1936

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Sonstige

Die Altstadt kann wieder atmen

Zwei Jahre lang war die Kasseler Altstadt Großbaustelle. Mit dem Freiheiter Durchbruch kamen wieder Licht und Luft in die bis dahin dunklen Gassen. Elendswohnungen wurden abgerissen.


10 Uhr: Uraufführung des Films "Freiheiter Durchbruch" , Capitol-Lichtspiele Wilhelmsstraße; 11.30 Uhr: Eröffnung der Ausstellung "Kassel einst und jetzt", Städtisches Kunsthaus am Ständeplatz; 16.30 Uhr: Festakt - Begrüßung der Ehrengäste und Handwerkervertretungen in der Vorhalle des Rathauses; 21 Uhr: Illumination des "Freiheiter Durchbruch" - Zwangloses Zusammensein in den Gaststätten der Altstadt.

Das Festprogramm, hier in Auszügen wiedergegeben, ist üppig. Einen ganzen Tag lang feiert Kassel am 9. Mai 1936 die neue Durchbruchstraße vom Altmarkt zum Martinsplatz, vorläufiger Höhepunkt der Altstadtsanierung. 800 Ehrengäste sind allein zum Festakt ins Rathaus eingeladen.

Die Nationalsozialisten zelebrieren das Ereignis mit dem ihnen eigenen Pathos. Auch die Kasseler Post, die mit Sonderseiten erscheint, überschlägt sich. "Diese neue Straße ist für Kassel der Ausdruck einer Freiheit, die als Höchstes die Verantwortung kennt, die Verantwortung gegenüber dem heiligen Erbe unserer Vorfahren, die Verantwortung gegenüber den mit uns lebenden Volksgenossen, die Verantwortung gegenüber der Jugend, die Träger unserer Zukunft ist... Der Gemeinschaftssinn ist es, der aus diesem fertigen Werk spricht ... die Bereitschaft, füreinander einzustehen, kurz, die Volksgemeinschaft, ... wie sie allein das deutsche Volk befähigt, so große Werke zu schaffen, wie hier in diesem kleinen Rahmen die Stadt Kassel es getan hat."

Finanziell sind die Bürger tatsächlich an dem über die Stadtgrenzen hinaus gelobten Großprojekt beteiligt. Grundstock für die richtungsweisende Altstadtsanierung, bei der die historische Bausubstanz erhalten wurde, waren 385 000 Reichsmark, die von der Kasseler Bevölkerung als sogenanntes Notopfer für Arbeitsbeschaffung aufgebracht worden waren. Insgesamt kosteten der Durchbruch und die Ausräumung der angrenzenden Baublocks rund 2,4 Millionen Reichsmark.

Mehr als 200 Unterkünfte gingen dabei verloren. Die Stadtverordnetenversammlung hatte bereits Anfang 1934 den Bau von 150 Ersatzwohnungen außerhalb der Altstadt beschlossen. Doch die Neubauten wurden nicht rechtzeitig fertig. So waren bis Anfang 1935, als die meisten Anbauten in der Altstadt bereits abgebrochen waren, nur 35 Wohnungen erstellt. Erst im Oktober 1937 waren alle Ersatzwohnungen geschaffen.

Die Nationalsozialisten nutzen den Freiheiter Durchbruch und die Altstadtsanierung natürlich für ihre Propaganda – auch wenn das Projekt in erster Linie der Arbeitsbeschaffung diente. Die gleichgeschaltete Presse jubelt: Die Stadt verdanke dem Führer die Beseitigung der Arbeitslosigkeit, Tausende gesunder Wohnungen für Minderbemittelte, den Abriß von Elendswohnungen in der Altstadt mit dem Durchbruch als Krönung.

Tatsächlich war die Altstadtsanierung schon seit vielen Jahren in der Diskussion. Einen Plan zur Wohungssanierung gab es seit 1926. Den Grundstein für das Projekt legte die städtische Wohnungsinspektion, die 1908 ihre Arbeit aufnahm und das unsägliche Wohnungselend in der Altstadt dokumentierte. Zuletzt hatten sich die Kasseler Sozialdemokraten 1929 vehement für die Sanierung eingesetzt. In der Presse wurden ihre Vorschläge als nicht finanzierbar abgetan. Der Bürger solle wohl wieder zur Kasse gebeten werden, hieß es lapidar.

Die Nationalsozialisten verstanden es, das Thema für ihre Zwecke zu besetzen. So schickte das "Amt für Volkswohlfahrt" der NSDAP der städtischen Wohnungsinspektion 1935 einen Bericht über ein Haus in der Brüderstraße, in dem es unter anderem heißt: "Über Treppen, die man nur passieren kann, wenn man den Oberkörper zur Seite dreht, gelangt man in den dritten Stock ... Die Keller stehen voller Grundwasser, hier sind die Ratten in noch größerer Zahl vorhanden. Abends und in der Dunkelheit huschen diese Bazillenträger durchs ganze Haus und fressen alles Genießbare an. Es dürfte wohl höchste Zeit sein, wenn einmal das Gesundheitsamt hier Abhilfe schafft.. Wenn diese Höhlen nicht ausgehoben werden, brauchen wir uns keine Gedanken darüber zu machen, warum die Degenerierung nicht aufhört. Wenn hier ... kleine Kinder aufwachsen, so kann man nicht erwarten, daß das erbbiologisch wertvollen Nachwuchs gibt."

Kassel wächst weiter

Am 1. Oktober 1936 werden die Dörfer Harleshausen, Waldau, Oberzwehren, Niederzwehren, Wolfsanger und Nordshausen nach Kassel eingemeindet.

Unser Foto zeigt die Wasserheilanstalt an der Fulda in Wolfsanger, die bis 1910 im damaligen Bad Wolfsanger bestand. Später beherbergte das Gebäude zunächst ein Unfallkrankenhaus und dann die Höhere Lehranstalt für praktische Landwirte. Im Zweiten Weltkrieg wurde das reizvoll gelegene Anwesen zerstört.

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Weblinks und Quellen

  1. Aus HNA.de vom 28. März 2013: Erste Testflüge mit legendärem Storch