1978

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Ereignisse

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Februar

  • 9. Februar: In Kassel erscheint keine Zeitung, da die Setzer und Drucker streiken. In den folgenden Tagen erscheinen Notausgaben.

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  • 10. September: Die Sozialdemokratische Gemeinschaft für Kommunalpolitik in der Bundesrepublik Deutschland e.V. (Bundes-SGK) wird in Kassel gegründet.

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Sonstige

Gewerbe zieht auf die grüne Wiese

Mit der Erschließung des Industrieparks Waldau soll Kassel attraktiver für Unternehmen werden. Nach und nach entstanden rund 6000 Arbeitsplätze.

Es war Donnerstag, der 19. Oktober 1978 als sich Stadtkämmerer Gerhard Kühne einen roten Helm über den Kopf streifte und ins Führerhaus eines Baggers stieg, um mit der mächtigen Schaufel den ersten "Spatenstich" zu machen. An diesem Tag sollte ein Großprojekt angepackt werden von dem nicht nur die Stadt Kassel zu profitieren hoffte: Die Erschließung des neuen Industrie- und Gewerbegebiets Kassel-Waldau sei "das bedeutendste Vorhaben im nordhessischen Raum zur Industrie- und Gewerbeansiedlung", so Karlheinz Zahn, Geschäftsführer der Hessischen Landesentwicklungs- und Treuhandgesellschaft (HLT).

Schon im Dezember 1977 war der Vertrag zwischen der Stadt Kassel und der HLT unter Dach und Fach: Bis 1985 sollten 120 Hektar Land an der Stadtgrenze bei Waldau und Lohfelden erschlossen und an Industriebetriebe vermittelt werden. Auf 80 Millionen Mark wurden die Kosten des Projekts veranschlagt, das zur Strukturverbesserung im Ballungsraum Kassel beitragen sollte. 23 Millionen mußte Stadtkämmerer Gerhard Kühne hinblättern, der Rest kam vom Land.

Firmen ansiedeln

Nur eine grüne Wiese reiche nicht mehr, sagte HLT-Geschäftsführer Zahn. "Man muß den Unternehmen etwas bieten." Und das hieß nicht nur finanzielle Unterstützung, sondern auch preiswertes und erschlossenes Land, eine gute Verkehrsanbindung und qualifizierte Arbeitskräfte. Auf letzeres hatte die Stadt keinen Einfluß, also konzentrierte man sich auf die anderen Kriterien.

Beispielsweise auf die Verkehrslage. Das Autobahnkreuz Kassel-Mitte war eine gute Voraussetzung. Und an dem Autobahnzubringer (Südtangente) sowie der Verbindungsstraße zwischen den Bundesstraßen 7 und 83, die den "Industriepark Waldau" erschließen sollte, wurde eifrig gebaut. Noch fehlte die Infrastruktur, mußten Straßen, Kanäle, Strom- und Wasserleitungen gebaut und verlegt werden.

6000 Arbeitslose

Nicht nur die Unternehmen sollten von ihrer Standortwahl profitieren. Auch Kassel und die Gemeinde Lohfelden, die der Stadt 1975 einen Teil des Geländes abgetreten hatte, hofften auf Steuereinnahmen und Arbeitsplätze. Und die hatte man bitter nötig. In den vergangenen Jahren waren immer wieder Firmen in den Landkreis abgewandert, zudem befand sich die Konjunktur in einem Tal. Es gab 6000 Arbeitslose in der Stadt, was einer Quote von 5,3 Prozent entsprach. Und die geburtenstarken Jahrgänge strömten erst auf den Arbeitsmarkt...

Den Planungen nach sollten bis 1981 die Flächen für kleinere Industrie- und Gewerbebetriebe erschlossen sein, später dann Großbetriebe angesiedelt werden. Und schon jetzt wurde die Werbetrommel kräftig gerührt. Schließlich planen Unternehmen größere Investitionen nicht von heute auf morgen.

