1961

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Ereignisse

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SV-Kirchbauna, 1.Handball Mannschaft

SV-Kirchbauna, 1.Handball Mannschaft (sog. Kümmel Elf) in der Kurhessen-Halle in Kassel.(60er, evtl. Winter 61/62)
Hinten von links:Trainer Kurt Schneider, Hans Krug, Heinz Rudolph, Dieter Siebert, Hans Kümmel, Sartenleiter Heinrich Berninger.
Mitte von links:Walter Krug, Heinz Gerlach, Cyriakus Gerlach.
vorne von links:August Werner, Hans Hartung, Werner Krug.

Sonstige

Mauerbau zementiert Zonenrandlage

Das Datum gilt als Symbol für die deutsche Teilung. Am 13. August 1961 wurde mit dem Mauerbau die Zonenrandlage Kassels geographisch und auch in den Köpfen zementiert.

So richtig glauben konnte es wohl zunächst niemand. Anders ist es kaum zu erklären, daß es fast zwei Wochen dauerte, bis in Kassel die ersten öffentlichen Reaktionen auf den Mauerbau vom 13. August 1961 zu verzeichnen waren. Rund 8000 Schüler gingen am 25. August auf die Straße. Ziel des Sternmarschs war der Friedrichsplatz. Viele der Demonstranten hatten schwarze Fahnen dabei, die mit Stacheldrahtsymbolen bestickt waren.

Auf Transparenten war zu lesen: "Fängt mit Stacheldraht der Frieden an?" oder "Willy Brandt - halte stand", "Weg mit der Schandmauer" und "Kennt Ulbricht kein Menschenrecht?". An den russischen Ministerpräsidenten Nikita Chruschtschow appellierten die Schüler in einem Telegramm. Der Text wurde auf dem Friedrichsplatz verlesen: "Die Jugend Kassels und mit ihr die Jugend der ganzen Bundesrepublik fühlt sich aufs schwerste betroffen und ist erbittert über die Maßnahmen der Zonenmachthaber, die seit dem 13. August eine willkürliche und unnatürliche Grenze errichtet haben." Die Jugend Deutschlands wolle "keine Konzentrationslager mehr, nicht in Berlin, nicht in Deutschland, nicht in der ganzen Welt". Das Telegramm mag damals ebenso wenig bewirkt haben wie die Demonstration. Dennoch konnten die Schüler für sich in Anspruch nehmen, der Ablehnung des Mauerbaus in Kassel eine Stimme gegeben zu haben.

Die Zeiten, in denen die Grenze noch halbwegs durchlässig war, waren im Sommer 1961 vorbei, die Abschottung nahezu perfekt. Es kamen keine Flüchtlinge mehr aus dem Osten, die der Arbeitsmarkt in Nordhessen so gut hätte gebrauchen können. Allein im Bereich der Industrie- und Handelskammer Kassel gab es im September 1961 mehr als 9000 offene Stellen. So richtig in Schwung wollte die Wirtschaft im Vergleich zu anderen Regionen nicht kommen. Dafür prägte die Zonenrandförderung das Bewußtsein. Mit dem Mauerbau lag Kassel am östlichen Ende der westlichen Welt.

Die Teilung war mit Beton und Stacheldraht besiegelt, daran änderten auch die vielen tausend Grüße zur Weihnachtszeit in Richtung Osten nichts. Die Kasseler folgten dem Aufruf des "Kuratoriums Unteilbares Deutschland". Im ganzen Stadtgebiet brannten in den Fenstern Kerzen, ein Symbol dafür, daß die "Brüder und Schwestern in Mitteldeutschland" nicht vergessen waren. Das Wintershall-Hochhaus an der Friedrich-Ebert-Straße war in Form eines Kreuzes erleuchtet, im Hermann-Schafft-Haus hatte das Jugendsozialwerk eine Weihnachtsfeier für "alleinstehende Zonenflüchtlinge" organisiert. Die Einsamkeit und den Schmerz über die Trennung von ihren Angehörigen, so die Weihnachtsausgabe der Hessischen Allgemeinen, sollten sie zumindest für einige Stunden vergessen.

Stadthalle: 60 000 Besucher bestaunen Erfinder-Ausstellung

Ein nur 26 Gramm schweres Miniradio brachte eine Friseurmeisterin aus Frankfurt mit. Sie wollte es gern allen Kunden recht machen: denen, die beim Haareschneiden gern Radio hören, und denen, die gern ungestört Zeitung lesen. Das Miniradio konnte man sich direkt am Ohr befestigen.

