1962

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Sonstige

Millionen für den Straßenbau

Kreuzungen wurden ausgebaut, Straßen verbreitert, Parkflächen geschaffen - die Verantwortlichen der Stadt Kassel taten 1962 alles, um das Verkehrsnetz angesichts der zunehmenden Motorisierung auf den neuesten Stand zu bringen.

Am 9. November, genau um 13.01 Uhr, war es so weit: Nach mehrmonatigen Umbauarbeiten wurde Kassels "größte Kreuzung", wie es damals in der Hessischen Allgemeinen hieß, für den Verkehr freigegeben. 26 Häuser mit 59 Wohnungen mußten weichen, 33 Firmen und Geschäfte waren gezwungen, sich um eine neue Adresse zu bemühen. Insgesamt wurden 11,5 Millionen Mark verbaut. Stolz verkündete Stadtbaurat Dr. Wolfgang Bangert an diesem Tag den Festgästen, daß der Verkehr am Holländischen Platz auch dann noch reibungslos ablaufen werde, wenn sich die "heutige Zahl der Kraftfahrzeuge verdoppelt hat".

Autostadt Kassel 32 315 Wagen waren 1962 zugelassen

Ja, Kassel war damals auf dem Weg zu einer Autostadt. 32 315 Wagen waren 1962 zugelassen, auf 1000 Einwohner kamen statistisch 140,9 Autos und Motorräder. Damit lag Kassel bei der Motorisierung im Vergleich zu den anderen westdeutschen Großstädten mit mehr als 100 000 Einwohnern an 16. Stelle. Noch zwölf Jahre zuvor hatte die Stadt hier den 27. Rang eingenommen.

Auf der einen Seite zeigten sich die Stadtverantwortlichen über diesen Trend stolz, wurde damit bewiesen, daß das Wirtschaftswunder Kassel voll erfaßt hatte. Andererseits schuf die Motorisiersungswelle aber auch neue Probleme. Stadtrat Dr. Herbert Michaelis damals gegenüber der Hessischen Allgemeinen: "Die Stadt muß täglich eine große Verkehrsbelastung ertragen". Und er verlangte, daß der Straßenbau zügig fortgesetzt wird. Auch dürfe man nicht vergessen, mehr Parkraum zu schaffen. Für jedes in Kassel angemeldete Auto würden zwei bis drei Stellplätze benötigt: Einer zum Abstellen vor der Haustür, einer am Arbeitsplatz und einer für Fahrten in die Geschäftsviertel der Innenstadt.

Altenbaunaer Straße in Richtung VW-Werk

Und es wurde gebaut, was das Zeug hielt. "Millionenbeträge werden wieder in Straßendecken verwandelt", hieß es in unserer Zeitung. Die Erfolgsmeldungen betrafen unter anderem die Rasenallee, die Wilhelmshöher Allee, die Altenbaunaer Straße in Richtung VW-Werk, die Heinrich-Schütz-Allee, die Altmarkt-Kreuzung und eben den Holländischen Platz als Paradestück mit einem Fußgängertunnelsystem, übersichtlichen Vorwegweisern und einer Ampelanlage, die neu in ein "Grüne-Welle-System" eingebunden war.

Der Verkehr floß immer schneller und zügiger, doch offenbar mangelte es an Parkraum. "Wohin mit den Wagen in der Innenstadt?" titelte die Hessische Allgemeine am 25. August. Als Ärgernis wurde es damals angesehen, daß der Friedrichsplatz von Autofahrern immer mehr als Parkfläche betrachtet wurde. Zufrieden zeigte man sich, daß die Stadt dies nicht mehr dulden wollte. Verlangt wurde zugleich, andere Flächen als Parkraum auszuweisen, beispielsweise auf dem Königsplatz, an der Kölnischen Straße sowie auf dem Platz zwischen Karlskirche und Fünffensterstraße. Außerdem sei daran zu denken, mehr Parkhäuser zu bauen, hieß es damals. Das erste zweistöckige Parkhaus der Stadt hinter dem Rathaus mit 273 Plätzen wurde übrigens am 8. September eingeweiht. Kosten: 700 000 Mark.

Kassel mit VW vor den Toren

Kassel mit VW vor den Toren setzte auf den Individualverkehr. Das heißt aber nicht, daß der Öffentliche Nahverkehr bei den Investitionsplänen keine Rolle mehr spielte. Nein, auch hier wurde geklotzt. Neue Busverbindungen entstanden (beispielsweise von Harleshausen zur Innenstadt), Straßenbahnlinien wurden erneuert und ausgebaut, so die Linie 3 zum Brasselsberg.

Geld war übrigens damals noch genug vorhanden. Die Steuerquellen sprudelten angesichts des Konjunkturhochs kräftig, die Stadt konnte es sich sogar leisten, Steuersenkungen (bei der Lohnsummensteuer) zu beschließen.

Schüler für Pressefreiheit

Die "Spiegel-Affäre" beschäftigt auch Kasseler Gymnasiasten: Mehrere hundert Schüler beteiligten sich im November an einer Demo für die Pressefreiheit in der Königsstraße. Der "Spiegel" hatte in einem Artikel über ein NatoManöver vertrauliche Unterlagen veröffentlicht. Daraufhin waren die Redaktionsräume durchsucht und mehrere Redakteure verhaftet worden. In der Öffentlichkeit wurde dies als Schlag gegen die Pressefreiheit gewertet. Verteidigungsminister Strauß geriet in Verdacht, die Initiative angezettelt zu haben. Im Bundestag verwickelte er sich in Widersprüche. Er trat am 30. November zurück.

Arbeit im Überfluß - Erwerbslosigkeit kein Thema

"Arbeitslosigkeit auf tiefstem Stand" - so stand es in der Zeitung am 6. Juni. 727 Arbeitslosen standen im Arbeitsamtsbezirk Kassel über 5000 freie Stellen gegenüber. Um den Bedarf an Arbeitskräften zu decken, wurden zunehmend Gastarbeiter nach Nordhessen gelockt. Im Juni wurden 3000 ausländische Mitarbeiter in den Betrieben Kassels und des Umlandes gezählt. In erster Linie handelte es sich um Spanier und Italiener. Unter den Arbeitslosen, so wurde damals berichtet, seien rund 50 Prozent "leistungsgemindert".

Außerdem wurden auch diejenigen der über 65jährigen dazugezählt, die bis zum Einsetzen der Sozialversicherung Arbeitslosengeld bezogen.

Insbesondere Betriebe des Baugewerbes und der nordhessischen Metallindustrie suchten noch Mitarbeiter.


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