1963

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Ereignisse

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  • 10. März: Die Oper Il Re cervo oder Die Irrfahrten der Wahrheit von Hans Werner Henze wird in Kassel uraufgeführt.

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  • 3. November: Mit der Gründung der Braunkohlenzeche auf dem Möncheberg endete eine mehr als 140-jährige Bergbaugeschichte in Ihringshausen. Am 3. November wurde die letzte von rund 15 Millionen Tonnen Braunkohle zu Tage gebracht.

Dezember

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Sonstige

Der Winter hat die Stadt im Griff

Ein strenger Winter beschert den Kasselern zu Beginn des Jahres so viel weiße Pracht, daß es nicht nur auf den Straßen zu ernsthaften Problemen kommt. Auch die Wasserversorgung bricht teilweise zusammen.

Mit einer Schußfahrt ins Neue Jahr auf dem Schlitten begrüßen viele junge Leute das Jahr 1963, doch die Freude über den Winter soll den Menschen bald vergehen: Die Schneemassen behindern den Verkehr derart, daß es zu heftiger Kritik in der Öffentlichkeit kommt und am 4. Januar die Bundeswehr eingesetzt werden muß, um beim Schneeräumen in der Innenstadt zu helfen.

Der CDU-Stadtverordnete Wilfried Böhm wittert bei einem Abend der Jungen Union gar Lebensgefahr für Bürger, die sich unter diesen Umständen überhaupt auf die Straße begeben. Und Leserbriefschreiber Georg Werner jun. geißelt in der Hessischen Allgemeine das "unentschuldbare Versagen" der Stadtverwaltung, die die Probleme nicht in den Griff bekommt.

Wassermangel

Doch es soll noch schlimmer kommen. Wenige Tage später behindert klirrender Frost die Müllabfuhr, und am 16. Januar lautet die Schlagzeile der HA: "Zehntausend sind ohne Wasser". Der Wassermangel, der in diesem Winter keineswegs nur Kassel betrifft, ist von den Städtischen Werken durchaus absehbar gewesen, da die jüngsten Niederschläge nicht durch den fest gefrorenen Boden gedrungen sind. Viel tun könne man nicht, versichert Direktor Ludwig Müller - außer: Warten auf Tauwetter.

Daß es allein das Wetter ist, das den Kasselern so zusetzt, will die Öffentlichkeit allerdings nicht glauben, in der Hessischen Allgemeine vom 17. Januar bemängelt der Kommentator, daß die Menschen sich "in die finstersten Kriegszeiten versetzt fühlen", wenn sie am Tankwagen stundenlang Schlange stehen müssen. Die Städtischen Werke müssen sich den Vorwurf gefallen lassen, keine Vorsorge getroffen zu haben.

Neue Gefahr

Fünf Tage später warnen die Werke die Bevölkerung immerhin vor: "Neue Gefahr droht durch Gas". Hintergrund: Die klirrende Kälte hat nicht nur Wasserrohr-, sondern auch Gasrohrbrüche verursacht. Ein Todesfall aufgrund ausströmenden Gases ist in der Nordstadt bereits zu beklagen.

Eher Jubel erzeugt dann eine andere Maßnahme der Stadt: Am 22. Januar macht sie die Schulen dicht, denn der Brennstoff ist knapp geworden, und die Zechen an der Ruhr weigern sich, Kohle per Lastwagen nach Kassel zu schicken. Man setzt dort auf die Bahn, aber die ist mit ihren Kapazitäten auch am Ende.

Erst nachdem am 28. Januar 300 Tonnen Kohle eingetroffen sind, werden die Schulen - mit Ausnahme der Berufsschulen - wieder geöffnet.

