1972

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Ereignisse

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  • 13. April spielten Uriah Heep, eine der größten Rockbands ihrer Zeit, in der Kasseler Stadthalle. Schon damals im Programm: der ein Jahr zuvor veröffentlichte (und bis heute) Megahit „Lady in Black“.

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Sonstige

Knopfdruck durch den Kanzler

Der große Bahnhof für die Politik gehört im Zonenrandgebiet nicht zum Alltag. Doch zur Einweihung des Presse+Druckzentrums kommen der Kanzler, drei Bundesminister und der Parlamentspräsident.

Die Liste der politischen Prominenz, die in diesem Jahr Kassel besucht, kann sich sehen lassen: Bundestagspräsident Kai Uwe von Hassel (CDU), Bundeskanzler Willy Brandt (SPD), Bundesaußenminister Walter Scheel (FDP), Bundesinnenminister Hans Dietrich Genscher (FDP), Hessens Ministerpräsident Albert Osswald (SPD) – alle kommen ins strukturschwache Zonenrandgebiet, um an der Einweihung des Presse+Druckzentrums in der Frankfurter Straße teilzunehmen. Zwei Jahre nach der Grundsteinlegung ist auf dem 43.000 Quadratmeter großen ehemaligen Domänengelände am Park Schönfeld das Druckzentrum entstanden.

Als gutes Beispiel für Strukturpolitik wird das neue Haus bei der Einweihungsfeier in der ausgeräumten Packerei der Hessischen Allgemeinen von allen Seiten gewürdigt. Große finanzielle Vorhaben in der Nähe zu Niemandsland und Todesstreifen (von „Mordanlagen” spricht Innenminister Hans Dietrich Genscher) waren nicht an der Tagesordnung. Und so würdigte Bundeskanzler Willi Brandt den Neubau ausdrücklich als Beispiel für wirtschaftliche Weitsicht und unternehmerische Risikobereitschaft”.

Hessens Ministerpräsident Albert Osswald hebt die Rolle der Zeitung als „Spiegel des öffentlichen Geschehens” hervor. Der Hessischen Allgemeinen bestätigt er, ein „gutes Stück Pionierarbeit” geleistet zu haben. Mit der Unternehmenspolitik nach dem Krieg habe die Zeitung eine Presse in Nordhessen geschaffen, „die im Bereich der Regionalzeitungen zu den besonders beachtenswerten in der Bundesrepublik zählt.” Sie nehme die öffentliche Wächterfunktion ebenso erfolgreich wahr wie ihre erste Aufgabe, die Information.

Kassel Oberbürgermeister Branner wünscht sich für Kassel weitere Erfolge und Fortschritte wie bei der Zeitung und bedauert, daß sich „die Wirtschaftskonzentration nicht über alle in gleicher Weise günstig für unsere Stadt auswirkt.”

Beschwerdestelle

Mit vielen Vorschußlorbeeren wird in der Festveranstaltung am 5. Oktober aber auch die Einrichtung einer Beschwerdeinstanz für die Presse bedacht. Verleger und Mitherausgeber Dr. Paul Dierichs räumt versuchsweise für ein Jahr jedem Leser die Möglichkeit ein, sich über die Instanz Ombudsman über die Hessische Allgemeine zu beschweren. Der Kanzler ist „beeindruckt davon, was in diesem Haus probeweise und freiwillig auf den Weg gebracht werden soll”. Ministerpräsident Osswald zeigt sich überzeugt, daß „die Fülle von Erfahrungen von großen Nutzen sein wird”.

Zwei Monate vor der Bundestagswahl kann die aktuelle politische Lage nicht unberücksichtigt bleiben. Ehrengäste, die zur Einweihung des Zeitungshauses kommen, finden sich nach diesem 5. Oktober in zahlreichen Interviews wieder. Exklusiv-Nachrichten kommen aus Kassel: Bundestagspräsident von Hassel wendet sich unter anderem gegen eine Grundgesetzänderung, die dem Parlament das Recht auf Selbstauflösung geben soll.

Bundesinnenminister Genscher die Zusage für die Einrichtung eines Umweltbundesamtes in Kassel abzuringen, gelingt während der „Zonenrandeuphrie” in diesen Tagen allerdings nicht.

