1937

Aus Regiowiki
Wechseln zu: Navigation, Suche
| 19. Jahrhundert | 20. Jahrhundert | 21. Jahrhundert | ► Portal: Geschichte

◄◄ | | 1933 | 1934 | 1935 | 1936 | 1937 | 1938 | 1939 | 1940 | 1941 | | ►►

Ereignisse

Januar

Februar

März

  • noch kein Eintrag

April

  • noch kein Eintrag

Mai

  • noch kein Eintrag

Juni

  • noch kein Eintrag

Juli

  • noch kein Eintrag

August

  • noch kein Eintrag

September

  • noch kein Eintrag

Oktober

  • noch kein Eintrag

November

  • noch kein Eintrag

Dezember

Sonstige

Tausende schuften an der Autobahn

Mit der Reichsautobahn-Teilstrecke Kassel-Göttingen wird am 20. Juni 1937 das erste Großprojekt der Nationalsozialisten in der Region abgeschlossen.

Langsam rollt das schwere Mercedes-Cabriolet auf das weiße Band zu, das über die Fahrbahn gespannt ist. Als es kurz darauf, von der Kühlerhaube zerrissen, im Wind flattert, hebt NS-Gauleiter Karl Weinrich den Arm zum Hitlergruß. Er ist das Startsignal für einen Konvoi aus mehr als 500 Fahrzeugen, der sich an diesem verregneten Sonntag von der soeben fertiggestellten Anschlußstelle Kassel-Ost aus auf den Weg nach Norden macht.

Am 20. Juni 1937, knapp viereinhalb Jahre nach ihrer "Machtergreifung", melden die Nationalsozialisten Vollzug bei ihrem ersten Großprojekt in der Region. In nur zweieinhalb Jahren haben tausende Arbeiter die Reichsautobahn zwischen Kassel und Göttingen buchstäblich aus dem Boden gestampft.

"Nun hat auch Kurhessen mit der Teilstrecke der großen Nordsüdbahn Anschluß an das Reichsautobahn-Verkehrsnetz gefunden", schwärmen die längst gleichgeschalteten "Kasseler Neuesten Nachrichten" in ihrem reich bebilderten Bericht.

Daß mit einfachsten Mitteln an der Strecke gearbeitet wird, ist beabsichtigt. Schließlich war der bereits im Juni 1933 beschlossene Autobahnbau eine wichtige Maßnahme zur Belebung der Wirtschaft und zum Abbau der Arbeitslosigkeit im Deutschen Reich.

Mit Hacke und Schippe befördern bis zu 4000 Arbeiter die Erdmassen in die Loren einer Feldbahn. "Schub, Hub, Wurf", dieser Spruch der Männer charakterisiert die Bedingungen auf der Großbaustelle. Sie gestalten sich nicht nur wegen der primitiven Arbeitsgeräte schwierig. Die noch heute bei Lastwagenfahrern verhaßten Kasseler Berge stellen auch die Planer vor Schwierigkeiten.

Sieben Brücken

79 Bauwerke müssen auf der 38 Kilometer langen Strecke errichtet werden: 18 Unterführungen, 18 Überführungen, 34 Durchlässe sowie sieben Brücken, darunter die über 60 Meter hohe Werrabrücke bei Laubach.

Von den Schwierigkeiten ist am Eröffnungstag nicht die Rede. Vielmehr unterstreicht der Gauleiter den landschaftlichen Reiz der Strecke. Andere Honoratioren verweisen darauf, daß Kassel und Göttingen nunmehr zusammenrückten und die Universitätsstadt vom Friedrichsplatz aus in nur 40 Minuten zu erreichen sei.

Für die Mehrheit der Bevölkerung hat die schnelle Verbindung allerdings keine praktische Bedeutung: Privatwagen haben noch immer Seltenheitswert. 1933 beispielsweise kommt auf 41 Kasseler gerade ein Kraftfahrzeug. Ferdinand Porsches KdF-Wagen, der die Schnellstraßen beleben soll und für den tausende Deutsche sparen, wird nie ausgeliefert.

Der Abschnitt zwischen der "Gauhauptstadt" und Göttingen, bei dessen Bau acht Arbeiter, darunter der Kasseler Albert Münner (verheiratet mit Emma Münner, geb. Rohrbach), ums Leben kommen, ist nicht das einzige Autobahnteilstück, das 1937 eröffnet wird. Am 17. Dezember wird der Abschnitt zwischen Kassel und Homberg/Efze für den Verkehr freigegeben.

Generalkommando

In jenem Jahr steht noch ein weiteres Großprojekt der Nazis kurz vor der Vollendung. Am 10. Februar wird nach 16monatiger Bauzeit das Richtfest des "Generalkommandos" gefeiert, das zwischen Heer-, Regenten-, Aschrottstraße und Wilhelmshöher Allee entsteht. Der Frieden für die Heimat, den sich der Polier in seinem Richtspruch wünscht, sollte nur noch zweieinhalb Jahre währen.

Für den Prunkbau mit dem riesigen Portal, der offiziell Wehrkreisdienstgebäude heißt, muß sogar die Straßenführung geändert werden. Die Aschrottstraße verschwindet, und die Rundstraße wird bis zur Wilhelmshöher Allee verlängert. Das im Mai 1938 eingeweihte "Generalkommando" überdauert den Krieg und wird später ein Ort höchstrichterlicher Rechtsprechung. Die Räume werden fortan vom Bundesarbeitsgericht und vom Bundessozialgericht genutzt.

Auch Kriegsgefangene eingesetzt

Grundlage für den Bau der Fernstraßen war das "Gesetz über die Errichtung eines Unternehmens Reichsautobahnen" vom 27. Juni 1933. Überlegungen zum Bau von Straßen, die Kraftfahrzeugen vorbehalten sind, hatte es allerdings bereits in den 20er Jahren gegeben.

Verantwortlich für die Umsetzung der Pläne der Nazis war Fritz Todt, der "Generalinspektor für das deutsche Straßenwesen". Bereits im September 1933 wurde mit dem Bau der Strecke Frankfurt-Darmstadt-Heidelberg begonnen. Zu Beginn des Zweiten Weltkriegs waren 3300 Kilometer Autobahn befahrbar. Mit 125 000 erreichte die Zahl der Beschäftigten im Juni 1936 ihren Höhepunkt. Ab 1940 mußten auch Kriegsgefangene und Juden auf den Baustellen arbeiten. Zur Jahreswende 1941/42 wurde der Autobahnbau eingestellt. Nicht mehr verwirklicht wurde der geplante Abschnitt zwischen Kassel und Eisenach.

Geboren

Januar

  • noch kein Eintrag

Februar

  • noch kein Eintrag

März

  • noch kein Eintrag

April

  • noch kein Eintrag

Mai

  • noch kein Eintrag

Juni

  • noch kein Eintrag

Juli

  • noch kein Eintrag

August

  • noch kein Eintrag

September

  • noch kein Eintrag

Oktober

  • noch kein Eintrag

November

  • noch kein Eintrag

Dezember

  • noch kein Eintrag

Gestorben

Januar

  • noch kein Eintrag

Februar

  • noch kein Eintrag

März

  • noch kein Eintrag

April

  • noch kein Eintrag

Mai

  • noch kein Eintrag

Juni

  • noch kein Eintrag

Juli

  • noch kein Eintrag

August

  • noch kein Eintrag

September

  • noch kein Eintrag

Oktober

  • noch kein Eintrag

November

  • noch kein Eintrag

Dezember

  • noch kein Eintrag