1951

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Viel Theater um das Theater

Die Bürger kaufen Lose einer Lotterie zum Wiederaufbau des Staatstheaters, die Stadtverordneten streiten um Standort und Ausführung und zu allem Überfluß beschwört ein streitbarer Intendant eine Theaterkrise herauf.

Das Schauspiel hat viele Akte, es wird jenseits der Behelfsbühne in der Stadthalle gegeben, erhitzt die Gemüter im Stadtparlament und in der Bürgerschaft. Es wird auf offener Bühne und hinter den Kulissen ausgetragen, dabei ziehen die sich unversöhnlich gegenüber stehenden Kontrahenten alle Register. Der Stoff gibt viel her, er eignet sich zum Drama, zur Komödie, zur Posse oder Revue: es geht um das Theater selbst und die alte Frage: Klassik oder Moderne, Tradition oder Neuanfang.

Die Wunden des Krieges sind im Stadtbild noch offensichtlich, eine ist das zerstörte Gebäude am Friedrichsplatz. Sicherlich gibt es dringlichere Aufgaben, zum Beispiel das Schaffen von Wohnraum. Und doch wird allenthalben, vom Oberbürgermeister bis zum Bürger auf der Straße die Bedeutung des Theaters als Blüte der Kultur und Gegenpol der immer beliebter werdenden Radio- und Fernsehsendungen gesehen und die Notwendigkeit eines entsprechenden Gebäudes betont.

Während im Bereich Müllergasse, Pferdemarkt mit der Enttrümmerung der Altstadt begonnen wird, bleibt der wilhelminische Prachtbau, beziehungsweise das was von ihm noch geblieben ist, unberührt, obwohl eine Kommission bereits 1946 seinen Abbruch bestimmt hatte. Jetzt flammt eine Diskussion um den richtigen Standort einer Spielstätte und seiner Gestaltung wieder auf. Soll das neue Theater an alter Stelle entstehen, wie es die Meinung der bürgerlichen Mehrheit im Parlament ist. Argument: es sei die kostengünstigste Lösung, das Grundstück vorhanden, Teile des Fundaments und der Ruine verwertbar.

Die Gegner meinen, der alte Bau zerstöre die Platzgestaltung, verhindere den Blick in die Landschaft, das Theater solle mehr in das städtische Zentrum rücken. Sie bezweifeln, daß ein Wiederaufbau kostengünstiger ist als ein Neubau an anderer Stelle. Das ehemals kaiserliche Theater, 1905 erbaut, erfülle nicht die Anforderungen eines modernen Theaters.

Inzwischen verständigen sich die städtischen Gremien darauf einen bundesweiten Architektenwettbewerb für ein neues Theater am Friedrichsplatz auszuloben. Die Standortfrage wird endgültig Mitte November entschieden bei namentlicher Abstimmung im Stadtparlament. 30 Minuten vor Mitternacht - die heiße Redeschlacht von sieben Stunden hatten mehr als 2000 Kasselaner verfolgt - wird bei 30 zu 27 Stimmen der Sautter-Hüpede-Plan zu Fall gebracht.

Theodor Sauter und Theodor Hüpede (beide SPD) hatten sich "gegen die Schändung von 1905" und einen "alten Prachtbau mit Kaiserloge" ausgesprochen. Alternativstandorte seien das Geviert zwischen Oberer Karlsstraße und Frankfurter oder zwischen Frankfurter Straße und Schöner Aussicht.

Das Theater gegenüber dem Fridericianum aufzubauen wäre "eine Versündigung an der Stadtplanung du Rys meinte Willi Schatt (FDP). Auch Karl Dietrich (CDU) war für einen Wiederaufbau an altem Standort, "wir wünschen dabei aber kein Hoftheater mehr, sondern ein Volkstheater, welches auch in seiner äußeren Gestalt dem Friedrichsplatz und dem Bauwillen unserer Zeit entspricht".

Mit einem Brief geht der Aufbauverein Staatstheater am 17. Dezember an die Öffentlichkeit, um zur Eile zu mahnen. "Wirklich, Kassel steht schon fast am Ende der Schlange", nach über einem Dutzend Städte habe inzwischen auch Mainz und das kleine Gießen neuerstandene Theater eingeweiht. Der Grund für die Verzögerungen, typisch für Kassel, sei die Uneinigkeit, "dagegen ist kein Kraut gewachsen". Jetzt könne es leicht Sommer werden, bis der erste Spatenstich zum eigentlichen Aufbau, nicht gemeint die Aufräumarbeiten, komme.