Ebenfalls mit der Geräuschkulisse hatte eine andere Erfindung zu tun. Die "Anti-Schnarch-Bandage" (siehe Foto) versprach Abhilfe bei der nächtlichen Ruhestörung. Rund 60 000 Besucher kamen zur Erfinder—-und Neuheitenausstellung in die Stadthalle und wurden dort von einem sieben Zentner schweren Roboter empfangen. Vorgestellt wurden unter anderem ein aufblasbares Pannenwarngerät mit Blinklicht, eine Dauerrasierklinge für mehrere Monate, das Modell eines völlig neuartigen Karussells, Einbruchsicherungen und eine Schutzbrille, mit der man beim Zwiebelschneiden nicht mehr weinen muß.

Auch wenn sich nicht jede dieser Erfindungen durchgesetzt hat, die Veranstalter machten jedenfalls mit vier Millionen Mark einen ordentlichen Umsatz. (tos)

Roboter: Erfinder- und Neuheitenausstellung

Unter dem Pseudonym N.Ter Haken schrieb der Gerichtsreporter Rudolf Grimm seine wöchentliche Kolumne "Unter uns" in der HA. Hier sein Beitrag zur Erfinder-und Neuheitenausstellung.

So still und bescheiden, wie es ihrer unnatürlichen Natur entspricht, sind die ersten Roboter in Kassel eingezogen. Sie sitzen und gehen drahtlos und silbern auf der Stadthallenbühne herum, sehen aus, als seien sie Aktionäre einer Gruselfilm AG und begrüßen die Besucher leuchtenden Auges. Einer leuchtet sogar aus dem Munde. Daraus sieht man, daß die 16. Deutsche Erfinder- und Neuheiten-Ausstellung wirklich bemüht ist, Außerordentliches zu zeigen und nicht nur praktische Sachen wie z.B. Elektrobierwärmer (zum Wärmen des Elektrobieres), das körpereigene Nachtgeschirr (da gibt es wirklich nichts zu lachen), einen Türgriff, der laut quarrt, wenn man ihn anfaßt (er quarrt nicht, wenn der Einbrecher durch das Fenster steigt), ein Karussell, in dem jedem unter Garantie schlecht wird, und dann diese ganz und gar herzigen gerahmten Landschaften, deren Bilderglasscheiben durch flache Aquarien ersetzt sind, so daß kleine Fische im Gemälde herumschwimmen.

Zugegeben, daß diese Dinge dringend notwendig sind und für den Ideenreichtum unserer Ingenieure sprechen! Ich vermisse aber immer noch den von Professor Lichtenberg schon vor 200 Jahren geforderten doppelten Kinderlöffel für Zwillinge und die Geräusch-Schluck-Schatulle, die ich allen Erfindern besonders ans Herz legen möchte; sie soll die Form eines Kofferradios, aber dessen umgekehrte Wirkung haben und allen Lärm absorbieren: Den Krach, der von der Straße hereindringt, den Italienreisebericht der befreundeten Dame, die Wahlreden und die Schnulzen. Einmal in der Woche müßte die Schatulle, möglichst in der Nähe eines Truppenübungsplatzes, von Lärm gereinigt und dann in Wilhelmshöhe mit Waldesruh neu aufgetankt werden.

Um jedoch auf die Roboter zurückzukommen: obwohl jeder 40 000 Mark gekostet hat, sieben Zentner wiegt und in seinem Busen mit Gelb-, Rot- und Grünlicht die Betriebsamkeit einer Verkehrsampel entfaltet, ist er nur imstande, einfache Bewegungen auszuführen und witzige Einfälle seines Chefs widerzugeben.

Dergleichen erledige ich weitaus wohlfeiler, und wenn ich bedenke, daß ich mit meinen nur 80 Kilo außerdem noch Klavier spielen kann, finde ich das System, nach dem ich gebaut bin, insgesamt doch zweckmäßiger. (N.Ter Haken)

Stadt Kassel erfindet die Parkscheibe

Als erste Großstadt in der Bundesrepublik Deutschland führte Kassel am 15.03.1961 die Parkscheibe ein. Vater dieses Gedankens war der damalige Polizeipräsident und spätere Bürgermeister Heinz Hille. Das Kasseler Modell fand sehr bald Nachahmer und wurde mit viel Beifall bedacht. Doch die Freude über diese kostenlose Parkraum-Regelung dauerte nur einige Jahre. Inzwischen werden auch in Kassel Parkgebühren erhoben.

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Quellen und Links

  1. Artikel auf HNA.de vom 24. Mai 2011: "Ritterschlag ist geschafft"