1934

Aus Regiowiki
Wechseln zu: Navigation, Suche
| 19. Jahrhundert | 20. Jahrhundert | 21. Jahrhundert | ► Portal: Geschichte

◄◄ | | 1930 | 1931 | 1932 | 1933 | 1934 | 1935 | 1936 | 1937 | 1938 | | ►►

Ereignisse

Januar

  • noch kein Eintrag

Februar

  • noch kein Eintrag

März

  • noch kein Eintrag

April

Mai

Juni

  • noch kein Eintrag

Juli

  • noch kein Eintrag

August

  • noch kein Eintrag

September

  • noch kein Eintrag

Oktober

  • noch kein Eintrag

November

  • noch kein Eintrag

Dezember

  • noch kein Eintrag

Sonstige

Die Volksgemeinschaft ißt Erbseneintopf

Jüdische Geschäftsleute werden vertrieben, die Hitlerjugend randaliert, die Volksgemeinschaft wird auf Erbseneintopessen eingeschworen, Henschel und Fieseler erhalten erste große Rüstungsaufträge.

Am 14. April 1934 teilt der Inhaber der Kohlenhandlung Hellmuth Brenssell in der Kasseler Wolfsschlucht seiner Angestellten, Fräulein Wittels, ihre Entlassung mit. In dem Schreiben bestätigt er die "gestern gehabte Unterredung", wonach in gegenseitigem Einverständnis das Arbeitsverhältnis als gelöst betrachtet wird. Der Grund für die Kündigung liegt darin, daß "Sie nicht rein arischer Abstammung sind". Bedauern äußert der Kohlenhändler darüber, daß ihm dieses nicht schon bei der Einstellung auffiel, er sieht sich aber "als alter Nationalsozialist meinem eigenen Gewissen gegenüber gezwungen, so zu handeln".

Wie überall in Deutschland, ist auch in Kassel die jüdische Bevölkerung zunehmender Diskriminierung ausgesetzt. Viele Juden sehen sich gezwungen, ihre Geschäfte aufzugeben, das Prädikat "Deutsch" wird als Werbefaktor eingesetzt. In Annoncen werben Geschäftsleute damit, daß sie Läden übernommen haben und präsentieren sich beispielsweise als "deutsches Schuhgeschäft".

Reichsjugendtag

Jedes Jahr findet in Kassel der Reichsjugendtag statt, in der Karlsaue und in Wilhelmshöhe werden Lager aufgebaut und Aufmärsche organisiert. Die Verwaltung der staatlichen Schlösser und Gärten formuliert 1934 in einem Schreiben an den Oberbürgermeister Beschwerden über das disziplinlose Verhalten der Jugendlichen. Mißachtung der Parkordnung, Zerstörung von Pflanzen, Beschädigung der Bauwerke im Park, Randalieren und Lärmen mit Schreckschußpistolen werden beklagt. "Am Fuße des Herkules wurde von einem am Bau des Herkules tätigen Polier beobachtet, wie Jungvolk große Steine die Abhänge neben den Kaskaden und die Schlangenzüge herabwälzten". Disziplinlosigkeit und Rowdytum in der HJ führen schließlich zu einer breiten Disziplinierungskampagne.

Die privaten Initiativen, die unter der Bezeichnung "Winterhilfe" durch Sammeln und Verteilen von Spenden die Not der arbeitslosen Bevölkerung lindern halfen, sind seit 1933 von Goebbels zum "Winterhilfswerk des Deutschen Volkes" (WHW) zentralisiert. Die Kasseler Post veröffentlicht im Oktober 1934 neue Bestimmungen des WHW und schwört die Volksgemeinschaft ein. Denn die Beteiligung am Eintopfessen sei der "Ausdruck einer aus Überzeugung und Liebe geborenen Volksgemeinschaft".

Daß die Arbeitslosigkeit in Kassel in den Folgejahren rasch abnimmt, liegt an einer sich rasant entwickelnden Rüstungsproduktion. 1934 erhält Henschel, wie andere Großunternehmen auch, den Auftrag zur Entwicklung von Panzerkampfwagen. Unter der Tarnbezeichnung Landwirtschaftlicher Schlepper (LaS 100) wird im Werk Mittelfeld mit der Produktion begonnen.

Zu einem der größten Rüstungsbetriebe entwickeln sich unter der NS-Herrschaft die Fieseler-Werke. 1934 wurde Firmenchef Gerhard Fieseler Kunstflugweltmeister. Seine Popularität bringt ihm Aufträge des Reichsluftfahrtministeriums. 1934 wird mit dem Bau von Flugzeugen in Lizenz begonnen.