Dabei hatte der Aufbauverein seinen Beitrag geleistet. Am Freitag, 23. Februar, wurde eine Wiederaufbaulotterie gestartet. Regierungspräsident Dr. Fritz Hoch hatte das erste Los gekauft und einen Kugelschreiber gewonnen. Oberbürgermeister Willi Seidel hatte weniger Glück. "Natürlich alles Nieten" in seinem Lospaket.

230 000 Mark Gewinn

"Kassel übertrifft sich selbst", schrieben die Hessischen Nachrichten. In den ersten drei Tagen wurden bereits 94 500 Lose verkauft, nach drei Wochen 475 000, am Ende, Anfang Mai waren es 714 163, "jeder Kasseler hatte vier Lose gekauft". Denn es gab viel zu gewinnen, der Einzelhandel und Unternehmen spendeten großzügig. Schlafanzüge, Bettwäsche, Möbel bis hin zu einem Auto (Borgward Hansa) oder Zwei- und Drei-Zimmer-Wohnungen. "Mit einem Smoking im Wert von 380 DM wurde die 22jährige Ursula Sachse aus der Kölnischen Straße bedacht, Ursula steht nun allerdings vor einem Problem: es fehlt ihr der da hineinpassende Mann dazu", meldete die Zeitung. Die Theatertombola erbrachte einen Gewinn von 230 000 Mark.

Abschiedsvorstellung

Die Kasseler liebten ihre Bühne, die ehrgeizige Ziele verfolgte. "Jeder Kasseläner in jeder Woche einmal ins Staatstheater", hieß die Parole der Spielzeit ’51/’52. Die vorherige war turbulent verlaufen. Nicht gemeint ist die Abschiedsvorstellung mit "Gericht bei Nacht" von Günter Kind und Horst Tappert in ausverkaufter Stadthalle, die die begeisterten Zuschauer erst nach Dutzenden von Vorhängen gehen ließ. Gemeint sind die Querelen um Intendant Paul Rose.

Der war von Berlin, über Tübingen nach Kassel gekommen, um frischen Wind in den festgefahrenen Betrieb zu bringen. Nach nicht einmal drei Monaten brach eine "der schwersten bisherigen Theaterkrisen" in der Fuldastadt aus. Ärger mit dem Ensemble, Streit mit Verwaltungsdirektor Konrad Möller führten schließlich zum Bruch. Nachfolger wurde Edgar Klitsch, der bereits von 1932 bis zum von den Nazis erzwungenen Rücktritt ’33 als Intendant in Kassel gearbeitet hatte.

Herkules-Bergringrennen

Die Hessischen Nachrichten schreiben von 50000, die Kasseler Zeitung von 60000 begeisterten Zuschauern beim Herkules-Bergringrennen, das am 19. August der ADAC mit Rennleiter Karl-Bernd Appell veranstaltet. In den Klassen von 100 bis 500 ccm Solo- und den 750 ccm Beiwagenmaschinen geht es auf einen 4,3 km langen Rundkurs mit 31 Kurven ab Marstall, über Wilhelmshöher Allee, Mulangstraße und durch den Bergpark. Acht bis 20 Runden fahren die Männer auf den Rennmaschinen gegeneinander.

In nur drei Wochen wurde die Strecke fertiggestellt. Sie sei "einmalig in Deutschland", lobt Georg A. Heinemann, ADAC-Sportleiter Hessen. Es komme "weniger auf eine überzüchtete Maschine an, als auf die Fahrkunst des Rennfahrers, ohne ihn zu zwingen, mit seinem Leben zu spielen". Dennoch ist die Strecke nicht ungefährlich. Beim Training, 200 Fahrer kämpfen um 100 Startplätze, stürzt Walter Fuchs aus Osnabrück mit seiner 125er Rennpuch in der kleinen Schleife unterhalb des Schloßcafe´s über einen Strohballen hinweg ins Gebüsch. Sein Sturzhelm wurde durchgeschlagen, die Lenkung der Maschine weggerissen. Fuchs kam mit Hautabschürfungen davon.

Die Kasseler haben Grund zur Freude. Mit Adolf Nölker in der Klasse bis 100 ccm und Gerd Duthe (bis 250 ccm) siegen zwei Fuldastädter. Nölker brauchte für acht Runden auf NSU 31:50,2 Min, Duthe kam nach 15 Runden (gleich 65,8 km) auf seiner DKW in 55:35,8 Min ins Ziel. Das bedeutete eine Durchschnittsgeschwindigkeit von 71 km/h.

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