1914

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Sonstige

Neubau der Stadthalle wird eingeweiht

Casseler Stadtanzeiger vom 2. August 1914

Am 1. April ist es endlich soweit. Es gibt einen repräsentativen Bau für große Feste, Konzerte, Theateraufführungen, Tagungen und Ausstellungen. Lob findet vor allem die Tatsache, daß sich bei Bedarf aus dem Festsaal, dem Theater- und dem Gesellschaftssaal ein großer Saal machen lässt.

2,1 Millionen Mark lässt sich die Stadt die von den ortsansässigen Architekten Professor Max Hummel und Ernst Rothe entworfene Festhalle kosten. Das Grundstück bekommt die Kommune umsonst. 1911 schenkt Kommerzienrat Sigmund Aschrott seiner Heimatstadt den Florapark mit der Auflage, dort eine Stadthalle zu errichten.

Automobile und Feuermelder für die Berufsfeuerwehr

Für Gesprächsstoff sorgt auch die Kasseler Berufsfeuerwehr. Als erste Wehr in Deutschland stellt sie ihren kompletten Fuhrpark auf Automobile um. Als Ersatz für die von Pferden gezogenen Wagen werden am 1. April sechs Kfz-Motorspritzen, zwei Maschinen-Drehleitern, ein Arbeits- und ein Stabswagen angeschafft. Wenig später folgen zwei Krankenwagen.

Unter Branddirektor Adolf Bliesener wird zudem das Netz der öffentlichen Feuermelder auf Vordermann gebracht. 88 der Melder sind über das gesamte Stadtgebiet verteilt. 39 Großbetriebe stehen durch eigene Feuermelder direkt mit der Berufsfeuerwehr in Verbindung, der 88 Mann angehören. Den Krieg bekommen auch sie zu spüren. 51 Brandschützer werden noch im August eingezogen, vier kommen von den Schlachtfeldern nicht zurück.

Bohrung in Wilhelmshöhe stößt auf Sole

Nach wochenlangen Bohrarbeiten in Wilhelmshöhe stößt man Ende April in 1.164 Meter Tiefe auf Sole. Eine umgehende Analyse ihrer Zusammensetzung durch den Experten Dr. Baulmann ergibt, dass das zu Tage geförderte Heilwasser 97,9 Gramm Natriumchlorid, 4,3 Gramm Calciumchlorid, drei Gramm Magnesiumsulfat und 0,1 Gramm Magnesiumhydrocarbonat pro Liter enthält. Das berichtet die "Hessische Post" am 1. Mai. Weil die unterste Schicht noch nicht erreicht ist, werden die Bohrarbeiten auch nach der Entdeckung der Heilquelle noch mehrere Wochen lang weitergeführt.

Auch an der Fulda wird mobil gemacht

Der Ausbruch des ersten Weltkrieges verändert auch das Leben der Menschen in Kassel. Die anfängliche Euphorie und die Hoffnung auf einen schnellen Sieg schlagen schnell in Ernüchterung um.

August 1914 Ausmarsch der 83er in Cassel, Hohenzollernstraße. Sie marschierten unter den Klängen der Militärkapellen zu den Eisenbahnverladestellen.

Am späten Nachmittag des 1. August donnert vom Generalkommando des XI. Armeekorps kommend ein Militärkraftwagen die Königsstraße hinunter. An der alten Hauptpost am Königsplatz hält das Gefährt. Ein Offizier springt heraus und stürmt die Treppe zum Portal hinauf. Auf einem Plakat, das er eilig an einer der Säulen befestigt, können die Kasseler wenig später lesen, was sie bereits seit Tagen erwartet haben: Deutschland macht mobil. Um sieben Uhr abends verbreitet ein Extra-Blatt des "Casseler Stadtanzeiger" die Nachricht, die sich wie ein Lauffeuer in der Stadt verbreitet: "Seine Majestät der Kaiser hat die Mobilisierung angeordnet. Der erste Mobilmachungstag ist Sonntag, der 2. August". In Gaststätten und auf Plätzen kommt es zu spontanen Kundgebungen, patriotische Lieder werden angestimmt.

