1930

Aus Regiowiki
Wechseln zu: Navigation, Suche
| 19. Jahrhundert | 20. Jahrhundert | 21. Jahrhundert | ► Portal: Geschichte

◄◄ | | 1928 | 1929 | 1928 | 1929 | 1930 | 1931 | 1932 | 1933 | 1934 | | ►►

Ereignisse

Januar

  • noch kein Eintrag

Februar

  • noch kein Eintrag

März

  • 19. März: Der Kasseler Kunstflugmeister Gerhard Fieseler startet mit seiner "Schwalbe", dem Doppeldecker D 1818, vom Flughafen Waldau zu einem ganz besonderen Flug. An Bord befindet sich der bayerische Fallschirmpilot Resch, der den bisherigen Weltrekord im Fallschirmabsprung von Bord eines Flugzeugs brechen will. Und es gelingt.
  • 23. März: Nachdem bei Sanierungsarbeiten gotische Malereien aus dem Anfang des 16. Jahrhunderts in der Klosterkirche Breitenau freigelegt worden waren, wird die Kirche feierlich neu geweiht.

April

  • noch kein Eintrag

Mai

  • noch kein Eintrag

Juni

  • 18. Juni: Als "blutiger Mittwoch" geht der 18. Juni in die Geschichte Kassels ein. Im Zusammenhang mit Kundgebungen der Nationalsozialisten war es erstmals zu Protesten gekommen, die schließlich in der Kasseler Altstadt in gewalttätigen Auseinandersetzungen mündeten.

Juli

  • noch kein Eintrag

August

  • noch kein Eintrag

September

  • 3. September: Ganz Kassel war schon in aller Frühe auf dem Weg zum Waldauer Flugplatz. Rund 100000 Menschen, so die grobe Schätzung, wollten sich das besondere Schauspiel nicht entgehen lassen. Von Friedrichshafen über Stuttgart und Frankfurt schwebte schließlich das Luftschiff "Graf Zeppelin" gegen 8 Uhr über dem Kasseler Flugplatz ein.

Oktober

  • noch kein Eintrag

November

  • noch kein Eintrag

Dezember

  • noch kein Eintrag

Sonstige

Straßenkämpfe forderten Todesopfer

Durch Provokation der Nationalsozialisten verursacht, kam es am 18. Juni in Kassel in der Altstadt zu blutigen Auseinandersetzungen zwischen Nationalsozialisten und Nazi-Gegnern.

Als "blutiger Mittwoch" ging der 18. Juni 1930 in die Geschichte Kassels ein. Im Zusammenhang mit Kundgebungen der Nationalsozialisten war es erstmals zu Protesten gekommen, die schließlich in der Kasseler Altstadt in gewalttätigen Auseinandersetzungen mündeten: Die Bilanz dieses "blutigen Mittwochs": Elf Menschen wurden durch Messerstiche und Hiebe schwer verletzt, der nationalsozialistische Stadtverordnete Messerschmidt starb wenige Tage später an seinen schweren Verletzungen.

Die Kasseler Polizeieinheiten (Standort ist die alte Kaserne in der Hohenzollernstraße), die sich aus drei Bereitschaften und einem berittenen Zug zusammensetzen, nehmen im Verlauf der blutigen Vorgänge 26 Personen fest. Zum einen, weil sie die Uniform der NSDAP trugen, was zu diesem Zeitpunkt verboten war, zum anderen, weil sie sich gegen die Anweisungen der Polizei zu Wehr setzten. Einige Waffen und Munition wurden außerdem sichergestellt.

Lohnkürzungen

Hintergrund der blutigen Auseinandersetzungen waren die Kürzungen der Gehälter und Löhne sowie die neuen Steuern, die die Regierung Brüning kurz vorher erhoben hatte. Dies nutzten die Nationalsozialisten überall im Land zu scharfer Provokation - so auch in Kassel. Die Nationalsozialisten, die gerade in Kassel die Vorherrschaft der Linksparteien brechen wollten, planten an diesem 18. Juni Versammlungen in vier Kasseler Lokalen. Einer der Veranstaltungsorte sollte dabei das Gasthaus "Stadt Stockholm" in der Mittelgasse sein, das häufig den Kommunisten als Treffpunkt diente.

Diese - als unglaubliche Provokation aufgefaßte - Nachricht verbreitete sich an diesem Mittwoch wie ein Lauffeuer durch die Altstadt. Hinzu kamen Plakate der Hitler-Anhänger, die politische Gegner als "Mordbrenner" beschimpften und forderten "Wir wollen keine feige Zurückhaltung mehr üben".

So versammelten sich vor der "Stadt Stockholm", wo die Nationalsozialisten tagten, mehrere Hundert Bürger. Die Stimmung war angeheizt. "Nazis raus! Nazis raus!" schrie die Menge. Doch die Polizei hielt zunächst die Gaststätte im Umkreis von 100 Metern frei, so daß die Nazi-Gegner nicht das Lokal stürmen konnten. Auch als die Teilnehmer der Versammlung in mehreren Gruppen die "Stadt Stockholm" verließen, geschah dies unter Polizeischutz. Doch nicht weit davon entfernt, auf dem Königsplatz, dort also, wo die Polizei nicht anwesend war, eskalierte die Situation plötzlich. Es kam zu blutigen Straßenkämpfen. Der NS-Stadtverordnete Messerschmidt wurde an der Garnisonkirche von einem Unbekannten mit mehreren Messerstichen getroffen. Er starb wenige Tage später an diesen schweren Verletzungen. Weitere zehn Personen, aus beiden "Lagern" wurden schwer verletzt.

