordhessen ein Markt vorhanden sei, wenn Initiative und Durchsetzungsvermögen unternehmerisch genutzt würden.

Staatsminister Dr. Herbert Günther sagte, gerade in der Zeit einer gestiegenen Konjunktur müsse man in wirtschaftlich benachteiligten Gebieten für jene Jahre vorsorgen, wo der Aufschwung nachlasse. Was Nordhessen auszeichne, erklärte Günther weiter, sei die große Anzahl hochqualifizierter Facharbeiter. Mit diesem Pfunde müsse man wuchern, um Anschluß an die wirtschaftlich starken Gebiete zu finden.

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