1965

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Sonstige

"Automatisch" hieß das Zauberwort

Die Technik schritt 1965 in Kassel in vielen Bereichen rasant voran - Automatisierung hieß das Gebot der Stunde.

Klick, ratter, surr, klingel - automatisch mußte es 1965 in der Stadt zugehen. Ob Straßenbahn, Fernsprechverkehr oder Auto-Waschanlage: Möglichst komfortabel und ohne Handarbeit sollten vor allem Dienstleistungen vonstatten gehen. Anfang April etwa hielten "eiserne Schaffner" Einzug in die Kasseler Straßenbahnen. "Sie stecken ihre Karte einfach in einen Schlitz des Gerätes, und innerhalb von Sekundenbruchteilen ist ein Teil des Fahrscheins entwertet", erläuterten am 10. März die Hessischen Nachrichten die Bedienung des schuhkartongroßen Automaten.

Das gleichzeitige Klingelzeichen, glaubte Dieter Mohnhaupt, technischer Direktor der Kasseler Verkehrs-Gesellschaft, habe auch eine psychologische Wirkung: "Viele Fahrgäste werden Obacht geben, ob es auch bei dem neu einsteigenden Fahrgast klingelt." Eine handfeste existenzielle Wirkung hatten die automatischen Kollegen später für die Schaffner: hundert von ihnen wurden Ende August gekündigt. Da blieb viel Zeit zum Autowaschen. Zur Pflege der Karossen empfahl sich bereits ab dem 23. April Kassels erste Auto-Großwaschanlage in der Raiffeisenstraße.

Ganz ohne Handarbeit ging es in der neuen Wunderanlage dennoch nicht, wie die Hessischen Nachrichten erklärten: "Zunächst wird der Wagen auf eine Leitschiene gefahren und gleitet dann wie auf einem Fließband langsam, aber sicher weiter. Inzwischen springen einige Helfer in das Auto, säubern es im Inneren, und dann kommt das Fahrzeug unter die Dusche. Unzugängliche Stellen werden letzten Endes in Handarbeit gereinigt."

Fernsprechverkehr

Ganz im Zeichen der Automatisierung stand auch der Fernsprechverkehr. 92 Prozent aller Telefongespräche in Deutschland liefen in diesem Jahr bereits über den Selbstwähldienst. Eine Entwicklung, der die Post in Kassel Anfang Februar mit dem Beginn eines großen Anbaus an das Fernmeldeamt an der Friedrich-Ebert-Straße Rechnung trug. 6,2 Millionen Mark und drei Jahre Bauzeit waren für die steinerne Eintrittskarte in die neue Telefon-Ära vorgesehen.

Die ersten fünf neuen Münzfernsprecher "mit Köpfchen" wurden Mitte Januar in Kassel installiert. Fernsprecher, in denen grundsätzlich zuerst jeweils die kleinsten Münzen, die Groschen, beim Telefonieren abgerufen wurden.

Ein Zählwerk unterrichtete ständig, für wie viele Zehnpfennig-Einheiten von einer kassierten größeren Münze noch telefoniert werden konnte. "So kann sich der Sprechende viel besser als bisher einrichten, wenn er merkt, daß ein Gespräch bald zu Ende ist; notfalls kann er schnell einige Groschen nachwerfen", lobten die Hessischen Nachrichten die Neuerung. Dafür mußten sich die Benutzer der "Fernsprechstellen" allerdings damit abfinden, daß "ihre Stimme für den anderen Partner so klingt, als ob sie aus einer leeren Badewanne ertönt".

Den weiteren Einbau von schallschluckenden Wänden hatte die Bundespost vorerst eingestellt: Die Platten waren mit Zigaretten angebrannt worden, und Damenabsätze hatten sich in sie hineingebohrt.

"Fürs große Blech"

Neu und automatisch ging es ab dem 20. März auch im Parkhaus in der Neuen Fahrt im Herzen Kassels zu.

Dort wurde die bundesweit erste elektronische Steuerungsanlage in Betrieb genommen. Ampeln zeigten dem Autofahrer, ob in irgendeinem der fünf Stockwerke noch ein Plätzchen frei war. Möglich wurde dies durch in den Beton eingelassene Induktionsspulen, die beim Überfahren "einer größeren Menge Blechs", so die Hessischen Nachrichten, einen elektromagnetischen Impuls an ein Zählwerk weitergaben.

Und am 27. Oktober erstrahlte erstmals der Fußball-Hartplatz an der Jahnstraße. Begeistert konnten Spieler, Trainer und Vereinsmitglieder des Sportclubs 03 miterleben, wie die 24 Scheinwerfer der ersten Kasseler Flutlichtanlage den roten Bodenbelag in 24 000 Watt starkes Licht tauchten.

Politessen: Auf der Jagd nach Parksündern

Weibliche Unterstützung erhielten 1965 erstmals die Kollegen der Kasseler Verkehrspolizei.

Einen ungewöhnlichen Dienst traten Mitte Oktober Gisela Knauf, Heidemarie Jacob und Isolde Germeroth an. Als die ersten drei Polizeihelferinnen Kassels, gerne auch als "Politessen" bezeichnet, sollten sie ihre männlichen Kollegen der Verkehrsbereitschaft unterstützen.

Keine Waffen sollten sie tragen, sondern "Parkscheibensündern" auf Kurzzeitparkplätzen "von zarter Hand" gebührenpflichtige Verwarnungen hinter die Scheibenwischer ihrer Autos stecken. Und alten Leuten helfen, Kinder sicher über die Straße bringen, auswärtigen Gästen Auskunft erteilen - eben "eine attraktive Verstärkung" der Polizei sollten die drei jungen Damen sein. "Eine junge Frau, die sich für diesen Dienst meldet, wird pro Woche 44 Stunden zu arbeiten haben. Sie braucht nachts nicht auf der Wache zu sein, verdient als Ledige im Alter von 25 Jahren etwa 600 Mark und als Verheiratete 650 Mark", beschrieben die Hessischen Nachrichten die Konditionen. Ebenso präzise war die äußerliche Erscheinung der weiblichen Nachwuchskräfte festgelegt: Gekleidet in den Kasseler Stadtfarben Blau und Weiß, waren weiße Bluse, blaues Kostüm und ein rundes Käppi vorgesehen. Mit Emanzipation hatte das alles wenig zu tun. Kochend, rührend und häkelnd wurden Gisela, Heidemarie und Isolde für Porträtfotos in die Küche gestellt. In der Zeitung hieß es entsprechend: "So hängten drei Kasseler Hausfrauen die Schürzen an den Nagel, doch nur tagsüber. Abends, wenn sie nach Hause kommen, wird sie ihnen wieder wichtigstes häusliches Requisit sein".

Das Warndreieck hebt ab

"Unfall-Warnballons aus Plastik oder Gummi sollen nach der Vorstellung von Rudolf Edelmann aus Kassel bald zur ständigen Ausrüstung des Kraftfahrers gehören" berichten die Hessischen Nachrichten am 9. Februar von einer pfiffigen Erfindung.

Der von Edelmann entwickelte, mit einem Warndreieck aus roter Leuchtfarbe bemalte Ballon könne bei Pannen und Unfällen entweder auf einem leichten Ständer aufgestellt oder beliebig hoch in die Luft aufgelassen werden. Nur ein geringes Gewicht sollte der Ballon haben und "raumsparend" zu verpacken sein. Durchsetzen konnte sich das innovative Autozubehör dennoch nicht.

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