Energisches Vorgehen

Die Entwicklung hat sich abgezeichnet: Nach der Ermordung des österreichischen Thronfolgers Erzherzog Franz-Ferdinand in Sarajevo ist das mit Deutschland verbündete Habsburgerreich zum energischen Vorgehen gegen Serbien entschlossen.

Kaiser Wilhelm II. sichert Österreich-Ungarn seine volle Unterstützung zu. Am 28. Juli erklärt die k.u.k-Monarchie Serbien den Krieg. Den Konflikt zu begrenzen gelingt nicht mehr. Am 31. Juli ordnet Russland die Generalmobilmachung an. Tags darauf erklärt Deutschland dem Zarenreich den Krieg, zwei Tage später den Franzosen. Auch in Kassel glaubt die Mehrheit der Bevölkerung zunächst an einen gerechten Krieg, der schnell vorbei sein wird. Noch vor Weihnachten, davon sind die meisten Mütter, Väter, Ehefrauen und Verlobten überzeugt, werden die Männer längst als Sieger zurückgekehrt sein. Es sollte anders kommen.

Am 2. August und an den folgenden Tagen herrscht in der Stadt hektische Betriebsamkeit. Im Laufe des Sonntags eilen die Reservisten mit Pappkartons in der Hand zu ihren Einheiten. Mit Hurra-Rufen und bunten Blumen werden die Soldaten verabschiedet. Vom Hauptbahnhof aus, der in jenen Tagen einem Heerlager gleicht, geht es mit dem Zug nach Westen.

Viele der Männer, die nicht euphorisch, sondern ob des ungewissen Schicksals verunsichert und angespannt dreinblicken, sollten ihre Heimatstadt nicht wiedersehen.

Am 3. August reagieren die politischen Gremien der Stadt auf die neue Lage. Am Morgen tagt der Magistrat, nachmittags kommen die Stadtverordneten zu einer Sitzung zusammen. Einziger Tagesordnungspunkt: Maßnahmen wegen des Kriegsausbruchs. Die Lage in der Stadt ist angespannt, die Menschen sind nervös. Es kommt zu ersten Hamsterkäufen.

Dass der Krieg, der vier Jahre dauern sollte, kein Spaziergang ist, erfahren die Kasseler bereits in den ersten Augusttagen. Beim Sturm auf Lüttich erleiden die 83er, eines der in der Fuldastadt beheimateten Regimenter, hohe Verluste. Die Spalten der Tageszeitungen füllen sich mit Todesanzeigen. Die Euphorie schwindet.

Zum Feiern ist den Kasselern denn auch nicht mehr so recht zumute. Dabei war erst vor ein paar Monaten, am 1. April, die neue Stadthalle an der Hohenzollernstraße (heute Friedrich-Ebert-Straße) offiziell eingeweiht worden.

Kasseler Bars sind Thema im Abgeordnetenhaus

In einer Sitzung des preußischen Abgeordnetenhauses bringt Lehrer Heins, Vertreter des Kreises Kassel-Land/Witzenhausen, "einige Auswüchse" des Kasseler Nachtlebens zur Sprache. Durch drei neue Bars würden "einer großen Stadt die verderblichen Schattenseiten aufgeprägt". Schließlich seien sie nichts anderes als "Animiermaschinen großen Stils".

Rückendeckung erhält der um die Moral besorgte Parlamentarier von der Vereinigung der Wirte und Hoteliers. Man führe im Interesse der Mitglieder, "die in Ehrbarkeit ihre Geschäfte führen", einen rücksichtslosen Kampf gegen "Wirtschaften mit zweifelhafter weiblicher Bedienung".

Erster Weltkrieg

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Geboren

Abiturienten des Jahres 1914 vor dem Hauptportal des Wilhelmsgymnasiums. Das befand sich damals noch an der Humboldtstraße.

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