1907

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Ereignisse

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  • 25. Januar: In Deutschland wird der zwölfte Reichstag gewählt. Das Interesse der Bürger ist sehr groß und auch die Kasseler drängt es sehr rege in die Wahllokale.

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Sonstige

Könige gastieren im Bergpark

Der Kaiser wählte Schloß Wilhelmshöhe zu seinem Sommersitz. Im August des Jahres 1907 empfing er in Kassel den König von England, Eduard VII. Tausende jubelten den Regenten zu.

Der Reiz des Bergparkes Wilhelmshöhe ist seit jeher unbestritten. Nicht nur die Kasseler schätzen ihre großflächige Parkanlage, kein geringerer als der Kaiser hat sich längst in das herrliche Areal verliebt. Kaiser Wilhelm II. machte das Schloß kurz nach seinem Amtsantritt im Jahr 1888 zu seinem Sommersitz. In die wunderschöne Wilhelmshöhe bittet er regelmäßig hohe ausländische Staatsgäste.

So auch am 14. August 1907. Der englische König Eduard VII. hat sich an jenem schwülwarmen Sommertag angesagt, nur wenige Tage nach dem Besuch des Königs von Siam, Chulalongkorn I. Scheinbar ganz Kassel ist auf den Beinen - und das schon in aller Frühe. Vom Bahnhof Wilhelmshöhe bis hinauf zum Schloß drängeln sich rund 70000 Neugierige, die den königlichen Besuch freundlich empfangen wollen. Der hohe Gast von der Insel ist nicht irgendein Monarch, er ist der Onkel des deutschen Kaisers, was der Kurzvisite eine besondere Note verleiht.

Tribünen

Auf den Bürgersteigen schiebt und stößt sich die schwitzende Menge. Vor vielen Häusern haben die Wilhelmshöher Tribünen, die häufig nur von Bierfässern getragen werden, errichtet. Ungeduldig und gespannt warten die Kasseler auf König Eduard und den Kaiser. Begehrte Fensterplätze in den umliegenden Häusern gehen für zehn Mark weg. Kurz nach 9 Uhr verbreitet sich eine Meldung so schnell wie ein Lauffeuer: Der Zug des Königs hat sich um drei Stunden verspätet.

Enttäuschung macht sich breit. Zahlreiche Schaulustige ziehen vorübergehend ab, viele von ihnen direkt in die Bierlokale an die Wilhelmshöher Allee. "Nur kräftigen Männern gelang es, sich einen Platz oder auch nur ein Glas Bier zu erobern", heißt es in der Casseler Allgemeinen Zeitung: "Der Bierkonsum bei der Hitze war ungeheuerlich." Der Menschenauftrieb ebenfalls.

Da kommen Diebe auf ihre Kosten. "Taschendiebe scheinen gestern das große Gedränge beim Einzug König Eduards recht fleißig ausgenutzt zu haben", ist anderentags in der Zeitung zu lesen. Mehrere Männer vermißten plötzlich ihre Portemonnaies.

Englische Hymne

Um Viertel nach eins ist es soweit: Eine Kapelle spielt die englische Nationalhymne, während der Sonderzug mit den Vertretern des englischen Hofes langsam auf dem Bahnhof einrollt. Der König, der die Uniform seines Dragonerregiments Königin Viktoria von Großbritannien und Irland mit dem Orangeband des Schwarzen Adlerordens trägt, steigt aus. Die beiden verwandten Monarchen begrüßen sich sehr herzlich, das beiderseitige Gefolge wird höflich vorgestellt. Kurz darauf besteigen Kaiser und König die Staatskarosse. Husareneskorten begleiten sie, der Wagen des Reichskanzlers von Bülow folgt. Als der Troß auf die Wilhelmshöher Allee einbiegt, erklingen aus der gespannt wartenden Menge laute Hurra-Rufe. Etliche Frauen winken mit Tränen in den Augen. Es ist eine Triumphfahrt.

