1928

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Ereignisse

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  • 20. Mai: Es waren sicher nicht nur die attraktiven Lufthansa-Freiflüge für die 10000. und 20000. Besucher, die der Grünen Maiwoche Kassel zu einer unerwarteten Publikumsresonanz verhalfen. Bis zum 20. Mai wurden mehr als 150000 Menschen auf der Landwirtschafts-, Jagd - und Fischereiausstellung gezählt.
  • 28. Mai: Heini Weber kam als Fußballer 1923 nach Kassel und spielte hier für den SV Kurhessen. Er lief zwölf Mal für die Nationalmannschaft auf. Am 28. Mai 1928 gab er sein Debüt beim 4:0 gegen die Schweiz.

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  • Im September 1928 blickte die Musikwelt drei Tage lang nach Kassel: Die Stadt war Gastgeberin des 16. Deutschen Bachfestes der Neuen Bachgesellschaft und ab dem 20. September wurden zentrale Werke Johann Sebastian Bachs (1685-1750) und anderer Komponisten von hervorragenden Künstlern aufgeführt.

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Sonstige

Musikalischer Höhenflug mit J. S. Bach

Im September 1928 blickte die Musikwelt drei Tage lang nach Kassel: Die Stadt war Gastgeberin des 16. Deutschen Bachfestes der Neuen Bachgesellschaft.

Es war eine Zeit, die noch kein Überangebot musikalischer Festivals kannte. Zudem steckte die technische Verbreitung von Musik gerade erst in den Anfängen. Als daher im Jahr 1928 das 16. Deutsche Bachfest in Kassel ausgetragen wurde, war dies ein musikalisches Großereignis, das überregional ungleich mehr Beachtung fand als etwa das 73. Bachfest 1998 in Köthen (Sachsen-Anhalt) oder das diesjährige in Köln. Die drei Tage vom 20. bis 23. September boten nämlich die seltene Gelegenheit, zentrale Werke Johann Sebastian Bachs (1685-1750) und anderer Komponisten von hervorragenden Künstlern aufgeführt zu hören. Für die beteiligten heimischen Musiker war das Bachfest ein Meilenstein ihrer Laufbahn und machte sie dem Fachpublikum weithin bekannt.

Kasseler Künstler

Die Leitung der Festkonzerte hatte der damals sehr geschätzte erste Kapellmeister des Staatstheaters Dr. Robert Laugs inne. Die musikalische Gestaltung des Festgottesdienstes lag beim taatlichen Musikdirektor Karl Hallwachs. Zusammen mit dem Staatstheater-Intendanten Ernst Legal sowie dem Kasseler Juristen und Pianisten Ludwig Kaiser oblag ihnen auch die Organisation des Bachfestes.

Viel musikalische und wissenschaftliche Prominenz reiste an. Denn das Bachfest bot neben den Aufführungen auch wissenschaftlichen Austausch und war Ort der Mitgliederversammlung der Neuen Bachgesellschaft. Der gehörten damals so prominente Mitglieder an wie der Dirigent Wilhelm Furtwängler, der legendäre Thomaskantor Karl Straube ("die Orgel hör’ ich wohl, allein mir fehlt der Straube" – Reger), der berühmte Günther Ramin (später Nachfolger Straubes als Thomaskantor), ferner die Musikforscher Julius Smend (als 1. Vorsitzender) und Arnold Schering sowie der Urwald-Arzt, Friedensnobelpreisträger, Organist und Bachforscher Albert Schweitzer.

Die ersten Veranstaltungen waren indes gar nicht der Musik Bachs gewidmet. Am Vorabend des Bachfestes wurde im Staatstheater Glucks "Orpheus und Eurydike" gegeben, damals eine Rarität, die lange nicht mehr in Kassel gehört worden war. Das eigentliche Bachfest begann am Donnerstag, 20. September, mit der Mitgliederversammlung. Das Konzert am Abend in der Martinskirche war Heinrich Schütz gewidmet, der seine Jugendjahre (1599-1607) in Kassel verbracht hatte.

Am Freitag vormittag wurde im Theater in einem Kammerkonzert Bachs "Musikalisches Opfer" (Bach-Werke-Verzeichnis/BWV 1079) aufgeführt, die erste vollständige Wiedergabe bei einem Bachfest. Außerdem ließ sich der berühmte Geiger Carl Flesch mit der Solopartita Nr. 2 (BWV 1004) hören.