Die Justiz reagierte auf die Vorfälle und richtete ein Sonderdezernat der Staatsanwaltschaft ein. Eins aber war schnell klar: Die moralische Schuld an den blutigen Auseinandersetzungen hatten - nach Aussage der Anklagebehörde - einzig und allein die Nationalsozialisten.


Volksfest bei der Landung des Zeppelins

Ganz Kassel war an diesem Mittwoch, den 3. September 1930, schon in aller Frühe auf den Beinen. Schulklassen rückten aus der Provinz an, Straßenbahnen rollten vollbesetzt durch die Straßen, Sonderzüge beförderten Schaulustige zum Waldauer Bahnhof, und Tausende von Autos machten sich auf den Weg zum Waldauer Flugplatz. Rund 100000 Menschen, so die grobe Schätzung, wollten sich das besondere Schauspiel nicht entgehen lassen. Am Vormittag sollte der "Graf Zeppelin" in Waldau landen. Das Bild zeigt den Zeppelin bei der Landung in Waldau (Quelle:Stadtmuseum).

Der Zeppelin bei der Landung in Waldau


Das folgende Bild zeigt den Zeppelin über der Henschel-Villa:

Zeppelin über der Henschel-Villa


Von Friedrichshafen über Stuttgart und Frankfurt schwebte schließlich das Luftschiff gegen 8 Uhr über dem Kasseler Flugplatz ein. Gerhard Fieseler flog mit seiner "Tiger-Schwalbe" dem Luftschiff entgegen und vollführte halsbrecherische Kunstflugfiguren. Wenig später, nachdem der Koloß sicher gelandet war, begrüßte Bürgermeister Lahmeyer die Besatzung und die Passagiere des Zeppelins. Nach nur einer Viertelstunde hob der Zeppelin wieder Richtung Hannover ab. Mit an Bord diesmal auch der Kasseler Oberpräsident Haas.

Die meisten der Zuschauer harrten aus, genoßen das Volksfest mit Flugvorführungen und Fallschirmsprüngen. Gegen 16.30 Uhr landete das Luftschiff wieder, um kurz vor 18 Uhr ging es zurück Richtung Bodensee. Der Kasseler Journalist Dr. Fritz Metz flog mit und berichtete später: "Man sitzt so sicher wie zu Hause am Kaffeetisch. Das eine aber ist das Wichtigste: der Himmel ist offen, und Du fliegst wie ein Vogel vor dem Wind."


Flughafen Waldau: Weltrekordler landete im Apfelbaum =

Am Mittwoch, den 19. März 1930 startete der Kasseler Kunstflugmeister Gerhard Fieseler mit seiner "Schwalbe", dem Doppeldecker D 1818, vom Flughafen Waldau zu einem ganz besonderen Flug. An Bord befand sich der bayerische Fallschirmpilot Resch, der den bisherigen Weltrekord im Fallschirmabsprung von Bord eines Flugzeugs brechen wollte. Und es gelang.

Aus 5200 Meter, immerhin 900 Meter höher als der bisherige Weltrekord, sprang Resch aus dem Flugzeug. Nur die Landung verlief anders als geplant; der neue Weltrekordler landete mit seinem Fallschirm in einem Apfelbaum in der Nähe von Vollmarshausen. Er blieb jedoch unverletzt.

Aus für Flughafen

Nur knapp zwei Wochen später übrigens beschloß der Magistrat der Stadt Kassel, angesichts der chronisch schwachen Finanzen keine Mittel mehr zur "Aufrechterhaltung des Luftverkehrs" bereitzustellen.

Es handelte sich um 231000 Mark an Zuschüssen für die Lufthansa, ferner um die Kosten der Unterhaltung des Flughafens. Das bedeutete das Todesurteil für den Flughafen. Nationale und internationale Flugrouten (Prag-Rotterdam) wurden gestrichen. Einzig die Sportflieger mit Kunstflieger Fieseler an der Spitze nutzten weiterhin den Flugplatz.

Geboren

Januar

  • noch kein Eintrag

Februar

  • noch kein Eintrag

März

  • noch kein Eintrag

April

  • noch kein Eintrag

Mai

  • noch kein Eintrag

Juni

  • noch kein Eintrag

Juli

  • noch kein Eintrag

August

  • noch kein Eintrag

September

  • noch kein Eintrag

Oktober

  • noch kein Eintrag

November

  • noch kein Eintrag

Dezember

  • noch kein Eintrag

Gestorben

Januar

  • noch kein Eintrag

Februar

  • noch kein Eintrag

März

  • noch kein Eintrag

April

  • noch kein Eintrag

Mai

  • noch kein Eintrag

Juni

  • noch kein Eintrag

Juli

  • noch kein Eintrag

August

  • noch kein Eintrag

September

  • noch kein Eintrag

Oktober

  • noch kein Eintrag

November

  • noch kein Eintrag

Dezember

  • noch kein Eintrag