1975

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Freie Fahrt ins Ruhrgebiet

Am 8. Juli 1975 wird das letzte Stück der Autobahn zwischen Kassel und dem Ruhrgebiet für den Verkehr freigegeben. Von der Verbindung erhofft man sich wirtschaftliche Impulse für die Region.

Mitten auf der neuen Schnellstraße drückt Oberbürgermeister Dr. Karl Branner seinem Dortmunder Kollegen Günther Samtlebe die Hand und lädt die Menschen im Revier ein. "Kommt bald nach Nordhessen und besucht uns und unsere schöne Landschaft", sagt er, wohlwissend, daß das Zonenrandgebiet dem Westen der Republik in diesem Augenblick ein Stück näher rückt.

8. Juli 1975 in der Nähe der westfälischen Domstadt Soest. Kurz nach halb zwölf schneidet Bundesverkehrsminister Kurt Gscheidle (SPD) das Band durch und gibt damit das letzte Stück der Autobahn zwischen Kassel und dem Ruhrgebiet für den Verkehr frei.

Der Einweihung des 39 Kilometer langen Abschnitts zwischen Soest-Ost und Wünnenberg wohnt alles bei, was in Nordhessen Rang und Namen hat. Als der Minister die Schere ansetzt, lächelt Holger Börner zufrieden. Der Kasseler SPD-Bundestagsabgeordnete hat sich in Bonn jahrelang nachdrücklich für die Fertigstellung der Ost-West-Verbindung stark gemacht.

Die Stimmung an diesem heißen Sommertag ist euphorisch. Von dem Lückenschluß erhoffen sich Politiker und Wirtschaftsvertreter wichtige Impulse. Hessens Verkehrsminister Heinz-Herbert Karry (FDP) spricht von einer "entscheidenden Verbesserung für die Wirtschaftsentwicklung der Stadt Kassel, der Region Nordhessen und der Räume darüber hinaus". Der Fremdenverkehrsverband Kurhessen und Waldeck nutzt die Gunst der Stunde und bringt einen eigens für die Einweihung herausgegebenen Prospekt unter die Leute. Das Heft mit dem Titel "Nur ein Katzensprung" soll die Westfalen unter anderem nach Ahnatal ("Nostalgisches Wochenende" ab 99 Mark) und in den Naturpark Meißner-Kaufunger Wald (sieben Tage Vollpension ab 140 Mark) locken.

Die Euphorie ist verständlich angesichts der Tatsache, daß sich die Vollendung der 149 Kilometer langen Autobahn jahrzehntelang hinzog. Erste Ideen für den Schnellweg, der am Ende knapp eine Milliarde Mark kostet, stammen aus dem Jahr 1927. Mit der Umsetzung der Pläne wird 1939 begonnen; doch der Krieg stoppt schon bald den Bau.

Eine 1957 gegründete Arbeitsgruppe unter der Federführung der Industrie- und Handelskammer greift die Pläne wieder auf und macht Druck in Bonn. Fünf Jahre später genehmigt das Bundesverkehrsministerium den Bau einer 4,7 Kilometer langen "hochwasserfreien Verbindungsstraße" zwischen Bergshausen und der Bundesstraße 3. Im Zuge der Arbeiten entsteht auch die Autobahnbrücke über die Fulda. Fortan arbeiten sich die Autobahnbauer von Osten und Westen vor. Im Oktober 1968 wird das 15 Kilometer lange Teilstück zwischen Kassel-Süd und Burghasungen übergeben.

Oberbürgermeister: Hans Eichel folgt auf Karl Branner

Am 7. Oktober 1975 geht in Kassel eine Ära zu Ende. Dr. Karl Branner verläßt das Rathaus. 13 Jahre war "d'r Karle", wie ihn die Bürger liebevoll nennen, Oberbürgermeister der Fuldastadt. Branner übergibt die Amtsgeschäfte zusammen mit einem Strauß Nelken an einen Mann, der zunächst wegen seines Alters für Aufmerksamkeit sorgt.

Hans Eichel, von Haus aus Gymnasiallehrer und seit 1970 Vorsitzender der SPD-Rathausfraktion, ist mit 33 Jahren der jüngste Oberbürgermeister der Bundesrepublik. In seiner Antrittsrede dämpft der ehemalige stellvertretende Bundesvorsitzende der Jusos die Hoffnungen auf einen Geldsegen aus Wiesbaden. Der Wunsch nach einem weiteren Ausbau sozialer Dienstleistungen in Kassel sei nur um den Preis höherer Steuern möglich. Klare Worte findet Eichel zum Defizit bei den Städtischen Werken und der KVG. Die Lasten für die Sanierung beider Unternehmen seien inzwischen "unvertretbar hoch geworden". Große Bedeutung für die Region kommt laut Eichel dem Ausbau der Gesamthochschule bei. Außerdem müsse geprüft werden, inwieweit Behörden und Dienststellen, "die heute in den Ballungszentren konzentriert sind", nach Nordhessen verlegt werden können.

Neue Hauptpost in der Unteren Königsstraße eröffnet

Nach langen Jahren hat das Provisorium bei der Post ein Ende. Im Februar 1975 ziehen die Beschäftigten, die bislang über das gesamte Stadtgebiet verteilt sind, in die neue Hauptpost in der Unteren Königsstraße ein. Viereinhalb Jahre hat der Bau des Postamtes Kassel 1, so die offizielle Bezeichnung der Behörde, gedauert. Das Gebäude mit einer Nutzfläche von rund 32 500 Quadratmetern hat 49 Millionen Mark gekostet. Neben der großen Schalterhalle, der Postfachanlage und dem Zollamt Kassel (Post) beherbergt der Neubau eine moderne Paketförder- und Verteilanlage. Die 2300 Mitarbeiter des Postamtes Kassel 1 sind für 380 000 Menschen zuständig. Täglich werden rund 3000 Pakete, 3500 Päckchen und 188 000 Briefe zugestellt. Daß die neue Hauptpost schon wenige Jahre später durch den Bau des Brief- und des Frachtzentrums einen Großteil seiner Funktionen einbüßen wird, ahnt bei der Eröffnung niemand.

Wiesbaden gibt grünes Licht für Bundesgartenschau

Nach schwierigen Verhandlungen in Wiesbaden sind Anfang Dezember 1975 die Weichen für die Bundesgartenschau (Buga) 1981 in Kassel gestellt, der zweiten nach 1955. Nach einem Beschluß des Kabinetts wird das Land Hessen 17,6 Millionen Mark des auf 43,2 Millionen Mark bezifferten Ausstellungsetats tragen. Die Stadt Kassel steuert die gleiche Summe bei. An Eintrittsgeldern werden rund acht Millionen Mark erwartet. Angesichts der "heutigen finanziellen Verhältnisse" müsse für die Schau eine "angemessene Form" erarbeitet werden, betont Oberbürgermeister Hans Eichel. Es gelte zu beweisen, daß gute Ideen und viel Phantasie einen "klotzigen finanziellen Einsatz" ersetzen könnten.

Für die Gestaltung des 100 Hektar großen Buga-Geländes am östlichen Fuldaufer soll ein bundesweiter Wettbewerb ausgeschrieben werden. In einem Leserbrief an die HNA äußert sich Alt-OB Willi Seidel begeistert über die Buga-Pläne. Die Gartenschau sei geeignet, dem nordhessischen Raum neue Impulse zu geben und ihn "aus seiner Erstarrung und Lähmung zu befreien". Für die Unterstützung "dieser Großunternehmung" vermisse er allerdings "die eigentlich schon längst fällige Bürgerinitiative".

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