1933

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Ereignisse

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  • 2. Februar: Die preußische Landesregierung verfügt die Auflösung sämtlicher kommunaler Körperschaften und Neuwahlen für den 12. März, heißt es in dem Buch von Ekkehard Just „Northeim 1848 - 1948“. Das war das Ende des bisherigen Kreistages und der Gemeindeverwaltungen.

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Sonstige

Die Demontage der Demokratie 1933

Letzte Meldung: "Hitler zum Reichskanzler" ernannt, berichtete die NNN am Mittag des 30. Januar 1933.

1933 war ein dunkles Jahr für Deutschland. Nach der Machtübernahme Adolf Hitlers zerschlugen die Nazis auch in Kassel die demokratischen Strukturen.

Die Kasseler können an diesem Wochenende Mitte Februar 1933 aus einem reichhaltigen Veranstaltungsprogramm wählen: Im Gasthaus zum Bismarckturm in Brasselsberg-Wilhelmshöhe wird abends zum großen Schlachteessen geladen; das Palast-Theater bietet "Kassels neueste Sensation", die Dittmer-Heyne-Revue, ein "pausenloses Spiel in 22 Kleinkunstbildern"; und im Capitol begeistert Gustav Fröhlich, der große blonde Junge mit den lachenden Augen, als "Ein Mann mit Herz".

Unbändiger Haß

Ein Mann ohne Herz, dafür ausgestattet mit einem unbändigen Haß auf alle politischen Gegner, tritt dagegen im Festsaal der Stadthalle auf: Parteigenosse Roland Freisler, Rechtsanwalt und Mitglied im Preußischen Landtag. Schon das Motto der Veranstaltung verheißt nichts Gutes: "Der 5. März, der Tag der Abrechnung".

An jenem Tag soll in Deutschland ein neuer Reichstag gewählt werden, eine Woche später neue Kommunalparlamente. Der Redner der Nationalsozialistischen Deutschen Arbeiterpartei, der NSDAP, läßt keinen Zweifel aufkommen, wie das mit der Abrechnung gemeint ist. Das deutsche Volk verstehe keinen Spaß mehr, es habe genug vom "korrupten Weimarer System".

Der jetzt 40jährige Freisler ist ein rücksichtsloser Demagoge und haltloser Hetzer. Die Sozialdemokratie denunziert er immer wieder als "Dienerin des Hochkapitalismus". Und in dem mit der Machtübernahme Adolf Hitlers vor wenigen Tagen (am 30. Januar) entstandenen "Dritten Reich" würden sowieso andere Gesetze als die der Demokratie herrschen, tönt Freisler.

Der Wahlkampf im Februar/März 1933 macht dies bereits deutlich. Die politischen Gegner der NSDAP werden systematisch terrorisiert und in ihrem Werben um die Wähler massiv behindert. So gesehen sind die 48,4 Prozent, die die Nazis bei der Reichstagswahl in Kassel am 5. März erhalten, eine Enttäuschung. Ihre Gegner sind zwar eingeschüchtert, aber nicht beseitigt.

Welle des Terrors

Deshalb setzt schon am Tag nach der Wahl eine neue Welle des Terrors gegen Sozialdemokraten und Kommunisten, Gewerkschaften und Juden ein. Zahlreiche Ämter und Behörden werden von Gegnern des neuen Regimes "gesäubert". Dies beginnt mit dem demonstrativen Hissen von Hakenkreuzfahnen. Während vor den jeweiligen Behörden SA- und SS-Mannschaften in bedrohlicher Manier herumlungern, bedrängen drinnen Freisler und NS-Gauleiter Karl Weinrich die Behördenleiter. Kaum einer traut sich, Widerstand zu leisten. Auf Rathaus und Ständehaus, auf Arbeitsamt und Bahnhof, Finanzämtern und Schulen wehen schon bald die Fahnen der Nazis.

Am 7. März schlagen die "neuen Herren" gegen die Gewerkschaften los, am 9. gegen jüdische Geschäftsleute. SA-Leute besetzen das Gewerkschaftshaus, zerschlagen das Mobiliar und werfen Akten und Unterlagen auf die Straße. Auf dem Martinsplatz verbrennt der organisierte Mob erbeutete Gewerkschaftsfahnen. SA-Leute verschleppen Arbeitervertreter in die berüchtigten Sturmlokale in der Oberen Karlsstraße und mißhandeln sie dort auf brutalste Weise. Die Polizei schaut demonstrativ weg – auch als am Tag danach in der Oberen und Unteren Königsstraße jüdische Geschäfte boykottiert werden. Die Nazis schlagen mehrere jüdische Bürger zusammen, der Anwalt Max Plaut erliegt eine Woche später seinen Verletzungen.

Die passive Haltung der Polizei ist nicht verwunderlich, sind viele höhere Beamte – so Regierungspräsident Ferdinand Friedensburg – doch bereits im Februar von Reichskommissar Hermann Göring beurlaubt worden. Ebenfalls unter massivem Druck der Nazis muß Oberbürgermeister Stadler am 24. März von seinem Amt zurücktreten.

Ehrenbürger Hitler

So ist der Weg frei für eine pompöse Eröffnung der Stadtverordnetenversammlung am 30. März. Riesige Hakenkreuzfahnen wehen vom Rathaus, zu Sitzungsbeginn spielt eine SS-Kapelle Militärmärsche. Mehreren SPD-Stadtverordneten wird ohne Diskussion das Mandat aberkannt, andere gewählte Volksvertreter sitzen bereits in sogenannter Schutzhaft im Polizeigefängnis am Königstor oder im Zuchthaus Wehlheiden. Dafür wird Adolf Hitler in dieser ersten Sitzung die Ehrenbürgerwürde der Stadt Kassel verliehen.

Lange tagt aber auch dieses "gesäuberte" Parlament nicht mehr. Ein neues Gemeindeverfassungsgesetz schafft im Dezember die parlamentarischen Körperschaften ab. Gauleiter Weinrich höhnt auf der letzten Sitzung des Stadtparlaments, der Parlamentarismus habe sowieso "nie dem deutschen Wesen entsprochen".

Die Abrechnung der Nazis mit ihren Gegnern hat begonnen. Aber es sollte noch schlimmer kommen...

Fünf Tage vor der Reichstagswahl veranstaltete die NSDAP eine große Wahlkundgebung in Kassel. Der Hauptredner war Adolf Hitler, der an diesem Tag, dem 20. April, seinen 43. Geburtstag feierte. Offenbar beeindruckte Hitler die Kasseler Bürger so sehr, daß sie ihn und seine Partei am 25. April wählten. Rund 46000 Stimmen erhielten die Nationalsozialisten. Die Wahlbeteiligung lag bei 85,5 Prozent.

Braune Messe

Aufnahme aus dem Jahr 1933
Vom 02. bis 10. Dezember 1933 fand in der Stadthalle zu Kassel die sogenannte "Braune Messe" der Bäckerinnung Kassel statt. Das Bild zeigt den Herkules aus Brot und Brötchen. Links auf dem Bild der damalige Obermeister Wilhelm Walger, der seine Bäckerei in der Friedrich-Ebert-Straße hatte.

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