1912

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  • 29. September: Regelrechte Volksfeststimmung herrscht am Vormittag auf dem Kasseler Forst. Tausende waren an diesem Sonntag hinausgezogen, um die erste Landung des Zeppelins "Viktoria Luise" in Kassel zu erleben.

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Sonstige

Großer Empfang für "Viktoria Luise"

Zeppelin "Viktoria Luise"

Die Landung des ersten Zeppelins auf Kasseler Boden wurde 1912 von den Kasseler Bürgern begeistert gefeiert. Ein weiteres wichtiges Ereignis: Die Söhrebahn von Bettenhausen nach Wellerode nahm ihren Betrieb auf.

Richtige Volksfeststimmung herrschte an diesem Vormittag des 29. September auf dem Kasseler Forst, dem alten militärischen Übungsgelände zwischen Unterneustadt und Lindenberg, Leipziger Straße und Waldau. Tausende waren an diesem Sonntag hinausgezogen, um die erste Landung eines Zeppelins in Kassel zu erleben. Und dann war es endlich soweit: "Viktoria Luise" - benannt nach der Kaisertochter - landete wohlbehalten auf dem Kasseler Forst.


Zeppelin "Viktoria Luise" hatte die Bezeichnung LZ 11, und wurde am 16. Februar 1912 in Dienst gestellt und war das erste Luftschiff, das bei einer Fahrt am 17. Juli 1912 eine Postbetriebsstelle an Bord hatte. Die letzte Fahrt von Zeppelin "Viktoria Luise" war im Juli 1914 sie hatte "489" Fahrten- und beförderte ca. 5000 Passagiere.[1]


Vergessen war die lange Geduldsprobe, auf die die Kasseler Bevölkerung und auch die Kaiserfamilie gestellt wurden. Denn eigentlich war vorgesehen, daß das Kaiserpaar und die in Kassel sehr beliebte Prinzessin Viktoria Luise bei der ersten Landung des 150 Meter großen Luftschiffes zugegen waren. Und da seit einer Reihe von Jahren das Schloss Wilhelmshöhe kaiserliche Sommerresidenz war, wurde der August auserwählt. Doch es kam anders. Die Zeppeline waren damals nämlich noch ausgesprochene Schönwetter-Luftschiffe, so daß auch angesichts zweier spektakulärer Unglücksfälle (1906 und 1908) niemand wagte, sie bei der geringsten atmosphärischen Störung in den Himmel zu schicken.

So dauerte es bis zum 29. September, bis das imposante Luftschiff mit den drei Motoren à 170 PS in Kassel einschwebte, wo es geradezu sehnsüchtig erwartet wurde: "Eine Begeisterung sondergleichen war über unsere Stadt gekommen", meldeten die Casseler Neuesten Nachrichten am folgenden Tag. Fahnen wurden gehißt, die Kirchenglocken läuteten, und von überall her ertönten Hurra-Rufe. Alles strömte zum Forst, keiner wollte sich den Anblick des Luftschiffes entgehen lassen.

70 km/h schnell

Die "Viktoria Luise" wurde Anfang März des Jahres in Dienst gestellt und besuchte zahlreiche Städte im Reichsgebiet. Der Zeppelin, dessen Passagierkabine 24 Personen aufnehmen konnte, war 150 Meter groß (Durchmesser 14 Meter) und bis zu 70 km/h schnell.

Doch das Ereignis, dem die Menschen monatelang entgegengefiebert hatten, dauerte gerade einmal eine Stunde. Nachdem ein Passagierwechsel vorgenommen und Öl und Benzin aufgetankt wurden, hob der Zeppelin um kurz vor 12 Uhr bereits ab, bevor er knapp drei Stunden später wieder Frankfurt erreichte.

Söhrebahn

Das neue Rathaus (ca. 1912) nach einer Ansichtskarte

Weniger spektakulär, aber mindestens genauso bedeutend für die Menschen in und um Kassel war ein weiteres Ereignis in diesem Jahr: die Söhrebahn wurde offiziell in Betrieb genommen. Die "Kleinbahn Kassel" von Bettenhausen nach Wellerode beförderte in den folgenden insgesamt 54 Jahren immerhin rund 50 Millionen Fahrgäste, bevor die Söhrebahn GmbH 1966 den Personenverkehr auf der Schiene einstellte und auf die Straße wechselte.

Die Anfänge der Söhrebahn reichen bis kurz nach der Jahrhundertwende. Damals hatte sich der Kasseler Kreistag für eine Kleinbahnverbindung von Bettenhausen nach Wellerode stark gemacht, um die südöstlich des Zentrums liegenden Ortschaften an die Kreisstadt anzubinden und - nicht zuletzt -, um den Abbau der dort liegenden Braunkohle zu fördern.

So wurde eine Aktiengesellschaft gegründet, die Finanzierung (Grundkapital 450000 Mark) erfolgte durch weitgehende Beteiligung der interessierten Gemeinden und einiger Einzelpersonen. Wenig später begann dann der Bau der 10,5 Kilometer langen eingleisigen Strecke. Am 22. August schließlich erfolgte die offizielle Inbetriebnahme. Unter dem Jubel der zahlreichen Schaulustigen setzte sich die Henschel-Lokomotive von Bettenhausen aus über die Stationen Eisenhammer, Ochsenhausen-Crumbach, Vollmarshausen und Wellerode in Bewegung. Endstation war Wellerode-Wald, wo an diesem Tag auch der feierliche Festakt stattfand.

Für Ausflügler

Die Bahn diente vor allem dem Transport von Arbeitskräften sowie von Basaltsteinen, Splitt, Kohlen und Ziegelsteinen von Wellerode nach Kassel. Aber auch Schulkinder, Marktleute sowie am Wochenende Ausflügler, die sich in der Söhre erholen wollten, nutzen die Kleinbahn.

An Wochentagen verkehrten von Bettenhausen und in umgekehrter Richtung je fünf Züge. An Sonn- und Feiertagen waren je sechs Züge unterwegs.

Die schnellste war sie nie, die gute alte Söhrebahn: Mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 25 Stundenkilometern brauchte sie etwa eine halbe Stunde für die 10,6 Kilometer lange Strecke. Sämtliche Züge fuhren 2. bis 4. Klasse.

Das endgültige Aus für die beliebte Söhrebahn wurde 1983 vollzogen. Sie wurde stillgelegt und die Schienen abgebaut.

Absturz über dem Forst

Entsetzen am Kasseler Forst: Der auch in Kassel bekannte Hamburger Pilot Hans Schmigulski stürzte am Sonntag, den 12. Mai, bei einer großen Flugvorführung mit seiner Grade-Maschine über dem Forst ab.

Der 28jährige Pilot sollte an diesem sonnigen Sonntag die zweitägige Flugveranstaltung mit einer Vorführung beenden. Zunächst flog er direkt vor den Zuschauertribünen eine Schleife. Als er in einer Höhe von knapp 30 Metern abermals eine Kurve beschreiben wollte, um direkt vor den zahlreichen Zuschauern zu landen, nahm er offenbar die Kehre zu scharf, das Flugzeug kippte ab und schlug auf den Boden auf.

Jede Hilfe kam für den Piloten zu spät. Er erlag seinen schweren Verletzungen.

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  1. Qelle: philatelie "Magazin" des Bund Deutscher Philatelisten Seite 42 Ausgabe 405 März 2011 Artikel Postgeschichte von Edwin Allgaier - Zeppelin "Viktoria Luise" hatte die Bezeichnung LZ11
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