1952

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  • 20. Dezember: Der Hauptbahnhof in Kassel „bekommt wieder Großstadtformat" meldeten die HN . Mit dem Wiederaufbau des Gebäudes war zwar schon 1950 begonnen worden, aber Finanzschwierigkeiten bei der Reichsbahn hatten zu einer anderthalbjährigen Baupause geführt. Doch das war im Dezember 1952 vergessen angesichts der neuen "Fahrkartenhalle mit zehn Schaltern, breiten Fenstern und formschönen Stahlrohrsitzmöbeln", von der die HN zum Eröffnungstag schwärmen.

Sonstige

Überall wird gebaggert und gebaut

Endlich geht es los in Kassel mit dem Wiederaufbau. Im Jahr 1952 baute die Stadt für sechs Millionen Mark.

"Es ist erschreckend, wie weit Kassel noch zurück ist. ... Es sieht ja aus, als seien die letzten Bomben gestern gefallen...", das würden einem Besucher von auswärts sagen, und sie hätten recht, schreibt ein Leser der Hessischen Nachrichten HN) empört an die Leserbriefredaktion noch Anfang des Jahres 1952. Doch das soll sich ändern.

Der Wiederaufbau kam so schleppend in Gang, weil nach 1945 Stadtbaurat Erich Heincke (in die SPD gewechselt) weiter amtierte. Er wurde untragbar, als er Anfang 1946 in der Ausstellung "Kassel baut auf" die alten Pläne zur "Gauhauptstadt" präsentierte - den Titel "Gauhauptstadt" notdürftig überklebt. Erst 1948 wurde ein Planungsamt gegründet, dessen Leiter wurde Werner Hasper, und Wolfgang Bangert löste Heincke ab.

1952 jedenfalls gibt es kaum eine Kasseler Straße, in der nicht gebaut wird. Die Bilanz: Vier neue Volksschulen, drei neue Turnhallen, zwei Aulen; die Frauenbildungsanstalt ist wiederaufgebaut und der Rohbau der Gewerblichen Schule fertiggestellt. Am Tannenwäldchen erstehen "Hessens größte Jugendherberge" mit 200 Betten und daneben ein zweites Wohnheim für 50 Jungen. An der Fuldabrücke ist Richtfest für das Haus der Jugend, und der Stadionbau für 35 000 Zuschauer an der Frankfurter Straße wird abgeschlossen, der Tribünenbau begonnen. Besonders gefördert wird der Wiederaufbau des Stadtkrankenhauses am Möncheberg. Neben dem Hörsaal mit Speiseraum für 200 Schwestern wird noch ein Schwesternhaus mit 130 Betten errichtet und der erste Bauabschnitt zu dem großen Gebäude für die Chirurgie mit Operationssaal ist im Rohbau fertiggestellt.

Das Rathaus mit Stadtverordneten- und Magistratssaal, dem Kommissionszimmer und den Verwaltungsräumen ist wieder voll benutzbar. Die Friedhofskapelle ist wiederaufgebaut, und auch die Brüderkirche und das Ottoneum "präsentieren sich heute in freierer Umgebung vorteilhafter denn je", so ein HN-Kommentar. Für all diese Bauvorhaben hat die Stadt 6 Millionen Mark ausgegeben.

Dem Wohnungsbau allerdings - so räumt Oberbürgermeister Willi Seidel in einer Ansprache ein - müsse die "größte Aufmerksamkeit zugewendet werden, und zwar nicht nur hinsichtlich der Quantität sondern auch der Qualität". Die Statistik des Jahres ’52 verzeichnet 2500 neue Wohnungen, davon die Hälfte in der Innenstadt.

In den Straßenbau steckt die Stadt 2,2 Millionen Mark; davon wurden 150 Straßen ausgebaut oder instandgesetzt .

Doch nicht nur die Stadt klemmt sich hinter den Wiederaufbau. Die Landeskreditkasse baut, die Sparkasse baut, der Hessische Rundfunk weiht das Studio Kassel ein. Die erste Hessische Gartenbauschule wird eröffnet. An der Eugen-Richter-Straße sind 1000 Bauarbeiter an Kassels größtem Bauprojekt, den Belgierkasernen, beschäftigt. Und der "Hauptbahnhof bekommt wieder Großstadtformat" melden die HN am 20. Dezember 1952. Mit dem Wiederaufbau des Gebäudes war zwar schon 1950 begonnen worden, aber Finanzschwierigkeiten bei der Reichsbahn hatten zu einer anderthalbjährigen Baupause geführt. Doch das ist im Dezember ’52 schon vergessen angesichts der neuen "Fahrkartenhalle mit zehn Schaltern, breiten Fenstern und formschönen Stahlrohrsitzmöbeln", von der die HN zum Eröffnungstag schwärmen.

Helden im Wiederaufbaujahr 1952 sind übrigens die Baggerführer, die in Zweier-Besatzung die Altstadt enttrümmern. "Mit jedem Hebelzug ein Kubikmeter", lautet die Devise. Ein amerikanischer Armeebagger steht kostenlos zur Verfügung; mit seiner Hilfe wird fast die Hälfte der 65 000 Kubikmeter Schutt geräumt.

Im Jahresrückblick jedenfalls zeigt sich OB Seidel zufrieden: Die Gesamtbilanz des Kasseler Aufbaujahres 1952 könne als durchaus positiv bezeichnet werden.

Nazi-Prozess: Franz Marmon verließ Gericht als freier Mann

Auch Kriegstrümmer der ganz anderen Art stehen im Jahr 1952 im Mittelpunkt der öffentlichen Aufmerksamkeit: Der Jurist und SS-Sturmbandführer Franz Marmon, letzter Leiter der Gestapostelle Kassel, wird nach vielen Verhandlungstagen vom Schwurgericht Kassel zu zwei Jahren Haft auf Bewährung verurteilt und verläßt den Gerichtssaal als freier Mann.

Der Prozess wurde ihm gemacht wegen eines Massakers am Bahnhof Wilhelmshöhe. Dort wurden auf seinen Befehl zwei Tage vor dem Einmarsch der Amerikaner 79 italienische Zwangsarbeiter erschossen, weil sie aus einem Güterzug Lebensmittel genommen hatten – wie hungernde Deutsche vor ihnen auch. Am Rand eines Bombentrichters werden auf Marmons Befehl die 79 Arbeiter erschossen.

Vor Gericht rechtfertigt er seine Tat damit, daß auch er nur einen Befehl ausgeführt habe. Auch für andere Bluttaten ist der Gestapochef Marmon, der vom 16.8. 1944 bis Ende März 1945 in Kassel amtierte, verantwortlich. Er besaß die Strafgewalt über Tausende von Zwangsarbeitern und Kriegsgefangenen, die in Kassel arbeiten mußten.

Doch beispielsweise für den Tod von 12 politischen Häftlingen, die am 30. März 1945 auf dem Wehlheider Friedhof von einem Kommando der Kasseler Gestapo erschossen wurden, ist er nicht zur Rechenschaft gezogen worden.


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