Baunatal hatte es mit dem VW-Werk vorgemacht, Kassel sollte folgen. Trotzdem war die Suche nach neuen Firmen nicht einfach. Im August 1978 hatten zwar schon 2000 Menschen im Industriepark einen Arbeitsplatz gefunden, 50 Hektar der Gesamtfläche waren aber noch frei. Das sollte sich aber nach und nach ändern. Ende der 80er Jahre wurde der Industriepark um rund 100 Hektar östlich erweitert, denn die zunächst vorgesehenen Flächen im Westen reichten nicht aus. Heute sind in Waldau-Ost noch 30 Hektar Land zu vergeben. Gut zwei Jahrzehnte nach dem ersten Spatenstich für das Industriegebiet haben hier 6000 Beschäftigte in den rund 160 Firmen Arbeit gefunden.

Thermalsolequelle für Heilbad wird erschlossen

Im dritten Anlauf sollte es endlich klappen: Bereits von 1905 bis 1908 hatte der Kasseler Bergingenieur Robert Zimmer in Wilhelmshöhe nach dem Heilwasser aus der Tiefe gesucht, auch in den 30er Jahren wurde gebohrt, aber erst 1978 sollten die Pläne für ein Thermalsolebad einen entscheidenden Schritt weiter kommen.

In 1245 Meter Tiefe hatte man mit Hilfe einer Spezialsonde Thermalsole festgestellt, die 41,2 Grad warm war. Dafür wurde eines der beiden früheren Bohrlöcher genutzt: Wilhelmshöhe 2, Unter den Eichen. Es war nach Jahrzehnten, in denen es fast in Vergessenheit geraten war, immer noch gut erhalten.

Dort unten, da waren sich die Geologen nahezu sicher, schlummerte ein nahezu unerschöpfliches Salzwasservorkommen. Am 28. Juli 1978 war es dann so weit: Die auf neun Monate angelegte erneute Bohrung (daraus wurde ein Jahr) konnte beginnen. Den Auftrag bekam ein Unternehmen, das sich in einem ganz anderen Zusammenhang einen Namen gemacht hatte. Die Bohr- und Brunnenspezialisten H. AngerÑs Söhne (Lichtenau) waren bereits bei der documenta 6 auf dem Friedrichsplatz aktiv. Das Unternehmen bohrte den vertikalen Erdkilometer für den Künstler Walter de Maria.

Im Sommer 1979 stieß man in 700 Meter auf Thermalsole von so guter Qualität, daß am 10. Oktober des Jahres der Grundstein für das Thermalsolebad Wilhelmshöhe gelegt wurde. Bekannt ist das Bad unter einem anderen Namen geworden: Anfang 1982 wurde die Kurhessen Therme eröffnet.

Streik bei der HNA

Mal gab es sie, dann wieder nicht: die Zeitung. Wenn sie erschien, dann war das redaktionelle Programm stark gekürzt, weiße Flecken rissen die Textstücke auseinander und sie konnte nur verspätet zum Leser gelangen. Der Grund war der Setzerstreik in Druckereien und Zeitungsbetrieben während des Tarifkonflikts im Februar und März 1978, zu dem die IG Druck und Papier ihre Mitglieder aufrief. Das Kasseler Druckhaus war eines der wenigen, die im März auf unbefristete Zeit bestreikt wurden.

Hintergrund der bundesweiten Protestaktionen, an denen 10 000 Setzer teilnahmen, war der Einzug des Computers. In den nächsten fünf bis zehn Jahren sollte der Bleisatz vom Foto- und Lichtsatz abgelöst werden, die alten Setzmaschinen mußten rechnergesteuerten Textsystemen in den Druckbetrieben und Verlagen weichen. Aber nicht nur die Änderung ihres Berufsbildes machte den Setzern Angst - auch ihr Arbeitsplatz war, aufgrund der Rationalisierung und Technisierung, nicht mehr sicher.

Um die Leser trotzdem mit Informationen zu versorgen, tippte, klebte und druckte die Redaktion die sogenannte HNA-Notzeitung. "Mit der Notzeitung haben Sie sich gut aus der Affäre gezogen, aber sie blieb immer nur ein Ersatz", so ein Leser in einem der zahlreichen Briefe nach der Einigung im Tarifkonflikt. Die gelang, nach wochenlangem Hin und Her, in der Nacht zum 21. März unter Vermittlung des Präsidenten der Bundesanstalt für Arbeit, Josef Stingl, und Hans-Jürgen Wischnewski, Staatsminister im Bundeskanzleramt.

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