Branner wird OB

Am Freitag, 1. Februar, arbeiten sich Kassels Stadtverordnete in feierlichem Schwarz durch den Schnee ins Rathaus vor, um einen neuen Oberbürgermeister zu wählen: Dr. Karl Branner, seit 1957 bereits Bürgermeister, tritt die Nachfolge von Dr. Lauritz Lauritzen an, den Ministerpräsident Georg August Zinn ins neue Hessische Kabinett berufen hat. Am Wetter können die beiden Sozialdemokraten auch nichts ändern, erst am 12. Februar vermeldet die Zeitung: "Die Macht des Winters ist gebrochen".

Diese prinzipiell gute Nachricht verheißt freilich neue Gefahren, denn nun ist mit Hochwasser zu rechnen. Belgische Nato—Soldaten helfen in Kassel, Schlimmeres zu verhindern: In Bettenhausen brechen sie mit Preßlufthämmern die 40 Zentimeter dicke Eisdecke der Losse auf, damit der Abfluß nicht beeinträchtigt wird.

Neubau Neckermann

Trotz des eiskalten Winters wird an einer wichtigen Großbaustelle weitergearbeitet, man betoniert schlicht unter Zeltplanen: Die letzte Baulücke am Königsplatz, dort, wo früher die alte Hauptpost stand, wird vom Deutschen Lloyd mit einem betont modernen Stahlbeton-Zweckbau der Berliner Architekten Schwebes und Schloßberger geschlossen - nachdem zuvor 12 000 Kubikmeter Trümmerschutt beseitigt worden sind.

Am 8. Mai eröffnet die Neckermann KG eines ihrer schönsten und größten Kaufhäuser. 10 000 Quadratmeter Verkaufsfläche sind dort entstanden, 700 Menschen finden in den 30 Verkaufsabteilungen sowie der Verwaltung Arbeit. Und im autofreundlichen Kassel besonders begrüßt wird das Parkdeck mit 184 Plätzen.

Eisiger Jahresabschluß

Am Ende des Jahres wird es wieder eiskalt: Kurz nachdem die neue Fußgängerzone in der Oberen Königsstraße am 1. Dezember eingeweiht und im Sandsteinbecken des Aschrott-Brunnen vor dem Rathaus - der Obelisk war von den Nazis zerstört worden - das Wasser wieder sprudelt - findet der schöne Anblick ein Ende: Schon am 4. Dezember bricht der Winter über Kassel herein und innerhalb weniger Stunden ist das Brunnenwasser zu Eis gefroren.

Einsiedler abgeschoben

Am 28. November wurde der Einsiedler Gino Zinani nach Italien in seine Heimatstadt Mailand abgeschoben, "weil er sich nicht mit den Gepflogenheiten seines Gastlandes anfreunden wollte". Der kleine Mann mit dem schütteren Haar, der 1940 als landwirtschaftlicher Arbeiter nach Deutschland gekommen war, hatte in Wilhelmshöhe in kleinen Erdhöhlen gelebt und jede Wohnung verweigert.

Die Hessische Allgemeine schrieb: "Gino philosophierte, liebte die Tiere und die Natur. Alles andere interessierte ihn nicht." Seine Sammelwut allerdings wurde ihm zum Verhängnis, in einem Lager am Rande einer Wiese hat er zusammengetragen, was fünf Laster nicht wegschaffen konnten. Den - unfreiwilligen - Heimweg trat der 52jährige, der auch vor Gericht versucht hatte, sein Aufenthaltsrecht zu erstreiten, glatt rasiert und in von der Stadt gekauften neuen Kleidern an. Man vergaß auch nicht, ihm ein Stullenpacket mit auf den Weg zu geben. Unsympathisch war Gino nicht, auch denen nicht, die ihn von Amts wegen abschieben mußten: "Wir hatten nichts gegen Gino. Er tat niemandem etwas zuleide, er war ein Sonderling. Er hätte immer bei uns in Kassel bleiben können, wenn er sich eine einfache Wohnung besorgt und geregelte Arbeit angenommen hätte", so der stellvertretende Polizeipräsident, Magistratsrat Hans Krollmann.

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