Kunstflugweltmeister mit eisernen Nerven

Schon am frühen Nachmittag des 11. Juni 1934 drängten sich die Menschenmassen auf dem Waldauer Flugplatz, um ihren neuen Volkshelden zu feiern. Gerhard Fieseler hatte am Tag zuvor in Paris die Kunstflugweltmeisterschaften gewonnen. Mit seiner Maschine "Tiger 2" hatte er die Konkurrenz hinter sich gelassen.

35 Kunstflug-Figuren hatte Fieseler fehlerfrei absolviert - obwohl sich sein Schultergurt schon kurz nach dem Start gelöst hatte und er nur von einem Gurt über die Oberschenkel gesichert war. Eiserne Nerven zeichneten den tollkühnen Flieger aus, der als letzter an den Start mußte, nachdem im Verlauf des Wettbewerbs bereits zwei Maschinen abgestürzt waren.

Gegen 19 Uhr am Abend landete der Weltmeister in Waldau. Nach einem Bad in der Menge feierte Fieseler mit seiner Frau Helene und Tochter Ina, mit Freunden und der Belegschaft seiner Fieseler-Werke den Sieg im "Jägerhof".


Es stand in der Zeitung: Löffelerbsen mit Einlage

Im Oktober 1934 veröffentlicht die Kasseler Post die neuen Bestimmungen zum Eintopfessen:

"Im Nahmen des Winterhilfswerks des deutschen Volkes 1934/35 sind folgende Sonntage als Eintopfgerichtsonntage bestimmt worden: 14. Oktober, 18. November, 16. Dezember, 13. Januar ’35, 17. Februar, 17. März.

Für den 14. Oktober sind lediglich folgende drei Eintopfgerichte zugelassen: 1. Löffelerbsen mit Einlage; 2. Nudelsuppe mit Rindfleisch; 3. Gemüsetopf mit Fleischeinlage (zusammengekocht). Zu Löffelerbsen ’Einlage’ entweder Wurst, Schweineohr oder Pökelfleisch.

Für die folgenden Eintopfsonntage werden entsprechende Gerichte jeweils festgelegt. Sämtliche Gaststättenbetriebe sind eingeteilt in drei Klassen, welche die Gerichte zu 0,70 RM, 1 RM bzw. 2 RM verabreichen. Die Gäste erhalten für den an das Winterhilfswerk abgeführten Betrag eine Quittung aus einem numerierten Quittungsblock."


Es stand in der Zeitung: Wilhelmshöhe bald Kneippbad?

Bei einer Sitzung des Verkehrsvereins im März legt der Kneipp-Arzt Dr. Kluthe einen Plan vor, um "Wilhelmshöhe zu einer führenden Stätte der Kneippschen Heilkunst zu gestalten". Darüber berichteten die Kasseler Neuesten Nachrichten folgendes:

"Der größte Wert ist auf die Vorbeugung zu legen und darauf, daß der Raubbau an der Gesundheit ein Ende nimmt. Wilhelmshöhe ist für die Kneippsche Vorbeugung und Heilkunde besonders geeignet. Zentral gelegen, ist der Kurort Wilhelmshöhe vollkommen fertig, er entbehrt nur noch der Kurbasis. Ohne große Ausgaben kann Wilhelmshöhe schnell auf die Kneippsche Methode umgestellt werden...

Daß das Vorhaben bei der Stadt Verständnis findet ist umso erklärlicher, als die heutige Regierung unterstreicht, was die Kneippianer gepredigt haben. Dr. Kluthe erinnerte in diesem Zusammenhang an Aussprüche des Stellvertreters des Führers, Rudolf Heß und des Führers der deutschen Ärzte, Dr. Wagner. Wilhelmshöhe ist ein Gesundbrunnen, es ist bestimmt und prädestiniert, ein Kneippbad von Ruf und Geltung zu werden."

Geboren

Januar

  • noch kein Eintrag

Februar

  • noch kein Eintrag

März

  • noch kein Eintrag

April

  • noch kein Eintrag

Mai

  • noch kein Eintrag

Juni

  • noch kein Eintrag

Juli

  • noch kein Eintrag

August

  • noch kein Eintrag

September

  • noch kein Eintrag

Oktober

  • noch kein Eintrag

November

  • noch kein Eintrag

Dezember

  • noch kein Eintrag

Gestorben

Januar

  • noch kein Eintrag

Februar

  • noch kein Eintrag

März

  • 20. März: Prinzessin Emma, geboren als Adelheid Emma Wilhelmina Theresia zu Waldeck und Pyrmont. Im Jahre 1879 wurde sie in Arolsen als Zwanzigjährige die zweite Frau des 41 Jahre älteren Wilhelm III., König der Niederlande.


April

  • noch kein Eintrag

Mai

  • noch kein Eintrag

Juni

  • noch kein Eintrag

Juli

  • noch kein Eintrag

August

  • noch kein Eintrag

September

  • noch kein Eintrag

Oktober

  • noch kein Eintrag

November

  • noch kein Eintrag

Dezember

  • noch kein Eintrag