1969

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Logo Verein der Briefmarkenfreunde Baunatal e.V.

Der Verein der Briefmarkenfreunde Baunatal e.V. wurde am 19. Oktober 1969 in Baunatal gegründet und ist Mitglied "Im Bund Deutscher Philatelisten e.V." sowie im Verband der Philatelistenvereine Hessen, Rhein-Main-Nahe e. V.
Das Vereinshaus mit Tausch - Zusammenkünfte ist das Haus der Vereine, im Stadtteil Baunatal - Altenbauna.

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Sonstige

Weltmeister und Weltverbesserer

DJ Ralf stellt in der Diskothek „Old Ranch” den Weltrekord als Platten-Ansager auf. Protest: 1000 Menschen demonstrieren gegen eine NPD-Veranstaltung. Dabei werden zwei „Linke” angeschossen.

„Weltrekord-Stimmung im Beat-Lokal” lautet im Juni eine Überschrift in den Hessischen Nachrichten (HN). Für diesen „Weltmeisterschaftstaumel”, von dem Kassels Jugend und auch einige Ältere angesteckt worden sind, ist Ralf aus Wilhelmshaven verantwortlich. Ralf, damals 24 Jahre alt, ist aber nur sein Künstlername, in Wirklichkeit heißt er Lothar Behnke, und versucht seit Mai 1969 einen neuen Weltrekord im Plattendauerauflegen aufzustellen.Die Folgen: Tanzende Lehrlinge vergessen in der Diskothek „Old Ranch” in der Jägerstraße ihre Betriebe, Bundeswehrsoldaten müssen von Feldjägern zum Dienst geholt werden. „Das ist nichts Neues mehr, daran haben wir uns in den letzten Tagen gewöhnt”, sagte der Club-Inhaber gegenüber einem HN-Redakteur.

Direkt auf Tanzfläche

Eine heute 44jährige Frau erinnert sich: „Ich war damals 14 Jahre alt und wir sind von der Schule direkt auf die Tanzfläche. Unsere Eltern wußten natürlich nichts davon.” Alles nur wegen DJ Ralf. Der hatte schon acht Wochen vorher in Hameln einen Weltrekord aufgestellt. Damals sagte er 518 Stunden lang Platten an. Sein Ehrgeiz wurde erneut gepackt, nachdem ein amerikanischer DJ ihn mit 529 Stunden überrundet hatte.Das Ziel des ehrgeizigen Ralfs in Kassel: 707 Stunden lang wollte er für Stimmung auf der Tanzfläche sorgen. Das Reglement: Jeden Tag hatte der DJ nur drei Stunden Pause, zwischen vier Uhr nachts und sieben Uhr morgens. Während dieser Zeit wurde der strapazierte Ansager von einem Arzt betreut und massiert. Die Kasseler Feuerwehr hatte ihm zudem einen Sauerstoffapparat (gegen fünf Mark Miete pro Tag) ausgeliehen, mit dem er Frischluft inhalierte. Das Rauchen in dem Club war übrigens nach der 301. Stunde verboten worden.Sein gestecktes Ziel von 707 Stunden schaffte Ralf letztlich nicht: Nach 685 Stunden erlitt er einen Nervenzusammenbruch, mußte von seinem Plattenteller, den er in den vergangenen 27 Tagen kaum verlassen hatte, weggetragen werden. Auch wenn er sein Ziel nicht erreicht hatte, war er neuer Halter des Weltrekords im Plattenauflegen. Für seine Leistung bekam der Weltmeister einen Gesamtpreis von rund 15 000 Mark.

APO-Parolen

Aber die jungen Menschen Kassels vergnügten sich nicht nur im Jahr 1969. Wie in vielen Städten der Welt protestierten sie auch in der nordhessischen Metropole gegen das Establishment. So wurden Anfang Dezember zwei junge Männer von der Polizei festgenommen, da sie angeblich das Landgericht und das Marmorbad in der Aue mit Farbe beschmiert hatten. Hakenkreuze, sozialistische Sterne und APO-Parolen prangten an dem Gebäude. Einer der festgenommenen Männer hatte gegenüber der Polizei angegeben, er gehöre zu dem Frankfurter Kollektiv „Roter Morgen”.Der andere Mann, ein 22jähriger Kasseler, hatte schon im September 1969 kurz vor der Bundestagswahl für Schlagzeilen gesorgt. Damals war er mit einer Schußverletzung ins Krankenhaus eingeliefert worden, nachdem er sich an einer Anti-NPD-Demo beteiligt hatte. Über 1000 Kasseler hatten vor der Stadthalle gegen eine geplante Wahlkundgebung der NPD protestiert. Die Kasseler Schüsse, neben dem 22jährigen wurde ein 19jähriger Mann verletzt, alarmierten sogar die Spitzenpolitiker in Bonn. Ein Sprecher der Bonner CDU bedauerte diese „Verwilderung des Wahlkampfes durch radikale Kräfte”. Sowohl Gewaltakten von rechts als von links müsse ein energisches Halt geboten werden.