Am Schloß begrüßt die Kaiserin die Staatsgäste von der Insel. Hausherren und Besuch verfolgen den Vorbeimarsch der Truppen. Der Platz zwischen dem Schloß und dem Fontänenteich gehört den Militärs. Der Wasserstrahl schießt kerzengerade in den Himmel und glänzt in der Sonne. "Die Dragoner und Husaren zu Pferde voran, so zogen die Truppen von der Fontäne, südlich an der Hortensienlaube vorbei, an den allerhöchsten Herrschaften vorbei", ist in der Zeitung zu lesen.

Nach der Parade frühstücken die Monarchen und ihr Gefolge. Danach steigen die Majestäten in Autos und machen einen Ausflug zum Schloss Wilhelmsthal. Im Rokokoschlößchen vor den Toren Kassels nehmen die Regenten genüßlich den Fünf-Uhr-Tee ein. Am Abend sind sie wieder, nach einem kurzen Abstecher zum Gestüt Beberbeck, auf der Wilhelmshöhe. Während des Mahles halten die Monarchen Trinkreden. Der Kaiser beginnt mit den Worten: "Ich bitte Eure Majestät, von ganzem Herzen meinen besten Dank aussprechen zu dürfen für die so gütigen und freundlichen Worte." König Eduard entgegnete auf deutsch: "Eurer Majestät und Ihrer Majestät der Kaiserin kann ich nicht genug danken für den herzlichen Empfang, der mir geworden ist, von seiten der Armee Eurer Majestät und von dem Volk, wie es uns in den Straßen begegnet ist."

Rückfahrt

Eine dreiviertel Stunde vor Mitternacht verläßt der König mit seiner Gefolgschaft das Schloß. Mit dem offenen Auto fährt er zum Bahnhof. Seinen Weg säumen noch immer Tausende, die geduldig warten und der Majestät freundlich zurufen. Am Bahnhof umarmen sich Kaiser und König herzlich. Punkt halb zwölf rollt der Zug los, und Wilhelm II. kehrt allein zum Schloß zurück. Ein Tag geht zu Ende, den die Kasseler lange Zeit nicht vergessen sollten.

Polizei zieht in Neubau ans Königstor

Am 8. Juli 1907 können die Kasseler Schupos ihr neues Quartier am Königstor beziehen. Entworfen hat es der königliche Baurat Trimborn. Die Mauer- und Steinarbeiten führte die Kasseler Firma Schmidtmann und Sohn aus. Mit dem Bau begonnen wurde im Jahr 1904.

Das dreistöckige Polizeidienstgebäude gilt als monumentaler Prachtbau. Auf der nach der Wilhelmshöher Allee gelegenen Giebelwand des östlichen Seitenflügels ist der Preußische Adler in dunkler Farbe aufgetragen. Er wirkt kolossal.

Kasseler strömen zur Reichstagswahl

Am 25. Januar wählt Deutschland den zwölften Reichstag. Das Interesse der Bürger ist sehr groß. Die Kasseler drängt es sehr rege in die Wahllokale.

Ungewöhnlich ist, daß die "Arbeiterbattaillone" diesmal nicht in der Mittagsstunde geschlossen anmarschieren. Da in den Werkstätten und Fabrikbetrieben gefeiert wird, "verteilen sich auch die Sozialdemokraten auf den ganzen Tag", wie die Casseler Allgemeine Zeitung schreibt. Das Blatt weiter: "Die bürgerlichen Wähler besonders schienen von regem Eifer beseelt."

Kirchweih auf dem Rothenberg

Nach der Grundsteinlegung am 6. Mai 1906 konnte nach anderthalb jähriger Bauzeit die Kirche St. Joseph durch Bischof Dr. Joseph Damian Schmitt von Fulda am 16. September 1907 konsekriert werden, dessen Realisierung auf dem Rothenberg dem Geistlichen der Gemeinde, Kuratus Hermann von Keitz, sowie dem großzügigen Gönner, Kommerzienrat Peter Wegmann, maßgeblich zu verdanken war.

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