Abends wurden im Festsaal der Stadthalle vier Bach-Kantaten aufgeführt. Beim Konzert am Samstag vormittag in der Stadthalle spielte Günther Ramin Bachsche Orgelwerke und bei den beiden Konzerten für 3 Klaviere und Streicher d-moll und C-dur (BWV 1063 und 1064) gehörte der Kasseler Ludwig Kaiser zu den Solisten.

Höhepunkt h-moll-Messe

Höhepunkt des Bachfestes war indes die Aufführung von Bachs h-moll-Messe (BWV 232) unter der Leitung von Robert Laugs. Es spielte die staatliche Kapelle, als Chor kam der Kasseler Lehrergesangverein (heute Konzertchor) zum Einsatz. Mit einem Festgottesdienst und einer Aufführung der "Kunst der Fuge" (BWV 1080) am Sonntag ging das Bachfest glanzvoll zu Ende.

Die Eintrittspreise bewegten sich übrigens zwischen 16 und 24 Reichsmark fürs Abonnement und zwischen 1,50 und 4,50 Reichsmark für Einzelkarten. Die Publikumsresonanz war laut "Kasseler Post" überwältigend, und die Zeitschrift "Hessenland" nannte das 16. Bachfest das "bedeutendste musikalische Ereignis, das jemals in unserer Stadt stattgefunden hat".


Auto-Skooter lockten als neues Freizeit-Vergnügen

Schon zur Eröffnung der Frühjahrsmesse am 18. März 1928 strömten Tausende Kasseler auf die Leistersche Wiese (heute etwa Platz der deutschen Einheit), um die zahlreichen neuen Attraktionen zu bewundern. Der Eintritt kostete 10 Pfennig.

Dafür wurde eine Menge geboten. In einer "Schau der fünf Erdteile", Menagerie und Zirkus in einem, gab es Raubtier-Vorführungen, ein Marionettentheater lockte mit einer Käpten-May-Schau, und in einem 4000 Liter Wasser fassenden Bassin wurden Wasserschauspiele geboten. Zahlreiche Buden mit Schriftzügen wie "Kara Ben Hur" oder "Die weiße Sklavin in den Klauen der Mädchenhändler" gehörten ebenso dazu dazu wie der "Haut den Lukas".

Am meisten Aufsehen erregten indes die Neuheiten des Hannoveraner Schausteller Hugo Haase: eine Autobahn auf Schienen und die bis heute beliebten elektrischen Selbstfahrer, die "Auto-Skooter".


150 000 Besucher bei der Grünen Maiwoche

Es waren sicher nicht nur die attraktiven Lufthansa-Freiflüge für die 10 000. und 20 000. Besucher bereits am ersten Tag, die der Grünen Maiwoche Kassel vom 12. bis 20. Mai 1928 in der Folge zu einer unerwarteten Publikumsresonanz verhalfen. Mehr als 150 000 Menschen wurden am Ende auf der Landwirtschafts-, Jagd - und Fischereiausstellung gezählt.

Mit Chorgesang und Hörnerklang war die Ausstellung in der Jagdhalle auf der Leisterschen Wiese eröffnet worden, und Oberbürgermeister Stadler hoffte, damit "alte Verbindungen zwischen Stadt und Land zu erneuern".

Eine der Attraktionen der Grünen Maiwoche war die Halle der Blumen- und Gemüsegärtner Kassels, die als wahres Pflanzenparadies gewürdigt wurde. Auch die Ausstellungen in den anderen Hallen lockten das Publikum an: die Halle der Hausfrau, die Fischereihalle, die Milch- und Honighalle, die Bienenzuchthalle und andere mehr.

Fast ständig wurden Sonderveranstaltungen angeboten, von der Kaninchenschau über den Fischer- und Anglertag, ein Gruppenschießen der Schützenvereine, den Landfrauentag bis hin zu einem Rheinisch-Sächsischen Liederabend.

Wie der Chronist Wolfgang Hermsdorff in seinem Rückblick auf die Grüne Maiwoche schrieb, wurde übrigens als 100000. Besucherin die Tagelöhnerfrau Magdalene Krug aus Besse ermittelt. Sie freute sich unbändig über eine goldene Uhr und darüber, das "mäh arme Liehde aumoh Glicke honn".

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