1981

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Ereignisse

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  • 30. April regnete es beim Rundgang zur Eröffnung der zweiten in Kassel stattgefundenen Bundesgartenschau. Dem Wetter angepasst stolzierte Bundespräsident Karl Carstens im grünen Lodenmantel und mit einem Wanderhut auf dem Kopf über das Gelände.

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Bei ihrem Besuch der Bundesgartenschau in Kassel im Juni 1981 wurde Loki Schmidt (Mitte) begleitet von (vorn, von links) Carola Börner, Elfriede Wurbs, Buga-Geschäftsführer Hans-Jürgen Taurit und Buga-Pressesprecher Hans-Jochem Weikert. Foto: HNA-Archiv
  • Ende Juni 1981 kam Loki Schmidt, die Frau des ehemaligen Bundeskanzlers Helmut Schmidt, zur Bundesgartenschau nach Kassel.

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Sonstige

"Alles anders als anderswo"

Zum zweiten Mal nach 1955 richtet Kassel die Bundesgartenschau aus; mit einer Neuorientierung im Gartenbau und ohne Defizit. Rund 5,5 Millionen Besucher werden vom 30. April bis zum 18. Oktober gezählt.

Zweifel und Kritik an öffentlichen Vorhaben, ja die sei ausdrücklich erwünscht, aber an dieser Bundesgartenschau? Mit einer abwägenden Haltung wollte Bundespräsident Karl Carstens dem Großereignis in der Fuldastadt zur Eröffnung beistehen. "Positive Wirkungen" könne das gestaltende gärtnerische Eingreifen des Menschen in die Natur haben. Dafür sei die Geschichte der in Kassel entstandenen Parklandschaft ein Beweis. Und wem auch das nicht einleuchten wollte, für den hatte Carstens einen Trost parat: "zu wissen, daß sich Natur nur bedingt menschlichen Planungen unterwerfen läßt".

Diese "Planungen" hatten auch besseres Wetter für den 30. April vorgesehen. Aber es goß in Strömen. Regen konnte den Bundespräsidenten jedoch nicht schrecken und auch die matschigen Wege im Freien aus sogenanntem Teutokies nicht, der für einigen Diskussionsstoff im Vorfeld gesorgt hatte. Zwei Stunden verschaffte sich der wettererprobte Wandersmann unter einem grünweißen Schirm einen Überblick über das in Kassel geleistete. Und das konnte sich sehen lassen.

Nicht nur weil Aussteller bei Freilandwettbewerden und Hallenschauen wetteiferten. Neben der bekannten Blütenpracht, die auch jetzt präsentiert wurde, hatten die Verantwortlichen neues zu bieten. Kassel sollte "Maßstäbe setzen", nicht nur durch die Tatsache, daß man anders als bisherige Städte mit den Arbeiten pünktlich fertig war. Kassel sollte herausragen in Städte- und Gartenplanung sowie im Veranstaltungsbereich. Das Motto lautete: "willkommen Phantasie" und "hier ist alles anders als anderswo".

Beispiel Startveranstaltung. Dort brachte Programmacher Eberhard Möbius die Festredner leicht aus der Fassung, als er in Slapstick-Manier mit der Gießkanne Bühnenblumen goß. Und statt einer klassischen Darbietung, einem "Divertimento von Karl-Friedrich Fugenlos opus 6" gab es ein fröhliches Happening von Aktions-, Theater- und Ballettgruppen mit und ohne Stelzen.

Mit einem umfangreichen Begleitprogramm von künstlerischen Veranstaltungen sammelte die Buga in Kassel Punkte. Ein "sommerlanges Parkfest" war ganz im Sinne von Oberbürgermeister Hans Eichel. Der konnte zudem auf die "an Fläche größte, mit 60 Mio. DM Kosten auch billigste Gartenschau" verweisen. Was ihn ebenso interessierte, daß Kassel eine Wendemarke in Richtung naturnahes Gärtnern setzte. Mit Rücksicht auf sinkende Wachstumsraten in der wirtschaftlichen Entwicklung und auf ökologische Zusammenhänge habe man auf "die Prachtentwicklung vergangener Bundesgartenschauen verzichtet".

Traditionelle Gartenkultur und alternative Anbauweisen, diese Gegenpole wurden bisher nirgends so deutlich aufgegriffen. Es gab kurzgeschorenen Rasen und Wildwiesen, es gab die barocke Strenge der Karlsaue und die neu geschaffene Freizeit- und Erholungslandschaft der Fuldaaue mit Badeseen und Vogelreservaten. Ein Projekt, daß die Stadt durch die Gartenschau laut Eichel zwei Jahrzehnte früher in Angriff nahm, als sie es "normalerweise getan hätte".