Die Polizei vermutete den Täter im Umkreis der NPD und leitete eine bundesweite Fahndung ein. Der Anschlag hatte zur Folge, daß Altbundeskanzler Ludwig Erhard sagte: „Es ist höchste Zeit, dem wilden Treiben der NPD ein Ende zu bereiten.” Die NPD bestritt natürlich diese Anschuldigungen. Ihr Vorsitzender Adolf von Thadden bezeichnete den Anschlag als Folge einer schon seit längeren Zeit gegen die NPD betriebenen „Hetze von links”. Und von Thadden setzte noch eins drauf: Er könne nicht ausschließen, daß der Anschlag ihm gegolten habe.

Landfriedensbruch

Die oben erwähnten Farbschmierereien am Gerichtsgebäude waren unmittelbar nicht mit den Schüssen in Verbindung zu bringen. Nach Recherchen der HN waren sie eine Reaktion auf ein Verfahren am Landgericht. Im Dezember mußten sich dort drei junge Männer wegen Landfriedensbruchs verantworten. „Wir werden siegen” lautete eine gesprühte Parole am Marmorbad.Einige Demonstranten hatten vor dem Gerichtsgebäude, das von der Polizei „geschützt” werden mußte, die „Internationale” angestimmt.

Spielzeug verbrannt

Proteste gab es am Nikolaustag auch auf dem Königsplatz: Mitglieder der Jungsozialisten und der IG-Metall-Jugend hatten sich als Weihnachtsmänner verkleidet und mit Spielzeugmaschinenpistolen bewaffnet. Die Aktion sollte sich gegen das Schenken von Kriegsspielzeug zu Weihnachten richten. Zum Schluß ging schließlich ein mit Miniaturwaffen geschmückter Christbaum auf dem Königsplatz in Flammen auf.

Neubau der Höheren Wirtschaftsfachschule eingeweiht

Keine Feier, keine Schlüsselübergabe und keine Reden: Der Einzug der Höheren Wirtschaftsfachschule in das neue Gebäude an der Druseltalstraße/Ecke Monteverdistraße im April 1969 verlief ohne großes Aufsehen.

In Rekordtempo - nur sieben Monate lagen zwischen Grundsteinlegung und Einzug - war der erste Bauabschnitt für 1,4 Millionen Mark errichtet worden.Für die Studierenden, die an der Wirtschaftsfachschule zu Betriebswirten ausgebildet wurden, bedeutete der Neubau eine große Erleichterung. Wurde früher der Unterricht aufgrund des Platzmangels oft in die Nachmittags- und Abendstunden verlegt, standen nun zehn Klassenräume, zwei Gruppenräume, ein Archiv sowie eine Bibliothek zur Verfügung.

Der Unterricht an der Wirtschaftsfachschule hatte im Oktober 1964 mit 60 Studierenden begonnen. 1967 drohte das alte Gebäude aus allen Nähten zu platzen: die Studentenzahl war auf 320 angestiegen.

Durch den Neubau seien nicht nur bessere Ausbildungsmöglichkeiten geschaffen worden, so Oberstudienrat Walter Engel, der Leiter der Schule, sondern auch eine Grundvoraussetzung für die vom Kultusministerium ins Auge gefaßte Umwandlung der Schule in einen Bereich der künftigen Fachhochschule Kassel.

Ende einer Post-Ära

Ihnen wurden Heiratsanträge gemacht, ungeduldige Zeitgenossen wünschten sie manchmal auf den Mond: die „Fräuleins vom Amt”. Jahrzehntelang waren sie die Bindeglieder, um die Verbindung zwischen zwei Telefonen herzustellen. Dieser Abschnitt Postgeschichte endete am 4. März 1969 pünktlich um 11 Uhr in Kassel. Doris Schenk, das letzte „Fräulein vom Amt”, beendete in der Hauptvermittlungsstelle Kassel ihren Dienst. Von diesem Zeitpunkt an wurden die restlichen handvermittelten Gespräche des Kasseler Amtes vom Fernamt Hannover übernommen.

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