Partnerschaften: "Die Vorläufer eines neuen Europa"

Rovaniemi und Västeras kommen zu Florenz, Mühlhouse und Braila – Kassel pflegt alte und besiegelt neue Partnerschaften.

Kassel streckt seine Hände nach Europa aus. Städtepartnerschaften mit Florenz und Mühlhouse sind besiegelt. Die Partnerschaft zur schwedischen Stadt Västeras ist auf den Weg gebracht. Seit 1915 besteht die Verbindung zu dem ostpreußischen Kreis Stallupönen, wo ein Kasseler Regiment Stadt und Kreis von den Russen befreit hatte. Die Fäden laufen auch nach Braila in Rumänien.

Der Austausch ist rege: die Musikakademie fährt, Majorettes kommen aus Mühlhausen, die Karnevalisten fahren dorthin. Die Zisselgilde bekommt für ihren Auftritt viel Beifall am Palazzo Vecchio in Florenz. Ich kann mich noch genau daran Erinnern (Ralf Wenzel),damals war ich aktiv bei der Zisselgilde. Abends um 21:00 Uhr sind wir mit dem Zug Richtung Florenz.Diese eine Woche die wir dort waren war schön, unglaublich das Rathaus und die Altstadt. Ich behaupte wir haben für diese Zeit eine tolle Reklame für Kassel gemacht.

Die Städtefreundschaft zu Västeras wächst von unten, wie die Verantwortlichen das wollen. Die Freundschaft geht ein in eine Partnerschaft, die in diesem Jahr offiziell besiegelt wird. Västeras, so steht es ind er Zeitung, hat nur halb soviel Einwohner wie Kassel, die aber leben auf einer Fläche, die neunmal größer ist als Die Fuldastadt.

Als Eltern und Elternbeiräte im in Straßburg an der Sitzung des Europäischen Parlaments teilnehmen, werden sie vom Mühlhäuser Bürgermeister Müller euphorisch begrüßt: „Wir sind die Vorläufer eines neuen Europas, einer neuen Welt...”. In diesem Jahr wird auch der „Kontakt mit Erfurt angeregt”. Nach Abschluß des Verkehrsvertrages mit der DDR und parallel zu den Verhandlungen über einen Grundvertrag über die Beziehungen zwischen beiden deutschen Staaten sei es an der Zeit, Gespräche mit der thüringischen Stadt anzubahnen.

Geld für Partnerschaften ist auch damals nicht vorhanden. Im städtischen Haushalt über 329 Millionen Mark sind genau 25 000 Mark für Städtefreundschaften vorhanden. Am 14. August hat Kassel Besuch aus fünf Partnerstädten. Ihren Ruf als Stätte internationaler Begegnungen will Stadt erneut unter Beweis stellen, heißt es in der Zeitung.

Mist und Farbe für die Künstler

Die Die documenta 5 wird von Teilen der Bevölkerung bekämpft. Ausstellungsstücke werden mit Kuli bekritzelt, mit Farbe und Seife beschmiert. Ein stoffbespanntes Dreieck wird zerschnitten. Landwirte laden vor dem Museum Fridericianum eine Fuhre Mist ab und wollen damit gegen den „Jahrmarkt der Sauereien und Geisteskrankheiten” protestieren. ´

Die Besucherzahl ist gegenüber der documenta 4 wiederum gestiegen. 220 000 Besucher werden registriert, darunter Hollands Kronprinzessin Beatrix und Prinzgemahl Claus.

Alles teurer: Porto, Benzin, Strom

„Mehr Groschen”, die durch den Auspuff der Autos gejagt werden, beklagt die Zeitung. Der Benzinpreis wird um 4,5 Pfennige angehoben. Superbenzin kostet jetzt 64,5 Pfennige, Normalbenzin klettert auf 56,9.

Auch die Post erhöht in diesem Jahr das Porto. Die Beförderung des Standardbriefes kostet ab 1. Juni 40 (statt 30) Pfennige, die Postkarte wird für 30 statt 25 Pfennige befördert.

Auch Strom wird teurer. Die Städtischen Werke heben den Grundpreis um 1,60 DM und die Zählergebühr um 50 Pfennig an. Der Kilowattstundenpreis bleibt bei 10 Pfennigen.

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  • Aus HNA.de vom 15. November 2012: Forstleute beim Sturm 1972 offenbar überfordert