Mit dem Stück erschlossener und gestalteter Natur wurde für die Bürger bleibendes geschaffen. Sie behielten noch mehr Stadtgrün und eine Reihe neuer Verkehrslösungen. Die Treppenstraße war zur Schau für 600 000 DM erneuert worden, um nur ein weiteres Projekt zu nennen. Rund 5,5 Millionen Besucher sorgten schließlich dafür, daß in Kassel die erste Bundesgartenschau ohne Millionenverluste stattfand. Der Etat, der sich am Ende auf rund 65 Mio. DM belief und dem die Stadt und das Land mit jeweils 22,6 Mio. DM zuschossen, konnte ausgeglichen werden. Kassel hatte sich gut verkauft. Auch wenn die Schau "endete, wie sie begonnen hatte: Im Regen". So lautete die Schlagzeile der HNA vom 19. Oktober.

Kommunalwahl: Grüne ziehen in das Stadtparlament ein

Bei der Kommunalwahl am 22. März verliert die SPD die absolute Mehrheit. Erstmals sind die Grünen im Stadtparlament vertreten und unterstützen einen SPD-Minderheits-Magistrat.

Auch wenn die Mehrheit von einer Stimme die denkbar knappste war, mit ihr ließ sich kompfortabel regieren. Damit war es für die SPD in Kassel am 22. März vorbei. Vier Sitze oder 3,2 Prozent büßten die Genossen mit Oberbürgermeister Hans Eichel an der Spitze ein und verloren erstmals seit 1956, als der Oberbürgermeister noch Dr. Lauritz Lauritzen hieß, die absolute Mehrheit.

Mit den Sozialdemokraten war es seit 1964, als man noch 57,9 Prozent der Stimmen auf sich vereinen konnte, stetig bergab gegangen. Man blieb mit 45,4 Prozent und 32 Sitzen aber stärkste Fraktion. 30 Sitze erhielt die CDU (42,3 Prozent), auch sie hatte im Vergleich zur Wahl 1977 leicht verloren, 1 Prozent. Die FDP behielt ihre vier Mandate, verlor aber 0,5 Prozent der Stimmen und kam auf 6 Prozent. Die Grünen waren die großen Gewinner der Kommunalwahl. Auf Anhieb schafften sie den Sprung ins Stadtparlament, wurden mit 6,7 Prozent drittstärkste Kraft mit fünf Stadtverordneten.

Christel Jahn, Richard Schramm, Reinhold Weist, Ulrich Restat und Dr. Rhea Thönges betonten mehrfach, daß mit ihrem Einzug ein frischer Wind durch die Reihen des Sitzungssaals wehen sollte. Schon während der konstituierenden Sitzung zeigte sich, daß sich die politische Landschaft verändert hatte. Bei der Wahl Günter Kestners zum Stadtverordnetenvorsteher hatten sich die Grünen lediglich enthalten, den gemeinsamen Wahlvorschlag der drei etablierten Parteien zu dessen Stellvertretern wollte man aber ablehnen.

Vier sollten gewählt werden, zwei von der CDU, zwei von der SPD, "wie es langjährige parlamentarische Sitte" sei, meinte CDU-Fraktionschef Wolfgang Frei. Das sei kein Argument, entgegnete Restat, die Grünen wollten "Transparenz und kein Gemauschel". Schließlich brachten SPD, CDU und Grüne eigene Wahlvorschläge ein. Zu Vertretern wurden Ruth Selbert und Hans Becker (SPD) sowie Aloys Zumbrägel und Hans-Otto Bäumer (CDU) gewählt.

Der Wahlausgang bedeutete schwierige "Regierungs- Verhandlungen" für die SPD. Parallel wurden Gespräche mit FDP und Grünen geführt. Lange sah es nach einer sozial-liberalen Verbindung aus, die scheiterte allerdings an der Schulpolitik.

Schließlich tolerierten die Grünen einen SPD-Mindergheiten-Magistrat, sorgten für die Wiederwahl von OB Hans Eichel, nachdem sich die SPD grünen Kernforderungen angenähert hatte. Dennoch: "Dies ist keine Liebesheirat und keine Koalition", meinte Reinhold Weist. Die Grünen behielten sich vor, in Sachentscheidungen auch gegen die SPD zu stimmen.

Demo an Neubaustrecke

Als "Opfer eines Prestigeobjektes" fühlten sich 50 Mitglieder der Bürgerinitiative Oberzwehren und protestierten am 13. Oktober gegen die Streckenführung der Bundesbahn-Neubaustrecke Hannover-Würzburg. Anlaß war die Grundsteinlegung für das Kreuzungsbauwerk Nordendweg im Kasseler Süd-Westen.

Zur Veranstaltung kamen auch 150 Mitglieder der Gewaltfreien Aktion Kassel. Sie demonstrierten gegen den Bau der Startbahn West auf dem Frankfurter Flughafen und verliehen Ministerpräsident Holger Börner eine Baumschiene und den Titel "Größter Abholzer Hessens" wegen der Vernichtung von vier Mio. Bäumen.


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